Sie hat schon 45 Jahre auf dem Buckel: Dank eines großzügigen Förderprogramms der Staatsregierung kann die Kneipp-Anlage in Bernbeuren jetzt womöglich saniert werden.
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Sie hat schon 45 Jahre auf dem Buckel: Dank eines großzügigen Förderprogramms der Staatsregierung kann die Kneipp-Anlage in Bernbeuren jetzt womöglich saniert werden.

Ein Förderprogramm des Freistaats macht es möglich

Geldsegen für Bernbeurens Kneipp-Anlage

  • vonJörg von Rohland
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Dank einer großzügigen Förderung durch den Freistaat kann die Gemeinde Bernbeuren wohl demnächst ihre Kneipp-Anlage an der Auerbergstraße gehörig aufmöbeln. Doch die Zeit drängt. Der Gemeinderat gab Bürgermeister Karl Schleich deshalb sogleich einen Freifahrtschein dafür, einen Antrag stellen zu können.

  • 200. Geburtstag von Pfarrer Sebastian Kneipp
  • Freistaat legt Förderprogramm für Kneipp-Anlagen auf
  • Bernbeuren müsste ohnehin Anlage sanieren und kann jetzt sparen

Bernbeuren – Schön anzusehen ist es nicht mehr, das Kneipp-Tretbecken in der Freizeitanlage an der Auerbergstraße in Bernbeuren. Gleiches gilt für das gegenüberliegende Armbecken. Beide haben schon 45 Jahre auf dem Buckel, eine Sanierung stünde ohnehin an. Da kommt der anstehende Geburtstag von Pfarrer Sebastian Kneipp gerade goldrichtig.

Zum 200. Mal jährt sich 2021 die Geburt des berühmten bayerischen Pfarrers, der sich bekanntlich der Heilkraft von kaltem Wasser verschrieben hatte. Der Freistaat nimmt das Jubiläum zum Anlass, Kommunen und dort ansässigen Kneipp-Vereinen bei der Instandsetzung und gegebenenfalls beim Neubau von Kneipp-Anlagen unter die Arme zu greifen. Ziel des Sonderprogramms „Touristische Infrastruktur – Kneipp-Anlagen“ sei es, zum Jubiläumsjahr möglichst viele Kneipp-Anlagen bayerischer Kommunen in einen zeitgemäßen und touristisch attraktiven Zustand zu bringen, heißt es von der Staatsregierung.

Ein echtes Schnäppchen also

Und die lässt sich nicht lumpen. Bis zu 18 000 Euro Zuschuss werden pro Anlage gewährt. Würde Bernbeuren 20 000 Euro investieren, müsste die Gemeinde lediglich 2000 Euro selbst berappen. Ein echtes Schnäppchen also.

Das möchte jetzt auch Bürgermeister Karl Schleich machen, der dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung von dem Förderprogramm berichtete. Das größte Problem: Die Zeit drängt. Der Zuschussantrag muss bis zum 30. November gestellt werden, und dem Rathaus liegen noch keine Angebote vor.

Bürgermeister bittet um Vorratsbeschluss

Es ist noch nicht einmal klar, was alles gemacht werden muss. Schleich hat bislang nur in Erfahrung bringen können, dass ein reines „Aufpeppen“ des Beckens mit Naturstein keinen Wert haben würde. Durch Frost würden die Steine wieder wegbrechen.

Weil man wegen der Abgabefrist nicht bis zur nächsten Sitzung warten kann, bat der Bürgermeister den Gemeinderat deshalb um einen „Vorratsbeschluss“. Schleich will demnach so schnell wie möglich ein Angebot von einem Bauunternehmen einholen. „Und wenn es attraktiv ist, dann machen wir das mit dem Programm“, schlug der Rathauschef vor. Er bekam vom Gremium dazu dann auch einstimmig freie Hand.

Rücksprache mit dem Wasserwart

Vom Tisch ist derweil eine Idee, mit der die Gemeinde Wasser hätte sparen können. Demnach hatte Schleich überlegt, ob nicht mit einer Pumpe das Wasser des nahen Bachs durch die Kneipp-Becken geleitet werden könnte. „Dann würden wir nicht unser kostbares Trinkwasser vergeuden“, meinte der Bürgermeister.

Nach Rücksprache mit dem Wasserwart nahm Schleich dann aber Abstand von der Idee. Der Grund: Sie sei nicht praktikabel. Wenn nämlich die Bauern ihre Gülle ausfahren, würde es dann auch im Kneipp-Becken „schäumen“.

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