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Haslacher See Kiosk: : Pächterin Manuela Keller möchte auf die Wünsche der Besucher eingehen und bietet neu auch einen „Veggie-Burger“ mit an.

Haslacher See wird für Saison vorbereitet

Rotfedern gegen Wasserpest

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Am Haslacher See in Bernbeuren werden die Ärmel hochgekrempelt: Pächterin Manuela Keller ist dabei, den Kiosk auszuwintern. Und der Fischereiverein möchte in den nächsten Wochen vier Zentner Rotfedern einsetzen. Diese sollen helfen, der Wasserpest den Garaus zu machen.

Bernbeuren– Bis man am Haslacher See baden kann, werden noch ein paar Tage vergehen, aber bei schönem Wetter kann man schon bald am See sitzen und bei einem Getränk den Ausblick genießen. „Der Kiosk wird nun ausgemottet“, so Bürgermeister Martin Hinterbrandner in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Manuela Keller, Kiosk-Pächterin seit der vergangenen Saison, hat die Ärmel schon hochgekrempelt. Spätestens zum 1. Mai soll regelmäßig geöffnet sein, aber bei schönem Wetter auch schon Mitte April, zumindest an den Wochenenden schon im Kürze.

Heuer soll es veränderte Öffnungszeiten geben, wie Keller bestätigt: Morgens wird schon ab 9 Uhr geöffnet sein. Und abends von Sonntag bis Mittwoch bis 21 Uhr, Donnerstag, Freitag und Samstag bis 22 Uhr. Nachts bleibt das Tor aber geschlossen. Laut Hinterbrandner dürfe sich auf dem Platz ab 23 Uhr niemand mehr aufhalten, schließlich handele es sich um FFH-Gebiet. Keller begründet dies anders: Sie will Ärger wegen Hundehaufen vermeiden. Offensichtlich halten sich nachts nicht alle Hundebesitzer an das Hundeverbot auf der Liegewiese.

Zu tun gibt es bis zur Öffnung des Kiosks jede Menge. Für die Badenden will die Pächterin heuer wieder Umkleiden anbieten. Hierfür wird in den nächsten Tagen ein kleines Holzhäuschen aufgestellt. Die ehemaligen Umkleiden am Kiosk waren im vergangenen Jahr aus Platzmangel zu einem Lager umfunktioniert worden. „Aber wir wollen nicht, dass sich Badegäste weiterhin in der Toilette umziehen müssen“, so Keller.

Gemeinsam den See sauber machen

Hand in Hand arbeite man an dem Gewässer zusammen, was Daniel Bißle, Vorsitzender des Fischereivereins Bernbeuren, besonders freut. Erst kürzlich hatte man sich gemeinsam mit der Pächterin und Vertretern der Gemeinde getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. „Es geht darum, den See sauberzukriegen“, verdeutlicht Bißle. Gegen die Algen und Wasserpflanzen, vor allem die sogenannte Wasserpest, sollen mehrere Maßnahmen greifen. Zum einen soll das von der Gemeinde beauftragte Mähboot wieder ganze Arbeit leisten. Voraussichtlich soll dieses bereits im April zum Einsatz kommen. Der Verein startet außerdem einen Versuch mit Fischen, die die Pflanzen auf ihrem Speiseplan haben und diese quasi schon im Ansatz vernichten sollen: In den nächsten Wochen sollen 200 Kilogramm Rotfedern eingesetzt werden. Die Kosten von insgesamt etwas mehr als 1300 Euro (330 Euro pro Zentner) übernimmt zur Hälfte der Fischereiverein, je einen Zentner bezahlen die Gemeinde und die Kioskpächterin. Wann diese Maßnahme greift, sei schwierig vorherzusagen. „Das ist für uns auch Neuland“, so Bißle. Aber: „Fischereilich gesehen, ist die Rotfeder uninteressant“, macht er deutlich, dass die Karpfenfische ausschließlich dem See-Putz dienen sollen und nicht etwa auf dem Teller landen. Man könne sie zwar essen, aber die Fischlein werden im Schnitt nur 25 bis 30 Zentimeter groß.

Schilf als natürlicher Filter

Eine weitere Maßnahme soll dann angegangen werden, sobald die wasserrechtlichen Genehmigungen eingetroffen sind und der Boden Ende des Jahres durchfriert. Im Zuge der Renaturierung Hochwasserschutz wird auf Vorschlag und Initiative des Fischereivereins Bernbeuren Wasser am See-Einlauf im Westen umgeleitet. Dieses soll großflächig durch das Schilf fließen, das dann quasi wie eine natürliche Filteranlage fungiert und den Nährstoffeintrag, der für den Pflanzenwuchs im See verantwortlich ist, minimiert. Der Obere Türkenbach, der von Rettenbach aus in den Haslacher See fließt, bringe viel mit sich.

Was bereits in Kürze gemacht werden soll, ist eine neue Betonkante an der Badewiese. Diese schützt vor Verlandung des Sees und ist marode. Verantwortlich ist für diese Arbeiten die Gemeinde, der Fischereiverein hat aber zugesagt, das Niveau des Sees kurzfristig um etwa einen halben Meter abzusenken – um die Arbeiten zu erleichtern. Bißle: „Der Fischereiverein steht da voll dahinter. Wir alle wollen doch auch noch in zehn bis 20 Jahren einen schönen See haben.“

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