Der Hochbehälter am Goldstein ist einer von zwei Hochbehältern in Bernbeuren, die baulich und technisch saniert werden müssen.
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Der Hochbehälter am Goldstein ist einer von zwei Hochbehältern in Bernbeuren, die baulich und technisch saniert werden müssen.

Musste lange gechlort werden

Bernbeuren: Trinkwasser fließt wieder unbehandelt aus den Leitungen

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Rund elf Monate mussten die Bernbeurer mit gechlortem Trinkwasser leben, seit Montag fließt es wieder unbehandelt aus den Leitungen. Ein günstiges Provisorium hat es möglich gemacht. Richtig teuer wird es erst im Jahr 2021.

Bernbeuren – Es war eines der heikelsten Themen, die Bürgermeister Karl Schleich von seinem Vorgänger übernehmen durfte. Während Anfang 2020 zwischen Martin Hinterbrandner und Wasserwart Franz Grieser noch ein Streit über die dringend erforderliche Sanierung der Trinkwasserversorgung tobte, kam das kühle Nass nur gechlort aus den Leitungen. Das Gesundheitsamt hatte Keime entdeckt und die Chlorung veranlasst.

Der Streit ums Wasser hatte Hinterbrandner viele Sympathien im Ort gekostet. Im März wurde er abgewählt, nachdem ihn bereits im Herbst seine eigene Gruppierung hatte fallen lassen und mit Josef Köpf einen anderen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt aufstellte. Die Stichwahl gewann am Ende aber Karl Schleich, und der ging das Reizthema Wasser in aller Ruhe an. „Ich habe bei Null wieder anfangen müssen“, sagte er im August nach 100 Tagen im Amt.

Gesamte Trinkwasserversorgung in Bernbeuren muss saniert werden

Wasserwart Grieser, den Hinterbrandner am liebsten in die Wüste geschickt hätte, durfte bleiben. Und Schleich ist jetzt voll des Lobes über ihn: Unter dessen qualifizierter und engagierten Leitung seien zusammen mit den Bauhofmitarbeitern und der örtlichen Firma Krause die Trinkwasserspeicher in den Hochbehältern unter anderem mit Abdeckungen versehen worden, teilte Schleich diese Woche den Bürgern mit. Die Kosten dafür halten sich seinen Angaben nach in Grenzen. Die Maßnahmen seien vom Gesundheitsamt abgenommen und „für vorerst ausreichend“ befunden worden, so Schleich. In nächster Zeit würden nun einmal wöchentlich Proben entnommen, „um ein hygienisch einwandfreies Wasser zu gewährleisten“.

Um die Sanierung der gesamten Trinkwasserversorgung kommt die Gemeinde damit freilich nicht drum herum. Das Ingenieurbüro Ammann & Bäumler aus Börwang ist mittlerweile vom Gemeinderat mit der Planung beauftragt worden, voraussichtlich im kommenden Jahr können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Und die werden teuer: Rathauschef Schleich rechnet mit einer Investition von rund 1,5 Millionen Euro, die die Gemeinde langfristig über die Wassergebühren wieder reinholen muss. Das wäre dann eine halbe Million mehr als noch in der Ära Hinterbrandner veranschlagt.

Wie berichtet, wollten er und der damalige Gemeinderat an einer Verputzschicht in den Hochbehältern festhalten, die Wasserwart Grieser bemängelte. Er forderte vehement eine Edelstahlausführung. Im Rathaus hat sich die Meinung dazu jetzt auch grundlegend geändert. „Wir sind uns alle einig, dass es Edelstahl werden soll“, sagt der neue Bürgermeister.

Lesen Sie auch: Wie überall in Bayern auch, fällt der Martinsumzug heuer auch in der Auerberggemeinde Bernbeuren aus. Der Förderverein Kindergarten und Schule hat jedoch beschlossen, trotzdem eine Aktion für kleine Laternengänger zu organisieren.

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