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Gemeinsame Feiern in Schongau und Bernbeuren

„Massenabfertigung“ bei Firmung?

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Die Firmung bekommt in der Diözese Augsburg 2018 ein völlig anderes Gesicht. Nicht nur, weil die Firmlinge nun im Schnitt zwei Jahre älter sind. In einigen Pfarreiengemeinschaften (PG) gibt es zu wenig Firmlinge. Erstmals sollen deshalb die rund 40 Kinder der PG Bernbeuren in Schongau mitgefirmt werden. Nicht nur die Eltern sind verärgert.

Bernbeuren„Da braucht sich die liebe Katholische Kirche nicht wundern, dass immer weniger junge Menschen in die Kirche gehen, wenn das Persönliche fehlt und alles in Massen abgefertigt wird.“ So reagierte die Mutter eines Firmlings der Pfarreiengemeinschaft Bernbeuren auf die Ankündigung, die Firmung eventuell nach Schongau zu verlegen. Dies war schon als Gerücht vor dem 1. Firmelterntreffen durch das Dorf gewabert, Joachim Schnitzer hatte es dann bestätigen. Dabei ist der Bernbeurer Pfarrer selbst alles andere als glücklich. „Mir sind die Hände gebunden“, sagt er. Zwei Mal sei ein Brief aus Augsburg von der Diözese gekommen mit der Vorgabe, bei weniger als 50 Kindern die Firmungen gemeinsam mit einer anderen Pfarreiengemeinschaft zu feiern. „Natürlich wäre es mir anders lieber. Aber ich kann mich doch nicht gegen Augsburg stellen und was die Zahl anbelangt nicht lügen“, so Schnitzer.

Grundsätzlich sind also die Weichen gestellt worden, dass die Kinder aus Bernbeuren, Burggen und Ingenried in Schongau mitgefirmt werden, voraussichtlich in Verklärung Christi. „Pfarrer Norbert Marxer hätte nichts dagegen“, sagt Schnitzer. Wobei Schongaus Stadtpfarrer selbst nicht allzu begeistert ist – natürlich nicht wegen der Bernbeurer Kinder, sondern wegen der dann sehr großen Firmung. Denn werden PGs zusammengenommen, könnten, je nach Anmeldung, rund 90 Firmlinge zusammenkommen. „Unser Anliegen ist es, dass die Firmung möglichst individuell bleibt, dass es nicht zu einer großen Massenveranstaltung kommt.“ Marxer ergänzt: „Ich bin noch dabei das abzuklären, wie genau diese Zahlen ausgelegt werden müssen, ob man die 50 nicht auch als Orientierungswert sehen kann.“

Offiziell informiert werden die Schongauer Firmeltern erst nach dem ersten Firmgottesdienst. „Aber einige Eltern haben dies bereits spitzbekommen, das Wort ,Massenabfertigung’ geht schon um, und das ist auch gerechtfertigt“, weiß Mechthild Gerbig, die in Schongau für die Firmvorbereitung zuständig ist. Sie befürchtet, dass die Firmung bei so vielen Firmlingen sehr unpersönlich werden könnte, da der Firmspender für die einzelnen Kinder nur wenig Zeit habe. „Das finde ich problematisch, ich möchte, dass die Kinder persönlich angesprochen werden und von diesem Augenblick der Firmspendung etwas haben.“

Die Bernbeurer Eltern reagierten beim ersten Infoabend teilweise entsetzt: Eine spontane Unterschriftensammlung wurde gestartet und samt eines Briefes an Bischof Konrad Zdarsa weitergeleitet. „Der Kirche sollte gerade die Jugend sehr am Herzen liegen“, schrieb Firmmutter Kathrin Zillenbiehler an den Augsburger Bischof. Ein überschaubarer, persönlicher Rahmen könne viel mehr dazu beitragen, dass sich die Jugend in der Kirche beheimatet fühle. „Manche Eltern überlegen gar, ob sie ihr Kind überhaupt firmen lassen sollen“, weiß Zillenbiehler.

Eine Firmung in der PG stärke nicht nur das Verbundenheitsgefühl, sondern gewährleiste auch, dass der Firmgottesdienst als Familie begangen werden könne.

Eine ausführliche Anfrage der Schongauer Nachrichten an die Diözese Augsburg wird von dort knapp und äußerst ausweichend beantwortet. Laut Kirchenrecht könne der Diözesanbischof die Firmung persönlich spenden oder aber dafür sorgen, dass sie durch einen anderen Bischof gespendet werde, schreibt Karl-Georg Michael, Leiter Kommunikation im Bischöflichen Ordinariat. „Im Fall einer Notlage kann er auch einem oder mehreren Priestern die Befugnis verleihen, das Firmsakrament zu spenden.“ Konkrete Informationen zur Firmung in der PG Schongau und Bernbeuren gibt es „mit Blick auf die Größe unseres Bistums und das sehr aufwändige Verfahren einer Terminfindung“ nicht. „Der Firmplan wird gerade im Bischofshaus zusammengestellt und bis Ende des Jahres im Amtsblatt der Diözese Augsburg veröffentlicht.“ 

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