+
Ein prächtiges Bühnenbild bietet sich den Zuschauern in der Auerberghalle in Bernbeuren, wenn das umgearbeitete Kleist-Stück „D´r verbrocha Kruag“ von den Schauspielern der Gruppe „Auerkult“ aufgeführt wird.

Großes Theater-Spektakel in Bernbeuren

Große Bühne für „D’r verbrocha Kruag“

„It traume losse hätt i mir des, dass mir so a Glück hau dürfet..“: So lautet ein Zitat des Dorfrichters Franz Adam Riß in einer der ersten Szenen: Wenn sich am 9. Mai in Bernbeuren der Theatervorhang hebt, präsentiert sich eine großartige Kulisse zu den Aufführungen des Theaterstückes „D´r verbrocha Kruag“

Bernbeuren – Es ist in allen Belangen etwas Besonderes, das Theaterstück, das in Bernbeuren derzeit schwer geprobt wird: Gespielt wird es nämlich nicht nur in der Mundart des Auerberglands, sondern auch auf zwei Stockwerken in sechs verschiedenen Bildern und auch mit prächtigem Ausblick. Oben rechts werden drei bis vier Musiker ihren ständigen Platz haben, zu dem sie an einer Baumleiter hinaufkraxeln werden.

Ihre Musik begleitet das Geschehen auf der Bühne, Pausenmusik wird es nicht geben. Dafür werden neun Fanfaren und eine Pauke – es sind dieselben, die auch beim Georgiritt an diesem Sonntag dabei sind – von Beginn und Pausenende künden.

Seit Mitte Februar dieses Jahres haben die rund 50 Theaterer von „Auerkult“ geprobt, jetzt können sie den Bühnenraum in ihren Kostümen nutzen. Bis zur Premiere werden es insgesamt 27 Proben sein, zum Ende hin sind es drei bis vier pro Woche.

Die Organisatoren Helmut Gehlert, Christian Beer und Josef Wohlfahrt zeigen sich zufrieden: „Wir liegen gut in der Zeit“, sagt Gehlert, der künstlerische Leiter ist und den Dorfrichter Franz Adam Riß spielt.

Ein wenig unglücklich ist der 69-Jährige darüber, dass er sich selbst aufgrund der Doppelaufgabe noch nicht so textsicher fühlt, wie er es abverlangt, doch er ist quasi der Profi, wenn es um das Stück geht: Schon vor 15 Jahren hatte er Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ in die Mundart des Auerberglandes übertragen. Die Aufführungen damals anlässlich der Dorfkulturtage waren ein großer Erfolg.

Rund 30 Minuten kürzer wird das Stück heuer sein, Gehlert hat es überarbeitet, ohne es inhaltlich einzuschränken. Und auch die Kulisse ist dieselbe wie im Jahr 2003: Das Holz dazu – es stammt aus dem Abbruch der Realschule in Schongau – wurde seinerzeit eingelagert. Die erneute Auflage des Stücks mit dem gleichen Team von damals sei auch ein Vorgeschmack auf die bevorstehende 800 Jahr-Feier Bernbeurens im Jahr 2021, zu der die Theatergruppe „Auerkult“ ebenfalls ein großes Projekt starten wird.

Mit Sicherheit wird auch dort das ganze Dorf mit Begeisterung dabei sein, wie etwa auch die Kindergruppe, die beim Stück „D´r verbrocha Kruag“ sowohl musikalisch als auch tänzerisch zum Einsatz kommt. Premiere des Stückes ist am Mittwoch, 9. Mai, um 20 Uhr.

Weitere Aufführungen

sind am 11., 12., 13., 18., und 20. Mai, jeweils um 20 Uhr in der Auerberghalle in Bernbeuren. Je nach Nachfrage können weitere Termine folgen. Karten sind erhältlich in der Tourist-Info in Bernbeuren unter der Telefonnummer 08860/210. Sie können dort abgeholt werden oder auf Wunsch mit der Post zugesandt. Eine Reservierung ist nicht möglich.

Myrjam C. Trunk

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mehr Geld für Praktikanten
Die Marktgemeinde Peiting will Praktikanten, die in gemeindlichen Kindergärten ihr Sozialpädagogisches Seminar absolvieren, künftig besser bezahlen – zumindest ein …
Mehr Geld für Praktikanten
Schrimpf-Häuser: Endlich startet Umbau
In den alten Schrimpf-Häusern am Marienplatz in Schongau soll bald wieder Leben einkehren. Geplant sind 15 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten. Die Planungen sind …
Schrimpf-Häuser: Endlich startet Umbau
Bis zu 1000 Euro: Schulschwänzern droht Geldstrafe
Familien, die vor offiziellem Ferienbeginn in den Urlaub starten, drohen Konsequenzen – das zeigte jüngst eine Polizeikontrolle am Memminger Flughafen.
Bis zu 1000 Euro: Schulschwänzern droht Geldstrafe
Kanalbau, Kulturzentrum und neues Bauland
Die Gemeinde Reichling investiert heuer in den Kanalbau in Gimmenhausen, in die Sanierung der Mehrzweckhalle, in den Happerger und in neues Bauland: Gleich mehrere …
Kanalbau, Kulturzentrum und neues Bauland

Kommentare