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Die „Berabeira“ Jugend ist sich sicher: Sie stellt die bessere Bundeswehr.

Bernbeurener Gaudiwurm

Von Schneechaos bis zum Datenschutz-Wahn

Im Abstand von fünf oder sechs Jahren gibt es in der Auerberggemeinde statt des Balls der Vereine ein buntes Faschingstreiben auf den Straßen. Am Samstag war es wieder soweit. 

Bernbeuren Rechtzeitig für den Umzug kämpfte sich die Sonne durch den Nebel und so war es trotz kalter Temperaturen für die Zuschauer an Sonnenplätzen gut auszuhalten. Trachtenvereinsvorsitzender Alban Hiltensberger brachte an der Auerberghalle die Teilnehmer in Formation und so zogen anschließend 17 Gruppierungen durch das Dorf.

Auf dem Wagen der Trachtler, die heuer die Organisation übernommen hatten, ging es afrikanisch heiß her, denn „scheint die Sonne heuer wieder volle Kanne, dann leben wir halt in der Savanne“. Die Musikkapelle hatte sich als Bauarbeiter mit zwei Truppen eingereiht, genauso wie „ein orientalischer Haufen“ samt Kamel.

Faschingsumzug 2019 in Bernbeuren - die besten Bilder

Die größte Schar stellte der Kindergarten dar, der als Karneval der Tiere mit vielen Eltern und Kindern teilnahm. Pinke Bären, ein jamaikanisches Bob-Team oder Wildschützen, die dem Biber an den Kragen wollen, waren ebenfalls zu Fuß unterwegs. Eine Zebra-Mannschaft hatte sogar weiße Streifen dabei, um den Zuschauern über die Straße zu helfen. Ihr Anspielung ging klar Richtung Ampel- und Zebrastreifenthematik an der Hauptstraße und auf ihrem Bollerwagen war zu lesen „Warum tut sich das Amt so zieren, wir Bernbeurer das nicht kapieren.“

Die Fingerhakler rieten mit ihrem Datenschutz-Gefährt zur Vorsicht, denn mafiöse Strukturen würden regen Handel damit betreiben. Aus Stötten war die Arche Noah angereist und die Bachtelbacher KiTa Hottentotten aus Biessenhofen war aufgrund Erziehermangels führerlos. Die Altenstadter Landjugend haderte, ob es nun Zigeuner- oder Pusztaschnitzel heißen sollte, während die Bernbeurener Jugend eindeutig der Meinung wäre, dass sie die bessere Bundeswehr stellen würde.

Von den Narren aufgegriffen wurde auch die Pachtkündigung des Bernbeurener Hallenwirtes, der sich nun „vom Bär zum Glücksbär“ entwickeln würde. Natürlich bliebe die Frage, wo nun in der Gegend große Hochzeiten gefeiert werden können und wo der Stammtisch hin soll. Und was das Schneechaos heuer angerichtet hat, fassten die Eskimos des TSV zusammen. Der kaputte Gemeindetraktor in Burggen, das Gehwegproblem in Bernbeuren, aber auch die hervorragenden Skibedingungen am zurückgekehrten Auerberggletscher wurden gespielt.

Im Anschluss an den Faschingszug konnten die Besucher noch bis in den Abend am Sportplatz weiterfeiern. Dem kamen die Besucher des seltenen Gaudiwurms gerne nach. 

KATHRIN ZILLENBIEHLER

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