Nach vielen Gesprächen 

Abwasserbescheide nach 20 Jahren fertig

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Bernbeuren - Lange hatte man sich in Bernbeuren dafür Zeit gelassen, viele Gespräche mit den Bürgern geführt. Nun ist die Entwässerungssatzung inklusive Gebührenverordnung unter Dach und Fach. Die rechtskräftigen Bescheide können zügig verschickt werden. Auf die meisten Grundstücksbesitzer kommt wohl eine dreistellige Summe zu.

Obwohl die Bernbeurer die „umfangreichste Tagesordnung der bisherigen Legislaturperiode“ vor sich hatten, wie Bürgermeister Martin Hinterbrandner eingangs der Sitzung betonte, ließen es sich die Gemeinderäte nicht nehmen, in Sachen Entwässerungssatzung samt Gebührenverordnung nochmals ganz genau nachzuhaken. Rede und Antwort stand Heinrich Schulte von der Kommunalberatung Röder in Veitshöchheim; das Büro hatte der Gemeinde bei der Erstellung der Satzung und Kalkulation der Gebühren zur Seite gestanden.

Fällig werden nun 0,92 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 20,64 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche. Bis einschließlich 30. September bezahlen die Bernbeurer noch 1,28 Euro pro Kubikmeter Abwasser, ab dem 1. Oktober dann nur noch 1,11 Euro. Ab diesem Zeitpunkt entfällt auch die Wasserzählergebühr.

Nachdem in Bernbeuren Mitte 2015 die Aufmaßpläne für die einzelnen Grundstücke herausgegangen seien, habe es erst einmal eine Unruhe im Dorf gegeben, was man aber in persönlichen Gesprächen meist habe rasch klären können. Der Bürgermeister erinnerte auch an die lange Vorgeschichte, die bis zu zwei Jahrzehnte zurückreicht, schließlich hatte man bereits 1996 mit dem Kanalbau begonnen. Zwar seien die vorläufigen Bescheide recht gut kalkuliert worden, aber auch allein wegen einer geänderten Rechtslage habe es nun etliche Fälle gegeben, bei denen sich etwas geändert hatte. Dieses vorab zu klären sei „der bessere Weg, bevor dann lauter Widersprüche auf den Bescheid kommen“, so Hinterbrandner.

Für zwei Drittel (Schätzung Kämmerer Florian Budschied) bis drei Viertel (Hinterbrandner) der Grundstückseigentümer lägen die Nachzahlungen im dreistelligen Bereich. Dies natürlich unter der Voraussetzung, dass die Vorauszahlungen nach den Vorbescheiden geleistet wurden. Aber es gebe auch ein paar Ausreißer – und wenn etwa für ein erschlossenes, noch nicht bebautes Grundstück bisher nicht bezahlt wurde, könnten auch schnell einmal mehrere tausend Euro fällig werden.

Es gibt die Möglichkeit der Stundung – das macht der Gemeinderat klar

Was in der Sitzung klar gemacht wurde: Es gibt die Möglichkeit der Stundung. „Hierfür muss man sich aber auch melden, denn wir können von außen nicht erkennen, wie es bei dem ein oder anderen auf dem Konto aussieht“, so Hinterbrandner. Noch nicht ganz geklärt ist die Handhabung für die Gewerbeflächen; im Einzelfall müsse entschieden werden, welche Halle etwa als reines Lager genutzt werde und damit anders zu behandeln sei als der reine Produktions- und Arbeitsbereich.

„Für uns ist diese Abrechnung ein großer Meilenstein“, macht Hinterbrandner deutlich, wie viel Arbeit dahintersteckte, bis man nun zum Beschluss der Satzung kommen konnte. Für Bernbeuren sei dies die erste Globalkalkulation überhaupt, zumal noch viel Zahlenmaterial gefehlt habe. Die Unterlagen können dann auch als Grundlage für die getrennte Abrechnung von Schmutz- und Regenwasser genommen werden – diese steht auch für Bernbeuren an, soll aber laut Hinterbrandner nicht vor 2017 angegangen werden. Sowohl die Entwässerungssatzungen als auch die Beitrags- und Gebührensatzung wurden einstimmig verabschiedet.

Rubriklistenbild: © dpa

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