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Die Pläne fürs Breitband erläuterte Bürgermeister Martin Hinterbrandner unter anderem. Die erwarteten 30 Mbit/s bedeuten laut ihm für den Ort einen Quantensprung. foto: Trunk

Bürgerversammlung Bernbeuren 

Auch Bernbeuren wird zur Baustelle

Sprichwörtlich großen Baustellen sieht sich die Gemeinde Bernbeuren gegenüber. Wie es um die Gemeinde im vergangenen Jahr stand und was heuer auf sie zukommt, das präsentierte Bürgermeister Martin Hinterbrandner bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend. Rund 100 Einwohner waren dazu in die Auerberghalle gekommen.

Bernbeuren Ganz aktuell war die Mitteilung, dass am 9. Mai die Straßenarbeiten in Ried beginnen. Anwohner müssen sich dann auf eine rund vierwöchige Komplettsperrung für den Individualverkehr gefasst machen, ob zwischendurch die Straßen teilweise halbseitig freigegeben werden, konnte der Rathauschef noch nicht sagen. Lediglich für den Bus wird eine Durchfahrt ermöglicht. Ab 2. Mai bis voraussichtlich Ende Juli ist dann eine Umleitung ausgeschildert. Sie führt über Stötten-Roßhaupten, beziehungsweise Peiting-Steingaden.

Gleich nach dem großen Feuerwehrfest im Juli wird dann der Bauabschnitt an der Schongauer Straße in Angriff genommen, Bernbeurens Ortsdurchfahrt ist dann gesperrt. Auch dabei wird der überörtliche Verkehr weiträumig um das Nadelöhr Bernbeuren herumgeleitet. Denn die kleinen Nebenstraßen seien keinesfalls auf derartiges Verkehrsaufkommen ausgelegt, sagte Hinterbrandner im Gespräch mit der Heimatzeitung. Sie seien zu eng und nur mit einer dünnen Teerschicht versehen. „Wir brauchen die kleinen Straßen für uns selber.“ Auch seitens der Bürger war dahingehend Sorge geäußert worden, angesichts der derzeitigen sensiblen Situation in Schongau.

Im April 2019 folgen dann die Arbeiten an der Füssener Straße, die sich bis etwa Oktober 2019 hinziehen werden. Die Gesamtkosten für den Straßenbau beziffern sich auf 2,8 Millionen Euro, der Gemeindeanteil liegt bei 640 000 Euro.

Auch der Breitbandausbau der Telekom startet heuer im Sommer. Von 800 Haushalten werden jedoch nur 81 Anschlüsse direkt in die Häuser verlegt. Bis auf fünf Häuser wird das Gebiet jedoch flächendeckend mit 30 Megabit versorgt. „Wenn man bedenkt, dass derzeit bei manchen die Leistung mit einem Null-Komma beginnt, ist das eine 300-fache Steigerung und somit ein echter Quantensprung“, so Hinterbrandner. Wer die Erdarbeiten dazu macht, konnte der Rathauschef nicht sagen. Deutschsprachige Firmen wären gut für Absprachen, „aber ich glaube, das können wir uns abschminken“.

Schwer tut sich der Bürgermeister mit der Entscheidung der Landrätin, die sich wegen einer privaten Feier entschuldigt hatte, bezüglich des Schnitzerstadls. „Das war mehr als ein Rückschlag, aber das müssen wir erstmal so akzeptieren.“ Das Bürgerbegehren für eine Feneberg-Niederlassung sei jedoch nicht umsonst gewesen. Man habe eine Petition eingereicht, die Entscheidung dafür wird im Spätsommer erwartet.

„Das Sparbuch der Gemeinde ist deutlich geschmolzen, aber das ist nicht überraschend“, erklärte Hinterbrandner den Bürgern mit Blick auf Rücklagen, die von rund einer Million auf etwa 300 000 Euro zurückgegangen sind. Die Pro-Kopf-Verschuldung sei mit 1986,60 Euro „schon sehr hoch, da sind wir im Landkreis weit vorne mit dabei“. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, im Jahr 2020 mit einer Darlehensliquidierung beginnen zu können. Die Einkommenssteuer bleibt nach wie vor die größte Einnahmequelle der Gemeinde. Die Gewerbesteuer sei leicht rückläufig, die „Delle“ sei jedoch der Kanalabrechnung geschuldet. Aber auch Gutes hatte der Bürgermeister zu vermelden. „Lange Jahre haben wir kämpfen müssen, doch nun sind alle Stellen in der Verwaltung besetzt“, so Hinterbrandner. Zusätzliche Einnahmen würden auch die zahlreichen Hochzeiten auf dem Auerberg bringen, darunter seien viele Auswärtige.

Stolz sei man auch auf viele Veranstaltungen des vergangenen Jahres, wie etwa die „Auerberg-Classics“, die in zwei Jahren erneut stattfinden soll. Gelohnt haben sich die Arbeiten am Sportplatz mit Parkplatz und Bauhof, „auch wenn das viel Nerven gekostet hat“, so der Rathauschef. Sein Dank galt allen Vereinen und Ehrenamtlichen.

Nur wenige Wünsche und Anfragen gab es seitens der Bürger. Eine Frau äußerte sich etwa besorgt über die neuen Wahlkabinen zur Landtagswahl. Sie befürchtete, sie seien für eine geheime Stimmabgabe nicht geeignet. Die nächste große Veranstaltung im Ort ist das Theater „Der v´rbrochene Krug“, bei dem auch der Bürgermeister eine Rolle übernimmt.

Myrjam C. Trunk

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