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Die junge Bernbeurerin Lisa Marie Heuberger hat in ihrer Bachelor-Arbeit bewiesen, dass Frauen ebenso gut Autos verkaufen könnten wie Männer. Es gibt allerdings noch viel zu wenige Autoverkäuferinnen.

Bachelor-Arbeit zu Autoverkäufern 

Letzte Männer-Bastion im Autohaus wackelt

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Sie sind an der Spitze der Politik, machen Karriere bei der Polizei und stehen in der Bundeswehr ihre Frau. Nur in eine Männerdomäne will das weibliche Geschlecht noch immer nicht so recht vordringen: Die Schongauer Faschingsprinzessin Lisa Marie Heuberger ist in ihrer Bachelor-Arbeit unter anderem der Frage nachgegangen, warum es so wenige Auto-Verkäuferinnen gibt.

Bernbeuren – Lisa Marie Heuberger hatte in diesem Jahr als „Prinzessin Lisa I. vom Reich der Weltenbummler“ den weiblichen Partim Schongauer Fasching. Die Rolle war für sie neu. Das Steckenpferd der 25-Jährigen sind Autos. Die Bernbeurerin ist die erstgeborene Tochter des örtlichen Autohausbesitzers und obendrein eine sehr erfolgreiche Studentin der Automobilwirtschaft. Die junge Frau hat etliche Autoverkäufer bei ihrem Vater erlebt und in einem anderen Autohaus, in dem sie ausgebildet wurde. Frauen waren höchst selten darunter. „Mein Vater würde sicher sofort eine Verkäuferin ausbilden oder eine ausgebildete einstellen“, weiß Lisa Marie. Aber außerhalb der Ballungszentren gebe es sie nicht.

Während die 25-Jährige weiter an ihrer beruflichen Karriere bastelte, im Ausland Erfahrungen sammelte und an der Hochschule in Nürtlingen-Geislingen (Baden Württemberg) den Bachelorstudiengang „Automotive Business“ einschlug, ging ihr die Frage nach dem „Warum?“ nie aus dem Kopf. Letzlicht reifte der Gedanke, das Thema zu ihrer Bachelor-Arbeit zu machen.

„Wie können Fahrzeugberatungsgespräche im Autohaus genderspezifisch optimiert werden“, ist die Arbeit politisch korrekt überschrieben. Darin räumt Lisa Marie mit zahlreichen Klischees und Vorurteilen auf: Zum Beispiel mit dem Vorurteil, „dass immer nur der Mann für den Autokauf zuständig ist“, sagt die Bernbeurerin. Und „dass Männer die besseren Autoverkäufer sind“, wollten ihr die 562 Teilnehmer der Umfrage für die Bachelor-Arbeit auch nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil: Lisa Marie hat auf den knapp 100 Seiten dargelegt, dass es die Damenwelt mindestens genauso gut könnte. Für eine Verkäuferin spricht demnach allein schon die Tatsache, dass Frauen an den Kauf eines Autos ganz anders herangehen als Männer: „Männer informieren sich schon vorher bis ins kleinste Detail“, weiß die Bernbeurerin. Frauen machen sich dagegen zunächst nur Gedanken über das Modell und die Farbe des neuen Wagens. Dafür fühlen sie dann aber dem Verkäufer beim Beratungsgespräch gehörig auf den Zahn und stellen sehr vernünftige Fragen: „Frauen legen viel mehr Wert auf Sicherheitsaspekte, den Kraftstoffverbrauch und die Umweltfreundlichkeit eines Autos“, sagt Lisa Marie. Männer würden sich dagegen mehr am Hersteller, der Motorleistung sowie Form und Design orientieren. „Und Männer handeln beim Preis viel lieber, weil es ihnen Spaß macht“, berichtet die Bernbeurerin. Frauen nehmen derweil das Angebot an, „wenn sie das Gefühl haben, dass der Preis stimmt.“

Souverän in der Männerwelt: Als Faschingsprinzessin Lisa I. befreite Lisa Marie Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman mit der Schere von der „Straps“.

Die Teilnehmer der Bachelor-Umfrage kamen aus Bayern und aus Baden Württemberg. Aber die Bernbeurerin hat sich natürlich auch bei den großen Automobilherstellern schlau gemacht: „Frauen sind das neue China“, zitiert die 25-Jährige zum Beispiel Mercedes-Chef Dieter Zetsche. Der Vorstandsvorsitzende meinte damit ebenfalls, dass zunehmend Frauen die Kaufentscheidung für ein Auto treffen. In den USA haben sie demnach schon zu 60 bis 65 Prozent das Sagen und die Männer längst überholt. In Deutschland bestimmen immerhin schon zu 32 Prozent die Damen, ob es der Sportflitzer oder die Familienkutsche wird – Tendenz steigend.

Lisa Marie hat also bewiesen, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte, bis auch die Frauenwelt im Autohaus den Wagen an den Mann und die Frau bringt. Die Professoren hat die 25-Jährige jedenfalls überzeugt: Von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtlingen-Geislingen (Baden Württemberg) bekam sie für die Bachelor-Arbeit die Note 1,5. Das Studium schloss sie unter den besten zehn Prozent ab. Dafür gab es ein Stipendium der Porsche AG in Stuttgart obendrauf. Das spornt natürlich an: „Ich mache jetzt noch den Master“, ist die Faschingsprinzessin a.D. fest entschlossen und verabschiedete sich zum nächsten Auslandsemester: Bereits im August ging es dazu nach Bangkok.

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