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Ein Kleinod auf dem Kienberg: Der Turm der Kapelle ist stark verwittert und wird saniert.

Kapelle St. Michael auf dem Kienberg

Schmuckstück wird weiter verschönert

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Es ist ein Kleinod, das da oben auf dem Kienberg thront: Die Kapelle St. Michael. Die Katholische Kirchenstiftung Rettenbach möchte den Turm sanieren, es fehlt nur noch das Häkchen des Denkmalschutzes. Der ehemalige Besitzer, Xaver Kaufmann, hat seine Schenkung an die Kirchenstiftung nie bereut.

Bernbeuren– Es ist nur eine kleine Baumaßnahme an der Kapelle St. Michael, doch zeugt sie davon, dass die Katholische Kirchenstiftung sich ihres Schmuckstücks bewusst ist. Gelegen auf der Anhöhe über dem Haslacher See, eröffnet sich dem Wanderer ein herrlicher Blick auf Wiesen, Wälder und die Berglandschaft. Das Kirchlein scheint in gutem Zustand, ist es doch auch erst 1979 nach der Schenkung an die Pfarrgemeinde St. Vitus Rettenbach grundlegend renoviert worden.

Dass sich die Kirchenstiftung weiter gut kümmert, freut die Familie Kaufmann, allen voran Xaver Kaufmann als ehemaligen Besitzer. Geplant ist jetzt, den Turm zu sanieren. Dadurch wird die Außenansicht der Kapelle optisch zunächst erst einmal verändern. Denn weil die Schindeln am Turm stark verwittert sind und die Gefahr besteht, dass Feuchtigkeit eindringt, hatte Kaufmann vorgeschlagen, die Spitze sowie die beiden Kragen in Kupferblech auszuführen und lediglich die senkrechten Teile des Turms mit neuen Schindeln aus Lärchenholz zu versehen. Die Zwiebel wird also zunächst einmal weithin leuchten, doch nach einer Weile oxidiert das Kupfer, das neue Holz verwittert und gleicht sich farblich wieder an. Die übrige Fassade bleibt unangetastet. „Da halten die Schindeln noch eine Weile“, sagt Kaufmann. Warum diese Ausführung? Früher sei die Kapelle schon mit einer verzinkten Blechkuppel ausgeführt gewesen.

Wenn Xaver Kaufmann zurückblickt, spürt man, wie sein Herz, und natürlich das seiner Frau Marianne, an dem kleinen Gotteshaus hängt. Der Tiroler Altar aus dem Jahr 1674 ist vermutlich ein Hausaltar des benachbarten Hofes, den er von Vater Xaver und Mutter Maria Anna Kaufmann übernommen hatte. Der damalige Landwirt Michael Schilcher war es auch, der den Auftrag an den Füssener Steinmetz und Baumeister Johann Georg Fischer erteilte, die Kapelle zu bauen. Das war im Jahr 1727. In einer kleinen Broschüre, die in der für jeden zugänglichen Kapelle ausliegt – wenn nicht geöffnet ist, gibt es den Schlüssel direkt bei Marianne Kaufmann –, ist dann erst wieder die Jahreszahl 1953 aufgelistet. Damals erfolgte eine Restaurierung von Altar und Heiligenfiguren. Beauftragt worden war Matthias Kraut, Kirchenmaler aus Bernbeuren. Das Altarbild – gemalt um 1730 von Bernhard Ramis – zeigt eine Darstellung des Heiligen Michael, der mit gezogenem Schwert über dem gestürzten Luzifer, dem Sinnbild des Bösen, steht.

Das Altarbild ist derzeit jedoch nicht zu sehen. Marianne Kaufmann hat im Monat Mai die Madonna in den Mittelpunkt gesetzt. Das Deckengemälde zeigt die Himmelfahrt Mariens. Historiker vermuten, dass es von Johann Baptist Heel aus Göggingen/Augsburg stammt, der auch die Bernbeurer Pfarrkirche gestaltet hat. Das Deckenbild musste nur leicht ausgebessert werden. Die seitlichen Bildfelder dagegen wurden Anfang der 80er Jahre von einem Kirchenmaler Wagner aus Bad Bayersoien neu gemalt. Die Heiligenfiguren stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sie zeigen St. Ulrich, St. Paulus, St. Stephanus und St. Sylvester. Der Kreuzweg aus dem Jahre 1770 ist signiert von Franz Anton Wassermann aus Schongau.

Vor der Schenkung sei die Kapelle in einem sehr schlechten Zustand gewesen, erinnert sich der ehemalige Besitzer. Die Wände aus Tuff- und Sandstein seien mit Moos bewachsen gewesen, teilweise bis hoch zu den Fenstern. „Wichtig war, die Feuchtigkeit wegzubekommen“, so Kaufmann. Ein Sachverständiger der Kirche bescheinigte dann, was Kaufmann befürchtet hatte – eine sachgemäße Renovierung würde seine finanziellen Mittel um ein Vielfaches übersteigen. Er entschloss sich zur Überlassung an die Pfarrei St. Vitus Rettenbach. Und sagt heute: „Das habe ich noch keine Sekunde bereut.“ Das Kirchlein wird über das ganze Jahr hinweg gerne besucht, erst kürzlich etwa zur Maiandacht. Auch Gruppen des Landjugendhauses am Kienberg sind immer wieder gerne dort zu Gast.

Die Kirche liegt zwar auf Bernbeurer Flur, gehört aber kirchlich zu Rettenbach. Rund 12 000 Euro sind für die Spengler- und Schindeler-Arbeiten angesetzt, berichtet der dortige Kirchenpfleger Johannes Schneider. 60 Prozent der Kosten übernimmt die Diözese, 40 Prozent die Pfarrgemeinde. Ein Teilbetrag ist bereits durch den Erlös beim Pfarrfest, dem Michele-Fest, zusammengekommen.

Der Gemeinderat Bernbeuren stimmte in seiner jüngsten Sitzung der Sanierung einstimmig zu, um dem Verfall und dem Schaden der Bausubstanz vorzubeugen.

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