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Strabonfigur auf dem Auerberg mit den Gästen der Enthüllung. Gastgeber Volker Diehl (hinten 3.v.re.), Bildhauer Josef Walk (3.v.li.), Festredner Wilfried Stroh (links neben Strabon).

Kunstwerk enthüllt

Strabon als neue Attraktion auf dem Auerberg

Der Auerberg ist um eine Attraktion reicher. Am vergangenen Freitag wurde die von Bildhauer Josef Walk gestaltete Figur des antiken griechischen Geschichtsschreibers und Geographen Strabon enthüllt. Gestiftet hat sie Volker Diehl.

Bernbeuren – Seit Jahren erforscht Volker Diehl, der in Stötten am Auerberg aufgewachsen ist, die Geschichte des Auerbergs und ist überzeugt, dass einst auf dem Gipfel die keltische Stadt Damasia angesiedelt war. Hinweise auf diese Theorie, die in der Fachwelt bislang als unwahrscheinlich gilt, fand er in den Schriften des Strabon, der von einer Reise vom Bodensee nach Augsburg berichtet und in ebendiesem Damasia Station gemacht hat.

Weitere Hinweise lieferten ihm außerdem aufwändige Bodenuntersuchungen, die zeigen, dass auf dem Auerberg tief im Untergrund altes Mauerwerk verborgen liegt.

Strabon lebte etwa in der Zeit von 63 vor Chr. und 23 nach Chr. und stammte aus einer vermögenden Familie. Er wurde von einem Privatlehrer unterrichtet und studierte später in Rom. Von dort aus unternahm er vor allem in den Jahren 16 bis 20 vor Chr. zahlreiche Reisen und schildert in seinen Schriften Dinge, die ihm interessant erschienen.

Volker Diehl wies in seiner Festrede auf die römische Sitte, mit Sklaven Seeschlachten nachzustellen, hin. Ein solches Spektakel habe Strabon am Bodensee miterlebt, bevor er auf der Route nach Augsburg an Damasia vorbeikam.

„Strabon war der erste und einzige, der Damasia erwähnt hat“, betonte Volker Diehl. Das ist der Grund, warum er ihm auf dem Auerberg, wo nach seinen Erkenntnissen die sagenumwobene Siedlung gelegen hat, unbedingt ein Denkmal setzen wollte.

Josef Walk aus Roßhaupten gestaltete die Statue nach einem alten Relief, das Strabon zeigt. Mit Denkermiene, den Blick in die Ferne gerichtet, steht er an der Terrasse des Panoramagasthofs auf dem Auerberg und blickt in Richtung Augsburg.

„Ohne Volker Diehl wäre diese Figur nicht entstanden“, betonte Heinz Engl, der im Auftrag des Gastgebers die Anwesenden, darunter Altbürgermeister Heimo Schmid, begrüßte.

Als Festredner konnte Volker Diehl den Philologen und emeritierten Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität, Wilfried Stroh, aus München gewinnen. In seiner Rede ging er auf die Bedeutung der griechischen Sprache ein, der das Lateinische heute den Rang abgelaufen hat. Den Grund dafür sieht er in der Tatsache, dass die Römer als einziges Volk der Antike die Errungenschaften der Griechen in ihrer Sprache nachgestalteten.

Das Griechische wurde im Laufe der Jahrhunderte weniger wichtig, da Quellen, zum Beispiel die Schriften Platons, aus dem Lateinischen bezogen werden konnten.

Für die Gäste der Veranstaltung gab es neben der Denkmalsenthüllung und zwei kurzweiligen, lehrreichen Vorträgen auch noch ein viergängiges, griechisch-römisch inspiriertes Festmahl, das von Eike Weissinger, Wirtin des Panoramagasthofs auf dem Auerberg, aufgetischt wurde.

VON URSULA FRÖHLICH

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