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Ein riesiges Spektakel waren die Deutschen Meisterschaften im Fingerhakeln, die in Pflugdorf stattgefunden haben. Und bei denen haben die Hakler vom Gau Auerberg mehr als gut abgeschnitten: Sie gewannen in der Mannschaftswertung vor dem gastgebenden Ammergau. Unser Bild zeigt Christoph Gast (li., 2. im Halbschwergewicht) vom Gau Auerberg in seinem Finalkampf.

Großes Spektakel in Pflugdorf

Auerbergler gewinnen Deutsche Meisterschaft der Fingerhakler

Der Lech liegt quasi vor der Haustür, während die Ammer rund 20 Kilometer entfernt fließt. Dennoch gehören die Fingerhakler aus Pflugdorf zum Ammergau. Die Lechrainer haben jetzt die 58. Deutschen Meisterschaften ausgerichtet, an denen rund 140 Hakler in neun Klassen teilgenommen haben.

Pflugdorf/Bernbeuren – Den Heimvorteil haben die Ammergauer Fingerhakler aber nicht zu nutzen gewusst, denn wie schon bei den Alpenländischen und Bayerischen Titelkämpfen davor, hat sich der Gau Auerberg mit 55 Punkten den Gesamtsieg in der Mannschaftswertung geholt. „Das haben wir ausgiebig gefeiert, zuhause in Bernbeuren sind wir sogar mit einer kleinen Abordnung der Musikkapelle in Empfang genommen worden“, berichtet Monika Arlt, die Schriftführerin vom Gau Auerberg.

Den sechsten Sieg in Folge gegen die Ammergauer, die davor rund sieben Jahre die Haklerszene beherrscht haben, hat zum einen das große Starterfeld der Auerbergler möglich gemacht. Sie haben 37 Aktive auf die Bühne in Pflugdorf gebracht. Im Vergleich zu den gut 20, die die Ammergauer gestellt haben. Und zudem holten sie sich drei Klassensiege und mehrere Podestplätze.

Für die Teamwertung war es zudem wichtig, möglichst viele Hakler unter die ersten sechs zu bekommen, denn dafür gab es jeweils Punkte fürs Gesamtklassement. „Das wird heute nichts mehr, die Auerbergler sind schon zu weit weg“, meinte Hans-Jörg Reßler, der Ammergau-Chef, der im Mittelgewicht Platz zwei belegte. Ebenfalls einen starken zweiten Platz holte sich sein Pendant vom Dauerrivalen vom Auerberg: Hubert Greisel, der vom Halbschwergewicht zu den Senioren 1 gewechselt ist, musste sich nur Günther Zehetmaier (Gau Spessart) geschlagen geben. „Das habe ich nicht erwartet“, freute sich Greisel über den Erfolg. Hinter ihm wurde sein Teamkollege Hans-Peter Reichart Dritter.

Der jubelnde Hubert Greisel  vom Gau Auerberg (2. Senioren 1 schwer).

Vizemeister wurde Hermann Dreher von den Auerberglern bei den Senioren 2. Ganz oben auf das Podest in ihren Klassen, die im Modus Doppel-K.O. entschieden wurden, sprich nach der zweiten Niederlage war man raus, landeten die Auerbergler Hermann Hiltensberger in der Jugend und Max Socher bei den Junioren – bei denen die Burschen vom Auerberg mit 22 Zählern richtig absahnten.

Die Duelle auf der Bühne vor rund 600 Zuschauern dauerten zum Teil nur wenige Sekunden. In Ausnahmefällen gab es aber auch hart umkämpfte Vergleiche, bei denen den Haklern die Anstrengung im Gesicht förmlich abzulesen war. „Der platzt ja gleich“, meinte ein Fan, nachdem der Kopf eines Aktiven immer mehr ins Rötliche wechselte. Wie ernst die Meisterschaften sind, bei denen ausschließlich bayerische Hakler am Start waren, zeigte ein Beispiel eines Leichtgewichtlers: Der legte am Vormittag noch eine Laufrunde ein und strampelte im Daunenanorak bei sommerlichen Temperaturen auf dem Rad, um Pfunde „abzukochen“ und das geforderte Gewicht von 70 Kilogramm zu erreichen.

Derlei Probleme hatten die Schwergewichtler nicht. Bei ihnen dominierte einmal mehr Josef Utzschneider (Gau Werdenfels) das Geschehen. Scheinbar mühelos wuchtete der Dauersieger seine Kontrahenten über den Tisch, um auch in Pflugdorf als Sieger einen der Pokale und Sachpreise mit nach Hause zu nehmen. „Die Pflugdorfer waren ein toller Ausrichter“, gab es hinterher ein dickes Lob vom Chef der Kampfrichter, Franz Socher. Während der Wettkämpfe war er noch völlig neutral, hinterher durfte er sich als Auerbergler aber über den Mannschaftssieg zusammen mit seinen Freunden vom Gau freuen. Und die gehen jetzt als Titelverteidiger in die 59. Deutschen Titelkämpfe im nächsten Jahr, die sie als Ausrichter auf der Schönegger Käsealm veranstalten werden.

Roland Halmel

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