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Freuen sich auf den Jubiläumstreff auf dem Auerberg: (v.r.) Josef Schmölz, Markus Socher, Josef Bichlmayr, Georg Geisenhof, Ludwig Sieber, Andreas Hiltensberger, Georg Schuster und Christian Ellenrieder beim Josefitag 2015. 

Josefitreff auf dem Auerberg 

Ein neuer Josef zum Jubiläum auf dem Auerberg

Die Durststrecke ist vorüber: Rechtzeitig vor dem großen Josefitreffen auf dem Auerberg am morgigen Sonntag hat wieder ein Bernbeurer namens Josef das Licht der Welt erblickt. Die Josefs, Josefines und Josefas feiern heuer schon das 25. Jubiläum des auf dem Berg wiederbelebten Feiertags.

Bernbeuren – Lange hat es gedauert, am 16. Januar dieses Jahres war es endlich soweit: Ein Bernbeurer wurde geboren, und seine Eltern werden ihn „Josef“ rufen. Monika Faller vom örtlichen Einwohnermeldeamt muss lange zurückblättern, um weitere neu geborene Josefs oder Josefines zu finden. Aus der jüngeren Geschichte des Orts kann sie einzig eine Josefine vorweisen. Sie kam im Dezember 2009 auf die Welt. „Franz, Xaver, Benedikt, Kilian, Matthias oder Johannes haben wir immer wieder, aber kaum einen Josef“, wundert sich die Gemeindemitarbeiterin.

Um so glücklicher dürften die übrigen Josefs, Josefines und Josefas im Ort sein, dass sie am Sonntag auf Nachwuchs anstoßen können. „Vielleicht ist er ja im Kinderwagen dabei“, blickt Josef Schmölz (63) voraus. Wie viele seiner Namensgenossen freut sich der Zimmerer aus Bernbeuren auf den kommenden Sonntag, 19. März, wenn der Tag des Heiligen Josef, Schutzpatron der Zimmerer, gefeiert wird. Bis 1969 war der Tag in Bayern noch ein gesetzlicher Feiertag. Seit der Abschaffung kämpft die „Königlich Bayerische Josefspartei“ mit Sitz in Aichach vergeblich für die Wiedereinführung.

Am Auerberg wurde der Tag des Heiligen Josef zumindest als Bauernfeiertag vor 25 Jahren wieder eingeführt. Zu verdanken ist das dem damaligen Pfarrer Josef Dolp und seinen Ministranten Josef Wohlfahrt und Josef Waibl. Weil die drei den gleichen Schutzpatron hatten, entwickelten sie die Idee des Josefitreffens, das über die Jahre immer mehr Namensgenossen und Zimmerer auf den Berg lockte. An jedem 19. März des Jahres wird seitdem in St. Georg die Heilige Messe zelebriert, anschließend geht es zum gemütlichen Beisammensein „mit boarischer Musik“ in den darunter liegenden Panoramagasthof.

Zimmerer Josef Schmölz war von Anfang mit dabei, nur einmal hat er gefehlt: „Letztes Jahr ist mir etwas Wichtiges dazwischen gekommen“, entschuldigt er sich. Heuer, zum Jubiläum, ist der 63-Jährige natürlich wieder vor Ort. Er genießt die Gespräche und das gemütliches Zusammensein mit den Josefs um Zimmerer-Kollegen auf dem Auerberg.

Nach der Messe mit Pfarrer Joachim Schnitzer, die heuer schon um 10.15 Uhr beginnt, geht es in den Panoramagasthof. Gitarre und Ziehharmonika werden ausgepackt, es wird musiziert und gefachsimpelt. „A boarische Musi“ und „a griabiger Dischkurs“ seien seit Beginn ergänzender Bestand des Treffens, heißt es. Eine Brotzeit gehört beim Josefitag genauso dazu wie das Bier, das wieder reichlich fließen dürfte. „Der harte Kern bleibt dann bis zum Abend“, weiß Schmölz und lacht. „Aber ich bin aus dem Alter raus.“

Laut Mitbegründer Josef Wohlfahrt ist der diesjährige Josefitag „ein Ausnahmeversuch“. Denn wenn der Josefitag auf einen Sonntag fällt, feierten die Josefs ihn üblicherweise einen Tag vorher, also am Samstag.

Eingeladen sind zu dem Josefi-Treffen auf dem Auerberg am Sonntag alle, vor allem aber Josefs, Josefines, Josefas und Zimmerer.

Jörg von Roland 

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