Jubiläum in der Sparkasse Bernbeuren

Authentische und engagierte Lebensleistung von Josef Echtler

Ein Urgestein der Sparkasse geht in Ruhestand: Josef Echtler (61), ist für die Bernbeurer und Burggener Kunden gleichbedeutend mit der Sparkasse vor Ort. Insgesamt 45 Jahre lang hat der Geschäftsstellenleiter „seine“ Kunden beraten, und der Abschied fällt ihm sichtlich schwer.

Bernbeuren – Seine Lebensleistung ist jetzt bei einer Feier im Kollegenkreis gewürdigt worden.

„Wir können uns Sparkasse ohne Josef Echtler noch gar nicht vorstellen“ – darin sind sich seine Kollegen einig. Als „unheimlich kollegial“ loben sie ihn. Er führe als „Boss“ mit leichter Hand. Und die harmonische Atmosphäre wissen auch seine Kunden zu schätzen.

45 Jahre und drei Monate sind vergangen, seit Echtler – damals 16-jährig – seinen ersten Arbeitstag am 16. August 1972 in der Sparkasse Schongau begann. „Wie waren damals sieben Auszubildende“, erinnert sich Echtler. Und dieser Ausbildungsjahrgang hat sich als sehr stabil gezeigt. Zu seinen Kollegen gehören damals Herwig Skalitza, Josef Niggl oder Monika Lossek, den Sparkassenkunden im Landkreis ebenfalls wohl bekannt sind.

Echtler wird schnell klar, dass er in die Kundenberatung gehört. „Wenn ich mir vorstelle, dass ich irgendwo in der Hauptbuchhaltung verschwunden wäre, wäre ich wohl nicht so lange geblieben“, sagt der Banker überzeugt. Relativ schnell nach Ende der Ausbildung im Jahr 1975 übernimmt er ein Jahr später die Leitung der Geschäftsstelle in Burggen. Dort kommt der damals 20-Jährige bei den Kunden gut an.

Sein heutiger Chef Richard Arnold, Vorstandsmitglied der Spatkasse Oberland, erinnert sich gerne daran, dass er als 5-jähriger Bub von Echtler das erste Sparkonto eingerichtet bekam. „Es war damals eine ganz andere Welt“, sagt Echtler, der in Burggen sieben Jahre lang als Einzelkämpfer vor Ort war. Er kennt seine Kunden, kommt zum Beratungsgespräch auch zu ihnen nach Hause, Konten werden auch „am Küchentisch“ eröffnet.

Die Finanzwelt sei damals eine andere gewesen, so Echtler. In der Hochzinsphase habe es nur ein großes Ziel gegeben: Spareinlagen. Heute habe man „einen ganzen Bauchladen voll Zielen“. 1989 wechselt Echtler in sein Heimatdorf Bernbeuren als Geschäftsstellenleiter der neugebauten Sparkassenfiliale und übernimmt 1997 die Leitung beider Filialen in Bernbeuren und Burggen.

In seiner Laudatio lobte Sparkassendirektor Alexander Schmitz Echtlers Lebensleistung für die Sparkasse als „authentisch und engagiert“ – und als „vertrautes Gesicht“ für die Kunden. Und versichert gleichzeitig, dass es nach dem Weggang Echtlers Ende November keine Pläne zur Veränderung an den beiden Standorten gibt.

Den lang gedienten Banker zu ersetzen, bedarf es jedoch gleich zwei Personen: Die Beratungstätigkeit übernimmt Vermögensberater Martin Linder (22) aus Sachsenried, die Verwaltung obliegt künftig Sebastian Walter, Geschäftsstellenleiter in Steingaden.

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wobei das weinende schon sehr mit Tränen gefüllt ist“, sagte Echtler bei seiner offiziellen Verabschiedung. Er sei immer gerne bei der Sparkasse gewesen, habe seinen Beruf geliebt und die Sonnentage hätten überwiegt. Die Wertschätzung seiner Kunden zeige ihm, „dass er doch einiges richtig gemacht habe“, sagt er bescheiden. Sein Erfolgsrezept sei gewesen, „immer einen Schritt mehr zu tun, als der Kunde erwartet“. Wichtig dabei sei auch gewesen, die Menschen zu kennen und zu wissen, was zu ihnen aus Sparkassensicht passe, sagte Echtler, der ab Dezember für zwei Jahre freigestellt ist, bevor er tatsächlich in Rente geht.

Echtler, der schon immer seinen Urlaub am liebsten in Bernbeuren verbringt, im Kirchenchor singt und bis vor kurzem in der Musikkapelle Posaune gespielt hat, wird sich seinen Worten nach dann „gerne mehr Zeit fürs Frühstück und die Zeitungslektüre nehmen“, Walken und sich im Sommer auf sein neues E-Bike schwingen. Auch hat er sich ein „kleines Motorrad“ zugelegt und wird damit bei schönem Wetter Ausflüge machen.
Myrjam C. Trunk

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