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Fernsehreife Backkünstlerin: Kathrin Dreher ist Teilnehmerin bei „Das große Backen“.

Bernbeurerin bei Sat1-Show

„Nur Kuchen, Kuchen, Kuchen im Kopf“

Kathrin Dreher aus Bernbeuren hat ein außergewöhnliches Hobby: Sie bäckt für ihr Leben gern. Diese Leidenschaft hat die 31-Jährige nun bis ins Fernsehen gebracht. Sie nimmt bei der Sat1-Show „Das große Backen“ teil, die derzeit jeden Sonntag um 17.55 Uhr ausgestrahlt wird.

Bernbeuren/Berlin – Alles begann damit, dass Kathrin Dreher eine Hochzeitstorte für die Hochzeit ihrer Schwester backen wollte. Das große Hochzeitsfest, bei der das Erstlingswerk präsentiert werden sollte, fand nicht statt, weil die Schwester dann doch nur standesamtlich heiratete. Aber Kathrin Dreher war entflammt fürs Backen.

„Ich backe jetzt das dritte Jahr so exzessiv“, erzählt die Bernbeurerin mit den blau gefärbten Haaren. Ihre Schwester habe die Hochzeitstorte zwar nicht benötigt, aber es hatten genug Freunde, Verwandte und Kollegen als Versuchskaninchen die verschiedenen Hochzeitstorten probiert. „Plötzlich kamen alle auf mich zu und wollten, dass ich für sie backe.“

Fachkundigen Rat erhielt Kathrin Dreher von Jurymitglied Christian Hümbs.

Das tut Kathrin Dreher seitdem ausgiebig: Sie bäckt für Kindergeburtstage, Hochzeiten und Taufen, für runde Geburtstage von Verwandten, für Kollegen und Freunde. Die viele Übung und die Kurse, die sie belegt hat, haben die junge Frau immer besser werden lassen. Jetzt hat sie sich ins Fernsehen gebacken: Sie ist Teilnehmerin der großen Sat1-Show „Das große Backen“, die derzeit immer sonntags ausgestrahlt wird.

Kathrin Dreher hatte sich für die Sendung beworben, weil Freunde ihr immer wieder dazu geraten hatten. Schon bei der Staffel 2016 wäre sie beinahe ausgewählt worden, 2017 hat es dann geklappt. Im Mai hat sie die Zusage bekommen. Dann sei der Backstress losgegangen. „Du backst dir einen Wolf und probierst alles aus“, sagt die 31-Jährige. Fester Bestandteil jeder Sendung ist nämlich, im Fernsehen ein eigenes Rezept für einen Kuchen oder eine Torte zu kreieren, was für sie schon deshalb schwierig ist, weil sie normalerweise nie nach Rezept bäckt. „Ich mache das immer frei Schnauze.“ Aber bei „Das große Backen“ geht das nicht, also hieß es backen und aufschreiben, füllen, abschmecken, wiegen und abermals aufschreiben in den Wochen vor der Reise nach Berlin.

Die erste Folge der Sendung lief vergangene Woche, die nächste wird an diesem Sonntag auf Sat1 um 17.55 Uhr ausgestrahlt. Es gibt insgesamt acht Folgen. Jedes Mal scheidet ein Teilnehmer aus. Im Finale messen sich die drei Besten. Wie weit Kathrin Dreher kommt oder ob sie sogar die Gewinnerin ist, die ein eigenes Backbuch, einen goldenen Cupcake und 10 000 Euro Preisgeld bekommt, wird noch nicht verraten.

Bei dieser Sendung dürfen nur Hobbybäcker mitmachen. So wie Dreher, die in der Show mit ihrem Spitznamen „Katz“ genannt wird. Ihr Brotberuf ist nämlich nicht Bäckerin oder Konditorin, sondern sie arbeitet in der Industrie. Sie ist Fachkraft für die Bearbeitung keramischer Verdampfer bei Kennametal Sintec in Schongau. Das Backen der mit Fondant verzierten Torten ist für sie der Gegenpol zu dieser Arbeit. „Da kann ich mich künstlerisch austoben“, sagt Dreher.

Mit dieser Grinsekatze überzeugte Kath rin „Katz“ Dreher die Jury.

Dass ihr Backen eine Kunst ist und ihre Torten Kunstwerke sind, zeigt die 31-Jährige nun in der Fernsehshow, wo sie vergangene Woche eine Grinsekatze auf den Jurorentisch gebracht hat, auf die sie sogar selber stolz ist, wie sie zugibt. „,Passt scho’, denke ich meist über meine Torten, aber auf die Grinsekatze bin ich echt stolz.“ Fünf Stunden hatte sie Zeit dafür. Das modellierte Beiwerk, das um die Katze herum dekoriert wurde, durfte sie schon zuhause fertigen und nach Berlin mitbringen, wo die Sendungen in einem Schloss aufgezeichnet wurden.

Drei Aufgaben hatte die Bernbeurerin in der ersten Folge, ab der nächsten Folge wird es noch anspruchsvoller, wie die 31-Jährige verrät. „Wir mussten in den technischen Prüfungen mit vorgegebenen Zutaten in zwei Stunden bestimmte Dinge nach Rezept backen.“ Das war ziemlich stressig, erzählt sie. Überhaupt sei die Zeit in Berlin anstrengend gewesen. „Du hast nur Kuchen, Kuchen, Kuchen im Kopf.“ Von morgens bis abends habe sich alles ums Backen gedreht. Meist haben sich die Kandidaten abends noch zusammengesetzt, um ein bissl zu ratschen. „Und über was redst dann da? Über Torten und Kuchen.“

Doch so stressig die Aufzeichnung der Sendung auch war, die Hobbybäckerin bereut ihre Teilnahme nicht. „Ich habe neun neue Freunde gewonnen“, sagt sie. Alle Kandidaten hätten immer noch jeden Tag Kontakt. Bald wollen sie sich auf einer Tortenmesse treffen. Und sie alle haben viel voneinander gelernt. Eine habe sehr gute Buttercreme machen können, ein anderer prima Füllungen. Ein Wissen, das Dreher nun in ihrer Küche in Bernbeuren anwendet. Denn nach der Backshow seien gleich wieder Kindergeburtstage und ähnliche Ereignisse angestanden, sodass das Backen gleich wieder weitergegangen sei. Aber das macht ihr nichts aus, im Gegenteil: „Backen gehört bei mir einfach dazu.“

Kathrin Hauser

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