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Die Zeit drängt: Die Ortsdurchfahrt in Bernbeuren soll noch vor Weihnachten für den Verkehr freigegeben werden.

Bürgermeister platzt der Kragen

Telekom startet Breitbandausbau in Ort - nun sind mehrere Leitungen ganz tot

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Die Telekom bekommt ihre Probleme beim Breitbandausbau in Bernbeuren kaum in den Griff. Es kommt im ganzen Ort zu massiven Störungen, mehrere Leitungen sind tot.

Bernbeuren – „Seit einigen Wochen haben etliche Bürger keinen Telefonanschluss mehr“, klagt Bürgermeister Martin Hinterbrandner.Er befürchtet, dass die alten Leitungen im Ort der neuen Technik schlicht nicht gewachsen sind.

Ausgebrochen war das Chaos Mitte September, als im Zuge des Netzausbaus an einer Baustelle im Ort eine Störung hervorgerufen wurde, erinnert sich Hinterbrandner. Die Ortsdurchfahrt wird bekanntlich im Bereich der Schongauer Straße seit Monaten saniert, im Zuge dessen arbeitet auch die Telekom an ihren Kabeln und stellt neue Schaltkästen auf.

Telekom-Chaos in Bernbeuren: Immer wieder massive Störungen

Im Ort kommt es seitdem immer wieder zu massiven Störungen und Ausfällen. Wie berichtet, hatten zuletzt zum Beispiel drei Familien am St.-Nikolaus-Weg mehr als drei Wochen vergeblich darauf gewartet, dass ihre Festnetzanschlüsse und das Internet wieder funktionieren. In den Wochen davor waren es 50 Kunden im Einzugsgebiet der Straßen Goldstein, Auerbergstraße, Günther, Am Weidenbach und Unterleithen, die über Störungen und Ausfälle klagen.

Das war aber offenbar nur die Spitze des Eisbergs. Den Rathauschef erreichen regelmäßig neue Meldungen über tote Leitungen. Die Probleme ziehen sich durch den gesamten Ort. In den Bereichen Schongauer Straße, Bayernstraße, Frühlingsstraße, Riedleweg, St.-Georgs-Weg und St.-Nikolaus-Weg gebe es seit Oktober erhebliche Störungen bei Telefon und Internet. Möglicherweise sei das Telekom-Netz „massiv überlastet“, so der Bürgermeister.

Bekanntlich werden im Rahmen des Bayerischen Förderprogramms für den Breitbandausbau in Bernbeuren rund 1,5 Millionen Euro investiert, 250.000 Euro schießt die Gemeinde zu. Doch die Zusammenarbeit der Verantwortlichen läuft alles andere als rund. Die Kommunikation zwischen Behörden und Telekom ist schlecht, der Verdruss groß.

Telekom-Chaos in Bernbeuren: Jetzt kam es zum Eklat

Am vergangenen Montag kam es sogar zu einem Eklat, als der von der Telekom beauftragten Firma der Zugang zur Baustelle verweigert wurde. „Die Baufirma hat sie rausgeschmissen“, bestätigt Peter Reichert vom zuständigen Staatlichen Bauamt in Weilheim, das die Sanierung der Ortsdurchfahrt plant und koordiniert. Der Sachgebietsleiter spricht von einem „Dilemma“. Man stehe unter Zeitdruck, sagt er mit Blick auf den für nächste Woche vorhergesagten Wintereinbruch. Die Straße müsse vor Weihnachten für den Verkehr freigegeben werden. Das Chaos mit der Telekom quittierte auch Reichert mit Kopfschütteln: „Die graben da jetzt schon seit sechs Wochen herum und haben den Fehler immer noch nicht gefunden.“ Verwundert ist der Sachgebietsleiter davon nicht. Die Leitungen würden „kreuz und quer“ im Boden liegen.

Nach einem neuerlichen Ortstermin am Donnerstagnachmittag hat Rathauschef Hinterbrandner jetzt zumindest die Hoffnung, „dass in Bernbeuren noch vor Weihnachten die Telefone wieder klingeln werden“. Die Telekom habe sich entschlossen, in der Schongauer Straße nun ein neues Kupfer-Kabel zu verlegen, das durch ein Leerrohr gezogen wird, berichtet der Bürgermeister. Das alte lief durch eine „Papier-Leitung“, die die Telekom laut Hinterbrandner zunächst nicht ersetzen wollte. Die Arbeiten sollen am kommenden Mittwoch beginnen, die Schongauer Straße kann wie geplant vor Weihnachten freigegeben werden. „Sie wird aber leider nicht fertig“, bedauert der Rathauschef. Für das Aufbringen der letzten Deckschicht müsse sie im Frühjahr noch einmal gesperrt werden.

Die Gemeinde befürchtet obendrein, dass „das Fiasko“ mit der Telekom beim nächsten Bauabschnitt in der Füssener Straße von vorne losgehen wird. Denn auch in dieser liege „die asbach-uralte Papier-Leitung“, stöhnt Hinterbrandner.

In seinem Brief an den Telekom-Vorstand hatte der Rathauschef schon zu Wochenbeginn kräftig Luft abgelassen: „Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Telekom Deutschland über mehrere Wochen hinweg nicht in der Lage ist, eine Fehlerfeststellung in ihrem Leitungsnetz zu beheben, ja nicht einmal den Fehler lokalisieren zu können“, schimpfte er. Das Vorgehen und die Umstände in Bernbeuren würden für die Telekom und die angeblichen Bemühungen eines schnellen Netzausbaus „leider eine sehr schlechte Visitenkarte“ darstellen.

Von der Telekom gab es auf SN-Anfrage zunächst keine Stellungnahme. Ein Sprecher erklärte, dass der Vorstand zu den angesprochenen Punkten gegenüber dem Bürgermeister ausführlich Stellung beziehen und diese einordnen werde.

Lesen Sie auch: DAV-Hütte zwei Wochen ohne Telefon - Telekom reagiert nicht

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