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Mit dem Kurbeitrag können z.B. Wege in der Feuersteinschlucht instandgesetzt werden.

Aus dem Gemeinderat

Bernbeuren erhebt jetzt Kurbeitrag

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Gäste, die in Bernbeuren übernachten, zahlen ab sofort einen Kurbeitrag. Dieser löst die bisherige Übernachtungspauschale ab, die zumindest Mitglieder des örtlichen Tourismusvereins abführten – eigentlich aber eine freiwillige Abgabe war. Auch im Verein, der seit einem Jahr ohne Ersten Vorsitzenden ist, soll sich einiges ändern, vielleicht sogar der Name.

Bernbeuren– Diskutiert hatte man in Bernbeuren schon viele Jahre über die Einführung eines Kurbeitrages, vor allem der Tourismusverein hatte auf die Erhebung der Abgabe durch die Gemeinde gedrängt. Der erste Schritt hierfür, der Erwerb des Prädikats „Erholungsort“, eine Voraussetzung, um den Kurbeitrag erheben zu dürfen, liegt auch schon länger zurück – nun ist man das Thema aktiv angegangen. Als Vorlage hatte die Satzung der Nachbargemeinde Steingaden gedient, die man nahezu 1:1 übernommen habe, wie Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner in der Sitzung des Gemeinderats schmunzelnd berichtete.

Es sei ein offenes Geheimnis im Ort, dass nicht alle diese freiwillige Abgabe entrichtet hätten, führt Hinterbrandner auf Nachfrage der SN aus. Zwar sei durch diese Weigerung kein großer finanzieller Schaden entstanden, der Schaden sei eher immaterieller Natur. „Es ist ja auch die Frage, wie scharf ist Dein Schwert. Schwarze Schafe kann man höchstens aus dem Tourismusverein werfen“, erläuterte Hinterbrandner. Nachdem nun eine offizielle Satzung über die Erhebung eines Kurbeitrages beschlossen ist, habe man ganz andere rechtliche Grundlagen. Der Beitrag ist verpflichtend.

Gäste, die in Bernbeuren nächtigen, zahlen künftig ab der ersten Nacht 1 Euro, Schüler und Studenten bis 20 Jahre ermäßigt 50 Cent, auch für Familien wird ein geringerer Beitrag erhoben (1 Euro für die erste Person, 50 Cent für jede weitere. Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres sind ebenso befreit wie Schülergruppen auf Bildungsfahrten oder Übernachtungen für gewerblich organisierte Tagungen und Seminare. Weil etwa gerade beim Doldewirt, der seit kurzem unter neuer Leitung steht, viele Monteure unterkommen, sind auch die beruflichen Übernachtungen von einer Kurabgabe ausgenommen. „Wenn ein Monteur abends noch durch die Feuersteinschlucht gehen möchte, soll er das tun, aber er ist ja zum Arbeiten im Bernbeuren“, begründete es Hinterbrandner.

Wie auch schon vorher soll die Abgabe dem Tourismus des Ortes dienen, die Kurtaxe muss sogar, anders als etwa eine Hundesteuer, ausschließlich dafür verwendet werden. Zweifel, dass man genügend Projekte und Aufgaben findet, hatte ohnehin niemand. Die Möglichkeiten reichen vom Druck von Prospekten über den Erwerb einer notwendigen Software bis hin zur Instandsetzung von Wegen.

Eine Neuorientierung bahnt sich auch für den Tourismusverein Bernbeuren an. Der Verein, bisher eher eine Vermietervertretung, soll Heimat für alle werden, die sich in irgendeiner Weise um Bernbeuren bemühen, also nicht nur touristisch gesehen, sondern Aktivitäten, die auch insgesamt den Ort attraktiver machen. „Bernbeuren soll schließlich nicht nur für unsere Gäste schön sein, sondern auch für seine Bewohner“, so Bürgermeister. Wie er verrät, komme es eventuell sogar zu einer Umbenennung. Im Raum steht wohl der Name „L(i)ebenswertes Bernbeuren“.

Ein Termin für die Jahresversammlung steht bereits fest, diese soll am 14. März stattfinden. Da der Verein offiziell bereits seit rund einem Jahr ohne einen Ersten Vorsitzenden ist – Michael Schilling hatte sein Amt binnen kürzester Zeit wieder zurückgegeben – steht die Nachwahl für diesen Posten auf der Tagesordnung. Derzeit gebe es keinen Kandidaten, was Hinterbrandner, der als Zweiter Vorsitzender fungiert, jedoch nicht als Problem ansieht. Er habe zwar mehr Arbeit, und langfristig sei es auch sein Ziel, sich wieder komplett aus der Vorstandschaft zurückzuziehen, der Verein sei jedoch bis zu regulären Neuwahlen handlungsfähig. Geschäftsführerin ist Angela Schweiger, die bei der Gemeinde angestellt ist. Sie soll künftig die Kurtaxe, wie bisher die freiwillige Gästepauschale auch, erheben. Als Beisitzer im Verein fungieren weiterhin Barbara Zach, Josef Wohlfahrt und Eike Weisinger. Ex-Vorsitzender Schilling ist ebenso als Beisitzer aktiv, das Amt der Schriftführerin hat Silke Gebhard inne.

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