Der Kindergarten in Bernbeuren
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In Bernbeuren muss der Kindergarten wegen eines Corona-Falls schließen.

Kinder und Erzieher betroffen

Coronavirus: Kind positiv getestet - Kindergarten nimmt Betrieb wieder auf und zieht Konsequenzen

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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  • Christoph Peters
    Christoph Peters
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Nachdem ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet wurde, musste ein Kindergarten im Landkreis Weilheim-Schongau schließen. Jetzt hat die Einrichtung ihren Betrieb wieder aufgenommen und zieht Konsequenzen.

  • Ein Kind, das den Kindergarten in Bernbeuren besucht, ist laut Landratsamt positiv auf das Coronavirus getestet worden.
  • Die Einrichtung muss deshalb ab Donnerstag (10. September) vorübergehend schließen.
  • Alle Kontaktpersonen müssen für 14 Tage in häusliche Quarantäne.
  • Nach der Wiederaufnahme des Betriebs zieht die Einrichtung Konsequenzen.

Update vom 22. September, um 17.33 Uhr:

Gute Nachrichten aus Bernbeuren: Nach knapp zwei Wochen Zwangspause wegen eines Corona-Falls hat der örtliche Kindergarten am heutigen Dienstag wieder seinen Betrieb aufgenommen.

„Wir sind natürlich sehr glücklich, dass wir wieder anfangen durften“, sagte Leiterin Benedikta Bentenrieder am Dienstag erleichtert. Fast zwei Wochen war der Bernbeurener Kindergarten geschlossen gewesen, nachdem ein Kind, das die Einrichtung besucht, positiv auf das Coronavirus getestet worden war (wir berichteten). 70 Kindergarten- und Krippenkinder sowie fünf Erzieherinnen mussten in Quarantäne – eine herausfordernde und belastende Situation für alle. Eine Notbetreuung in der Einrichtung gab es nicht. „Wir hätten das gerne angeboten, aber das hat sich leider nicht realisieren lassen“, bedauerte Bentenrieder.

Mehrmals ließ das Gesundheitsamt die betroffenen Kinder und Erzieherinnen in den vergangenen Tagen auf Covid-19 testen. Alle Resultate waren negativ. „Darüber sind wir natürlich sehr froh“, sagte die Einrichtungsleiterin.

In Bernbeuren hat man nun Konsequenzen aus dem einschneidenden Vorfall gezogen. Künftig wird darauf geachtet, dass sich bei gruppenübergreifenden Angeboten, die es weiter geben soll, nur Kinder aus maximal zwei Gruppen begegnen. So soll sichergestellt werden, dass bei einem positiven Corona-Fall nicht wieder die ganze Einrichtung schließen muss und auch eine Notbetreuung möglich wäre. Eines ist Benedikta Bentenrieder dabei trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ganz wichtig: „Wir wollen den Kindern weiter so viel Normalität wie möglich bieten.

Update vom 15. September, 10.50 Uhr:

Nachdem ein Kind, das den Kindergarten in Bernbeuren besucht, positiv auf das Coronavirus getestet wurde, unterzogen sich alle Kontaktpersonen auch einem Test. Betroffen waren Kinder und Erzieher.

Nun liegen die Ergebnisse dieser Tests vor. Obwohl die Kinder engen Kontakt untereinander hatten, zusammen im Garten gespielt hatten, fielt kein Test positiv aus. Das teilt das Landratsamt Weilheim-Schongau mit. Jetzt und Ende dieser Woche werden die Kinder und Erzieher erneut getestet.

Update vom 11. September, 17.55 Uhr:

Nach dem Corona-Fall im Kindergarten Bernbeuren hat das Gesundheitsamt nun erklärt, wie es für die Kinder und Erziehungskräfte, die sich in Quarantäne befinden, weitergeht.

Das betroffene Kind war im potenziell infektiösen Zeitraum nur an einem Tag in der Einrichtung. Aus diesem Grund bleiben ausschließlich die Erziehungskräfte für 14 Tage in häuslicher Quarantäne, die wesentlichen Kontakt zum Kind hatten. Alle weiteren Erzieherinnen werden nicht getestet.

Coronafall im Kindergarten: Kinder gelten als enge Kontaktpersonen

Für die Kinder, die am vergangenen Montag die Einrichtung besucht hatten, gilt: Alle wurden am gestrigen Freitag getestet. Am Anfang und am Ende der kommenden Woche werden sie erneut getestet – alle gelten aufgrund des gemeinsamen Spiels im Garten als enge Kontaktpersonen.

Für die Eltern der Quarantäne-Kinder gibt es keine behördlichen Auflagen. „Dass eine strikte Absonderung der kleinen Kinder in den Familien nicht möglich ist, ist dem Gesundheitsamt durchaus bewusst.“ Die Kinder, die direkten Kontakt zu dem erkrankten Kind hatten, würden in regelmäßigen Abständen durch einen Rachen-Abstrich getestet.

Doch macht eine Quarantäne für die Kinder Sinn, wenn die Eltern nicht auch die 14 Tage Quarantäne einhalten? „Ja. Denn durch die regelmäßigen Testungen der Kinder besteht eine ausreichende Sicherheit, dass Infektionen frühzeitig genug erkannt werden können um weitere Infektionsketten zu unterbrechen“, heißt es im Gesundheitsamt.

Kindergarten Bernbeuren: Notbetreuung soll eventuell möglich sein

Ob im Kindergarten Bernbeuren eine Notbetreuung angeboten werden kann, entscheidet sich am Montag. „Sollte die erste Umgebungsuntersuchung durchweg negative Befunde ergeben, ist aus unserer Sicht die Einrichtung einer Notbetreuung möglich“, erklärt der Sprecher weiter. Ob ein Bedarf gegeben ist und ausreichend Erziehungskräfte zur Verfügung stehen, wird von der Einrichtungsleitung mit dem Träger der Einrichtung abgeklärt.

Erstmeldung vom 10. September, 18.30 Uhr: Bernbeuren - Gerade erst hat das neue Kindergartenjahr so richtig begonnen, da wird es in Bernbeuren jäh unterbrochen. Ein Kind, das den Katholischen Kindergarten St. Nikolaus besucht, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die Leiterin des Kindergartens, Benedikta Bentenrieder, auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten* bestätigte, sei sie am Donnerstagnachmittag von den Eltern des Kindes über das positive Testergebnis informiert worden. Bentenrieder verständigte daraufhin sofort die zuständigen Behörden in Weilheim.

Kind hatte Kontakt zu Corona-Infiziertem - und war im Kindergarten

Wie das Gesundheitsamt am späten Donnerstagnachmittag (10. September) mitteilte, habe das Kind Kontakt zu einer mit Covid-19-infizierten Person gehabt und sei deshalb am Mittwoch auf das Virus getestet worden. Weil das Kind, das bis zum jetzigen Zeitpunkt laut Behörde keine Erkrankungszeichen zeigt, am Montag noch den Kindergarten in Bernbeuren besuchte, sind die Auswirkungen des positiven Tests groß. Da laut Gesundheitsamt nicht ausgeschlossen werden kann, dass von dem Kind bereits zu diesem Zeitpunkt eine Ansteckungsgefahr ausging, müssen alle relevanten Kontaktpersonen 14 Tage in häusliche Quarantäne.

Corona-Fall in Bernbeuren: 70 Kinder und fünf Erzieherinnen müssen in Quarantäne

Betroffen von dieser Anordnung sind nach derzeitigem Stand 70 Kindergarten- und Krippenkinder sowie fünf Erzieherinnen. Die hohe Zahl der als enge Kontaktpersonen eingestuften Kinder - insgesamt werden in der Einrichtung 90 Kinder betreut - erklärt die Behörde damit, dass die Kinder an diesem Tag über einen längeren Zeitraum gemeinsam im Freibereich betreut worden seien. „Die individuellen Kontakte der Kinder sind in einem solchem Szenario nicht nachvollziehbar.“

Bis zum 21. September wird der Betrieb in der Einrichtung nun vorerst eingestellt. Noch am Donnerstag informierte die Leiterin die Eltern über die Schließung. Nicht berührt davon ist nur die Hort-Gruppe. „Ich bin natürlich sehr betroffen“, sagte Bentenrieder. „Ich hoffe natürlich, dass es bei dem Einzelfall bleibt." Auch Bürgermeister Karl Schleich zeigte sich bestürzt. „Das ist fürchterlich und wünscht man sich natürlich nicht.“

Corona in Schongau: Weitere neue Coronafälle im Landkreis

Es ist nicht der einzige neue Corona-Fall im Landkreis. Laut Gesundheitsamt sind am Mittwoch und Donnerstag insgesamt acht weitere Landkreis-Bürger positiv auf Covid-19 getestet worden. Bei einem Neuinfizierten handelt es sich um einem Reiserückkehrer aus Belgien, die weiteren Erkrankten sind wie in Bernbeuren sogenannte Indexpatienten, also enge Kontaktpersonen von bereits Erkrankten.

Die acht positiv getesteten Personen kommen aus Hohenfurch, Penzberg und Weilheim. Bei ihnen und ihren engen Kontaktpersonen wurde ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet. Insgesamt sind im Landkreis 424 Personen mit einem positiven Covid-19-Test gemeldet worden.

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