Am Abhang vor der Tartanbahn blieb nicht viel übrig. Alle großen Bäume wurden gefällt, einige Bürger sind empört.
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Am Abhang vor der Tartanbahn blieb nicht viel übrig. Alle großen Bäume wurden gefällt, einige Bürger sind empört.

Massive Kritik an Fällungen

Bürger beklagen „Baumfrevel“ an Spielplatz und Schule in Bernbeuren

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Mächtig was zu hören bekam Bernbeurens Bürgermeister Karl Schleich am Dienstag im Gemeinderat. Eine Bürgerin äußerte sich schockiert über die jüngsten Baumfällarbeiten im Ort.

Bernbeuren - Unter anderem bei der Schule und am Spielplatz waren Gemeindearbeiter dem Gehölz zu Leibe gerückt. Vor allem am Abhang vor der Tartanbahn blieb nicht viel übrig. „Es wurden mehr oder weniger alle großen Bäume abgeholzt, das sieht natürlich erstmal fürchterlich aus“, bedauert auch Bürgermeister Karl Schleich.

Die Arbeiten hatten freilich ihren Grund. Die Wurzeln und das Laub seien für die Tartanbahn bei der Schule ein „Riesenproblem“, erklärte der Bürgermeister, der zunächst davon ausgegangen war, dass nur etwa die Hälfte der Bäume rausgenommen wird. Frisch am Werk hatten die Arbeiter laut Schleich aber festgestellt, dass weitere Bäume morsch waren. Letztlich fielen alle.

Bürger wurden vor vollendete Tatsachen gestellt

Der Unmut darüber ist in Teilen der Bürgerschaft enorm: „Wir finden, dass dieser Baumfrevel in der heutigen Zeit absolut unangebracht und mehr als grob fahrlässig ist“, schrieb gestern der Bernbeurer Klaus Schuhbeck den SN, der mehr als 100 Laubbäume gezählt haben will, die gefallen sind. Die Dorfbewohner seien nicht vorher informiert, sondern vor vollendete Tatsachen gestell worden, monierte er. „Zudem sind die Betroffenen unsere Kinder in der Schule und am Spielplatz, was besonders tragisch ist“, findet Schuhbeck. „Meine Tochter hat mir sogar berichtet, dass sie in einem der gerodeten Bäume an der Schule öfters einen Specht beobachtet hatte.“

Bürgermeister will in Zukunft genauer darauf schauen

Der Bürgermeister warb noch in Sitzung für Verständnis. Die Arbeiten am Spielplatz waren seiner Meinung nach notwendig, weil bereits Bäume in den Bach gestürzt waren. An der Schule, ließ Schleich durchblicken, hätte man ewas sensibler vorgehen können. „Ich werde in Zukunft genauer darauf schauen“, versprach der Rathauschef, der aber auch darauf hinwies, dass in der Gemeinde auch neue Bäume gepflanzt worden sind.

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