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Feierten zusammen den Josefitag: Josefs, Josefas und Josefinen sowie Zimmerer aus der Region haben sich im Bernbeurer Gasthaus Doldewirt getroffen.

Josefitreffen in Bernbeuren

Der Namenstag beginnt mit einem Schnaps

Der Josefitag wurde in Bernbeuren wieder kräftig gefeiert. Bereits zum 26. Mal haben sich Josefs, Josefas, Josefinen aus der Region zu ihrem Namenstag am 19. März getroffen. Auch viele Zimmerer feierten ihren Schutzpatron.

Bernbeuren – Vor genau 50 Jahren wurde der Josefitag als gesetzlicher Feiertag in Bayern abgeschafft. Das hindert zahlreiche Josefs, Josefas und Josefinen aus der Region aber nicht daran, jedes Jahr in Bernbeuren zusammenzukommen, um ihren Namenstag zu feiern. Auch Zimmerer sind jedesmal eingeladen, schließlich ist der Heilige Josef der Schutzpatron der Berufsgruppe. Einige Betriebe greifen auf das Angebot zurück und geben ihren Angestellten nachmittags frei, damit sie beim Josefitreffen vorbeischauen können, weiß Organisator Sepp Wohlfahrt. Fünf Zimmereien seien heuer mit dabei.

„Zum 26. Mal treffen wir uns jetzt schon in Bernbeuren“, weiß Wohlfahrt. Die Idee des Josefitreffens hatte er damals zusammen mit Josef Waibl, beide waren Ministranten in Bernbeuren, und dem damaligen Pfarrer Josef Dolp in die Tat umgesetzt. Über die Jahre kamen seitdem immer mehr Namensgenossen und Zimmerer auf den Auerberg. Ausnahmsweise fand das Treffen diesmal allerdings in der Pfarrkirche und im Gasthaus Doldewirt statt, weil die Auerbergkirche renoviert wird.

Mit dabei sind beim diesjährigen Treffen auch wieder acht Personen aus Lengenwang (Ostallgäu) – alles Josefs und Josefinen. Schon seit vielen Jahren kommen sie zusammen zum Josefitag nach Bernbeuren, wie lange genau, wissen sie nicht, aber 14 oder 15 Jahre werden es schon sein, schätzen sie. Über die Jahre hat sich eine Art Ritual entwickelt, wie sie ihren Namenstag feiern. Schon um 10 Uhr treffen sich die Josefs und Josefinen zu einem Namenstagsschnapps, erzählen sie. Weiter geht es dann mit einem Mittagessen in Marktoberdorf. Manchmal hätten sie deswegen schon fast den Gottesdienst in der Auerbergkirche verpasst, sagen sie und lachen. Schließlich hat man sich viel zu erzählen.

Beim Josefitreffen in Bernbeuren gefällt es ihnen gut. Oft seinen sie deswegen erst spät Abends wieder heim gefahren. Während die eine Josefine noch betont, dass das früher so gewesen sei, wirft die andere gleich ein „wart mal ab, noch sind wir nicht daheim“. Lustig geht es zu am Tisch der Lengenwanger.

Und, sie sind alle „echte Josefs und Josefinen, keine Fälschungen“, scherzen sie. Es muss nämlich der erste Name sein, finden sie, nicht nur der zweite oder gar dritte Vorname. Da muss man Prinzipien haben, sind sich alle acht einig.

Viel Spaß hat man auch einen Tisch weiter. Auch hier sitzen fast nur Josefs – mit einer Ausnahme: Maria Hölzl aus Bernbeuren hat zwar keinen Namenstag, sie habe sich das Anrecht da zu sein aber sozusagen erworben, lacht sie. Schließlich hatte ihr Partner die Zimmerei Hiltensberger in Burggen, welche nun Sohn und Schwiegersohn weiterführen. Als eine der ersten Zimmereien waren sie fast von Anfang an beim Josefitag in Bernbeuren dabei. „Wir haben hier schon viele schöne Stunden verbracht. Das Treffen ist richtig toll“, freut sie sich. Deswegen lässt sie es sich auch nicht nehmen, dort vorbeizuschauen. Die Tradition sollte unbedingt beibehalten werden, findet Hölzl.

Mit am Tisch sitzt auch Giuseppe Bassetti aus Schwabsoien – sozusagen als italienische Vertretung des Namens. Erst einmal hat er das Josefitreffen verpasst, da war er weiter weg und konnte nicht kommen. Sonst war er aber immer dabei. Diesmal steht für ihn sogar noch eine weitere Feier zum Thema Josef an: In Schwabsoien werden nämlich 350 Jahre Josephsbruderschaft gefeiert, weiß Giuseppe Bassetti.

Sozusagen doppelten Grund zu feiern hat auch Felix Josef Lang aus Biessenhofen. Er hat nicht nur Namenstag, sondern ist auch Zimmerer, jetzt allerdings im Ruhestand.

Das Josefitreffen sei eine schöne Tradition, finden viele Anwesenden. Schließlich treffe man viele Leute. Auch Personen, mit denen man sonst nicht zusammenkommt. Die Atmosphäre – besonders auf dem Auerberg wie in den vergangenen Jahren – sei schön und die Stimmung ausgelassen. Sie genießen das gemütliche Zusammensein bei bayrischer Musik. Einen Wunsch hätten sie allerdings: der Josefitag soll wieder gesetzlicher Feiertag werden.

Elena Siegl

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