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Gemeinderat

Wasser in Bernbeuren muss weiter gechlort werden - Sanierung des Hochbehälters verzögert sich

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Noch immer wird das Wasser in der Gemeinde Bernbeuren gechlort, die überfällige Sanierung des Hochbehälters lässt weiter auf sich warten. Bevor der zuständige Ingenieur jüngst im Gemeinderat die Gründe erläutern konnte, erreichte das Gremium eine neue beunruhigende Nachricht.

Bernbeuren – In Bernbeurens Nachbargemeinde Stötten ist das Wasser verunreinigt. Es muss seit dem 18. Februar abgekocht werden, bevor es in Berührung mit Lebensmitteln kommt oder getrunken wird. Selbst zum Zähneputzen sollte das Wasser zunächst abgekocht werden, heißt es aus Stötten, das mit Bernbeuren einen Notverbund fürs Trinkwasser vorhält.

Einige Haushalte im Ostallgäu werden nach Angaben von Bürgermeister Martin Hinterbrandner schon jetzt tagsüber mit dem kühlen Nass aus Bernbeuren versorgt. Stötten pumpt dann nachts sein Wasser zurück nach Bernbeuren, um die Menge auszugleichen. „Das wurde jetzt aber sofort eingestellt“, zerstreute Hinterbrandner jegliche Bedenken. Das Wasser in der oberbayerischen Auerberggemeinde kann also weiterhin bedenkenlos getrunken werden.

Allerdings ist es nach wie vor kein Hochgenuss, das Wasser ist immer noch gechlort, und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben. Bevor die Hochbehälter nicht saniert sind, dürfte das Gesundheitsamt auf den Chlorzusatz bestehen. Und der sorgt für weitere Verzögerungen: „Die Chlorierung wirft das Programm durcheinander“, bedauerte der zuständige Ingenieur Peter Deubzer in der Gemeinderatssitzung. Voraussichtlich könne man erst Anfang März einen der beiden Behälter außer Betrieb nehmen, um zu prüfen, welche Beschichtung zum tragen kommt, erläuterte der Experte.

Deubzer kennt die Bernbeurener Trinkwasserversorgung so gut wie seine Westentasche. Zusammen mit seinem Kollegen Hans-Peter Petz hatte er schon in den Jahren 1987 bis 1994 federführend die Sanierung betreut. Das Netz umfasst 60 Kilometer Wasserleitungen und zwei Hochbehälter.

Sanierung sollte längst abgeschlossen sein

Nach den ursprünglichen Plänen hätte die aktuell notwendige Sanierung der Hochbehälter längst abgeschlossen sein sollen. Schon vor gut einem Jahr hatte der Gemeinderat beschlossen, das damals mit rund 860 000 Euro veranschlagte Projekt anzugehen. Passiert ist seitdem allerdings nicht viel. Schuld ist nach Angaben des Ingenieurs ein 2018 vom Freistaat Bayern aufgelegtes Förderprogramm: Kommunen, die ihre Trinkwasserversorgung sanieren, wurden hohe Zuschüsse versprochen. Das aber unter der Maßgabe, dass die Projekte bis Ende 2021 abgeschlossen und abgerechnet sind. Die Folge: „Sämtliche Fachfirmen waren über Monate ausgelastet“, berichtete Ingenieur Deubzer nun dem Gemeinderat. Und Bernbeuren schaute in die Röhre. „Die Geschichte war für 2019 gegessen, der Zeitplan ist in sich zusammengefallen.“

Nun setzt Bernbeuren seine Hoffnung in das laufende Jahr. Sollten wieder keine Angebote von Fachfirmen eingehen, wolle man sich an die Regierung von Oberbayern wenden und bei der VOB-Stelle vorsprechen, hieß es in der Sitzung. Notfalls könnten die Arbeiten dann auch freihändig vergeben werden, das werde dann „aber nicht billiger“.

Pumpenhaus: Gemeinderat vergibt Arbeiten

Sofort angegangen werden muss jetzt das Pumpenhaus. Die Pumpen laufen laut Ingenieur Deubzer seit Anfang der 1990-er Jahr ununterbrochen. Eine Pumpe steht bereits, wie lange es die zweite noch macht, ist ungewiss. „Unsere Sorge ist, dass es komplett ausfällt“, warnte Bürgermeister Martin Hinterbrandner. 60 000 Euro „und ein paar Zerquetschte“ wird die Erneuerung kosten. Der Gemeinderat gab der Vergabe der Arbeiten – vorbehaltlich der Prüfung durch den Ingenieur – in der Sitzung am vergangenen Dienstag grünes Licht.

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„Alaaf und Helau“ in Schwabsoien, und als Zugabe auch noch ein kräftiges „Soien, Soien!“ Bei sonnigem Wetter mit 14 Grad zog am Samstagnachmittag der mächtige Gaudiwurm mit buntem Themenmix durch das Mühlendorf.

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