Breitbandausbau in Bernbeuren beauftragt

Schnelles Internet, aber nicht optimal

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Bernbeuren – Nun steht dem Breitbandausbau in Bernbeuren in der Theorie nicht mehr viel entgegen. Die Internet-Versorgung wird fast für alle Bürger besser, Bürgermeister Martin Hinterbrandner machte dennoch deutlich: Von einem wirklich schnellen Internet für Bernbeuren kann keine Rede sein.

Der Gemeinderat gab in seiner jüngsten Sitzung Grünes Licht für einen Vertrag mit der Telekom zum Ausbau in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro, 80 Prozent der Gesamtkosten sind förderfähig. Dies sei die beste Lösung, die man derzeit für Bernbeuren bekommen könne, auch eine, die nachhaltig sei und von der im Schnitt die meisten Bürger profitieren würden, erläuterte Bürgermeister Martin Hinterbrandner. Zumal man noch im Herbst 2015 gedacht hatte, dass der Ausbau aufgrund der hohen Kosten überhaupt nicht möglich sein werde – zu viele weiße Flecken wären auf der Landkarte geblieben, zu wenig Haushalte für zu viel Geld mit nicht einmal optimalen Übertragungsraten versorgt worden.

Nicht alle sind zufrieden

Nun werden auch nicht alle Bürger zufrieden sein – ihrem Unmut darüber machten Besucher in der Sitzung auch deutlich. Aber zumindest werden die meisten der Bürger – mehr als 90 Prozent der Haushalte – Anschlüsse mit einer Leistung von mehr als 30 Mbit/s (im Download) bekommen. In einigen Gebieten wird die Versorgung deutlich darüber liegen, in einigen aber auch darunter. Hinterbrandner geht davon aus, dass kein Anschluss eine Übertragungsrate von weniger als 16 Mbit/s haben wird, schränkte jedoch ein, dass dies theoretische Werte seien. Zwar gebe es einige Wermutstropfen, wie etwa eine nur geringe Verbesserung für den Ortskern. Das Ergebnis der Ausschreibung sei aber insgesamt überraschend gut, Verbesserungen gebe es sogar für den Bereich Seemühle. Allerdings seien die Erwartungen ja auch nicht mehr allzu hoch gewesen. Hinterbrandner: „Es bringt uns nicht den Ruf der Internetgemeinde Deutschlands ein, aber wir haben den Anschluss wieder und man darf im privaten Bereich zufrieden sein“.

Der Bürgermeister nannte auch Vergleichszahlen

Würde die Gemeinde beauftragen, alle sieben Erschließungsgebiete mit Glasfaser zu versorgen, könne dies über zwei Millionen Euro kosten und die Gemeinde müsste deutlich mehr als eine Million Euro zuschießen.

Zu den erwarteten Kosten: Etwa 970 000 Euro kommen aus dem bayerischen Breitbrandprogramm, der Eigenanteil der Gemeinde beläuft sich auf rund 250 000 Euro. Und dann kommen noch etwa 600 Euro als Pauschale auf die Bürger zu, für die Verlegung bis zur ersten Dose, denn: Die Glasfaserversorgung wird nur bis ein Meter ins Grundstück hineingelegt. „Man kann nur empfehlen, jetzt auf den Zug aufzuspringen und den Anschluss zu beauftragen“, betonte Vizebürgermeister Markus Socher. Später werde dies mit Sicherheit deutlich teurer, vermutlich 800 Euro oder mehr kosten.

Die meisten Leitungen werden nach den Plänen unterirdisch verlegt, genauer geklärt werden soll nun aber noch, wo es tatsächlich Freileitungen werden und ob diese wirklich – noch dazu als möglicherweise ganz neue Trasse – notwendig seien. Auch wünscht sich die Gemeinde Synergieeffekte zwischen Breitbandausbau und geplantem Ausbau der Ortsdurchfahrt. Baubeginn der Telekom soll nach der Sommerpause sein, mit der Fertigstellung rechnet die Gemeinde aber nicht vor Ende 2018.

Rubriklistenbild: © dpa

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