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Sie wollen für die WLB in den Gemeinderat (v.l.): Silvia Morasch, Karl Schleich, Dagmar Angerhofer, Rupert Holzamer und Michael Kohler.

Kommunalwahl 2020

Lebendiges Bernbeuren: Karl Schleich bläst zum Marsch aufs Rathaus

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Die Bernbeurener bekommen im März zum ersten Mal seit 40 Jahren die Gelegenheit, bei der Kommunalwahl 2020 Kandidaten einer zweiten Liste in den Gemeinderat zu wählen. Karl Schleich wurde zum Bürgermeister-Kandidaten gekürt.

Bernbeuren – Schleich, der sich nach 2014 nun ein zweites Mal für das Amt des Bürgermeisters bewirbt, verbreitete bei der Aufstellungsversammlung reichlich Aufbruchstimmung: „Bernbeuren kann wesentlich mehr, als momentan passiert“, sagte er den gut 160 Gästen in der Auerberghalle, von denen 46 wahlberechtigt waren. Viele der Besucher hatten schon in der Woche davor ihre Stimmen bei der UWG abgegeben. Ihrem Applaus nach zu schließen, gefiel ihnen aber auch, was der 51-jährige WLB-Kandidat am Donnerstag zu sagen hatte.

In sieben Minuten versuchte Schleich zu erklären, was seiner Ansicht nach alles schief läuft in Bernbeuren. Der Ort könnte schon längst einen Verbrauchermarkt haben, meinte er mit Blick auf das Tauziehen um den Schnitzerstadel und mögliche andere Standorte. Schleich bemängelte vor allem, dass viele Diskussionen abseits der Öffentlichkeit geführt werden. Drei Viertel der Themen würden im Gemeinderat hinter verschlossenen Türen behandelt. Dabei gebe es nur drei Punkte, die nichtöffentlich diskutiert werden müssen, betonte Schleich und nannte Steuer- und Sozialgeheimnis, Personalangelegenheiten und Grundstücksfragen. Alles andere möchte der 51-Jährige in Zukunft mit dem Gemeinderat öffentlich diskutieren: „Dafür stehe ich ein, und das will ich“, machte Schleich klar.

Schleich verspricht frischen Wind für Bernbeuren

In seinem Rundumschlag sparte der WLB-Kandidat, der als Case-Manager in der Herzogsägmühle arbeitet, auch die Gemeindefinanzen nicht aus. „Bernbeuren sollte doch keine Finanzprobleme haben“, wunderte sich Schleich. Der Ort habe zwar keine Großbetriebe, „aber einen sehr guten und leistungsstarken Mittelstand“, der einen erheblichen Teil Gewerbesteuer zahle. Der Vater von zwei erwachsenen Töchtern brachte in dem Zusammenhang seine Verwunderung zum Ausdruck, dass man es nicht schafft, jungen Bernbeurener Unternehmen geeignete Grundstücke zur Verfügung zu stellen. „Das ist ein Unding, das geht so nicht weiter“, so Schleich, der der Versammlung versprach: „Ich möchte mehr frischen Wind nach Bernbeuren reinbringen.“ Denn Ideenlosigkeit bedeute nicht nur Stillstand, „sondern Rückschritt.“

Überzeugende Ansprache: Anhänger und Gäste verfolgten gespannt die Vorstellung des Bürgermeisterkandidaten Karl Schleich.

Die Wahl des Case-Managers zum Bürgermeister-Kandidaten der WLB war im Anschluss reine Formsache. Er bekam 42 der 46 Stimmen, vier waren ungültig. Um seine Ambitionen zu untermauern, ließ sich Schleich dann auch als Kandidat für die Gemeinderats-Liste der WLB aufstellen.

Zweite Gemeinderatsliste neben der UWG

Dass es diese überhaupt gibt, ist bekanntlich ebenfalls dem gebürtigen Bernbeurener zu verdanken. Etliche Leute im Ort hatten Schleich gebeten, eine zweite Gemeinderats-Liste neben der UWG ins Leben zu rufen. Bei den Kommunwahlen 2014 blieb dafür nicht mehr genug Zeit. Nach seiner Niederlage als Bewerber für die Bürgermeisterkandidatur bei der UWG hatte Schleich flugs „Lebendiges Bernbeuren“ ins Leben gerufen. Und das mit beachtlichem Erfolg: Bei der Bürgermeisterwahl verlor er nur ganz knapp gegen den amtierenden Rathauschef Martin Hinterbrandner (wir berichteten).

Fünf Kandidaten für den Gemeinderat

Der 51-jährige Schleich hatte in den vergangenen Monaten jetzt im Ort kräftig die Werbetrommel gerührt, um möglichst viele Kandidaten für die WLB-Liste zu gewinnen. Einfach war es nicht, berichtete er jetzt bei der Versammlung. Viele winkten aus beruflichen und familiären Gründen ab. Einige scheuten aber auch die Konfrontationen, die das Ehrenamt mit sich bringt: „Wir halten sowas nervlich nicht aus“, hatten sie Schleich gesagt. Letztlich fanden sich neben ihm vier Freiwillige, „die sich einsetzen und den Kopf hinhalten“, so Schleich

Die Liste:

Karl Schleich (44 Stimmen), Rupert Holzamer (41), Michael Kohler (41), Dagmar Angerhofer (33), Silvia Morasch (23).

Lesen Sie auch:

Bürgermeisterwahl in Bernbeuren: Karl Schleich will es nochmal wissen.

Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) in Bernbeuren schickt Josef Köpf als Bürgermeisterkandidaten in die Kommunalwahl 2020. Amtsinhaber Martin Hinterbrandner erlitt bei der Aufstellungsversammlung am Dienstag eine krachende Niederlage.

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