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Günter Klein aus Mainz mit Beifahrer und sein Thurner RS: „Kein günstiges Hobby.“ 

Treffen in Bernbeuren

Thurner-Liebhaber stellen Rekord auf

In Bernbeuren wurde das 50-jährige Thurner Jubiläum gefeiert. Zahlreiche Liebhaber des „Allgäu-Ferrari“ waren angereist.

Bernbeuren – Da war sie wieder, die eingeschworene Gemeinschaft der Besitzer blitzender Thurner RS Sportwagen. 23 waren es, die zum 50-jährigen „Thurner Jubiläum“ teils von weither nach Bernbeuren gekommen waren. „Ein Rekord“, sagt Organisator Werner Maier, der heuer bereits das fünfte Treffen der Thurner RS Besitzer organisiert hat.

Lauter Idealisten, wie sich in den Gesprächen schnell herausstellte. Da war Günter Klein aus Mainz, der sich mit dem rot blitzenden Thurner erst vor sechs Jahren einen lange gehegten Traum erfüllt hat. Einen nicht ganz günstigen übrigens. 30 000 Euro hat er für diesen Veteranen hingeblättert. Weitere 20 000 Euro waren danach für die Restauration fällig, weil er seinen Oldie noch mit einer NSU-Technik und neuem Fahrwerk ausgestattet hat. Statt der damals 65 PS verfügt er jetzt über 120 PS. „Kosten, die mir dieses Auto mit der Kunststoffkarosserie allemal Wert sind.“ Allerdings: Ein Alltagsauto sei dieser „Allgäu Ferrari“ nicht.

Auch Thurner-Neulinge sind in Bernbeuren dabei

Rudolf Hartmann aus Altenstadt an der Iller bezeichnet sich als Neuling unter den Thurner RS Besitzern. 25 Jahre lang hatte er nach einem Thurner RS gesucht. Vor einem halben Jahr wurde er fündig. „Alles noch Original,“ sagt der Altenstadter strahlend, der sich mit diesem Auto einen Kindheitstraum erfüllt hat.

Ein Thurner Fan ohne Thurner RS ist Joe Andres. Ein Penzberger, der vor 44 Jahren nach Edmonton/Kanada ausgewandert ist. „Ich habe im Internet von diesem Treffen in Bernbeuren gelesen,“ sagt er mit leichtem Akzent. Also setzte er sich in den Flieger und ab ging’s in seine alte Heimat. Er, sagt er, wollte einfach sein Traumauto noch einmal sehen. 1971 hätte er sich gerne diesen „Ferrari“ gekauft. „Aber dafür hatte ich kein Geld:“ 14 450 DM hätte er gekostet. Stattdessen hatte er sich mit einem NSU TT begnügt. Von Haus aus mit 65 PS ausgestattet, ließ er sich bei der Firma Abt in Kempten den Flitzer auf satte 82 PS aufrüsten. „Und mit Doppelscheinwerfern ausstatten.“

Bernbeuren feiert Thurner-Jubiläum mit umfangreichem Programm

Gerade als die „Ferraris“ zur Besichtigung aufgefahren sind, öffneten sich über Bernbeuren die Schleusen: Ein wolkenbruchartiger Regen prasselte auf die Umgebung des Bernbeurener Kriegerdenkmals nieder, wo es sich die Besucher gerade an den Biertischen bequem gemacht hatten. Die Bernbeurer Blasmusik saß unterm großen Lastenfallschirm. Auch der hielt nicht lange dem Regen stand. Die Musiker flüchteten ins Trockene, unterm Arm die Instrumente.

Werner Maier hatte für dieses Jubiläum ein umfangreiches Programm organisiert. Aufmarsch der Oldies in Bernbeuren und auf dem Auerberg, in Lechbruck, auf dem Hohenpeißenberg und in Paterzell. In Bernbeuren am Lechweg wurde eine Gedenktafel in Erinnerung an Rudi Thurner, den Konstrukteur des „Thurner RS“ enthüllt. Von dem Auto waren in der Zeit von 1969 bis 1974 in der alten Spinnerei übrigens lediglich 121 Exemplare in Handarbeit gefertigt worden. Einen davon fährt Werner Maier.

Walter Kindlmann

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