Die Ortsdurchfahrt in Bernbeuren soll verbessert werden.

Ortsdurchfahrt Bernbeuren

Landkreis gegen sicheren Überweg

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Die Bernbeurer Ortsdurchfahrt war wieder Thema im Gemeinderat. Diesmal ging es um eine bessere Sicherheit. Doch daraus wird nichts.

Bernbeuren – Dass die Bernbeurer Ortsdurchfahrt weiterhin Kopfzerbrechen bereitet, erfuhren die Gemeinderäte in der Sitzung. Zwar ist die Planung fertig und die Ergebnisse der Ausschreibung werden ausgewertet. Jedoch ist die versprochene Verbesserung der Sicherheit speziell für Schulkinder gestrichen worden – vom Landkreis. Mehrfach hatte man mit den Fachleuten der Behörden überlegt, wie der Übergang an der Kreisstraße speziell für Schulkinder sicherer werden könne. Zebrastreifen oder gar Querungshilfen wurden diskutiert, kamen aber nicht in Betracht – wegen vorgetäuschter Sicherheit für die Fußgänger sowie zu enger Fahrbahn wurden diese Punkte vom Landkreis und Staatlichem Bauamt nicht weiter verfolgt.

Zuletzt lag der Vorschlag auf dem Tisch, an zwei Stellen die Fahrbahn mit einem auffälligen, farbigen Asphalt zu versehen. „Man hat mir nun aber mitgeteilt, dass es die beiden Abschnitte Farbasphalt nicht geben wird“, musste Bürgermeister Martin Hinterbrandner dem Gemeinderat mitteilen. Der Landkreis Weilheim-Schongau habe dies aus Haftungsgründen abgelehnt, erläuterte er, was nach seinen Worten auch der planende Ingenieur beim Staatlichen Bauamt bedauere. Bei einem Unfall könne ein findiger Anwalt Ansprüche ableiten, sei die Begründung für die Ablehnung gewesen. Zwar habe der Landkreis argumentiert, dass es bei einer Farbasphaltierung plus zusätzlicher Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 und einer entsprechenden Beschilderung vermutlich kein Haftungsproblem gebe. Aber die Erfahrung zeige, dass an Kreisstraßen in der Regel keine Geschwindigkeitsreduzierung angeordnet werde. Auch das Aufstellen vieler Schilder werde grundsätzlich als schwierig angesehen. „Und der aufgeklärte Verkehrsteilnehmer weiß, dass er nicht einfach über die Straße gehen darf“, schüttelte der Rathauschef den Kopf. Er habe die Landrätin Andrea Jochner-Weiß bereits persönlich auf die Entscheidung aus ihrem Hause angesprochen und ihr die Ablehnungsgründe ebenfalls weitergeleitet. Hinterbrandner: „Ich halte es für sehr bedauerlich: So viel Aufwand, und jetzt ist es nicht möglich, auch nur irgendetwas für die Sicherheit zu tun.“

Was nicht abschließend geklärt in der Sitzung geklärt werden konnte, war die Kostenaufteilung für die Sanierung der WM 3 zwischen Gemeinde und Landratsamt. Speziell geht es um den Bereich der Stützmauer „Am Graben“ – hierfür müsse ein anderer Abrechnungsschlüssel gefunden werden. Daher hat der Gemeinderat die Entscheidung über die Bauvereinbarung bis zur nächsten Sitzung verschoben, die voraussichtlich in der zweiten Osterferienwoche stattfinden wird – also eine Woche früher als geplant. Eventuell kommt es auch zu einer Kostensteigerung für die Gemeinde, da sich herausgestellt hat, dass der betonierte Kanal, in dem der Bach verläuft, recht kaputt ist und neu gemacht werden muss. Der Mehraufwand beläuft sich voraussichtlich auf rund 25 000 Euro. Bis zur nächsten Sitzung weiß man dann auch, ob die Gemeinde einen Nachtragshaushalt braucht, wie weit die Angebotssummen wegen der derzeit hohen Preise von der Kostenrechnung des Ingenieurs entfernt liegen. Dieser bekommt außerdem den Auftrag, die Breitbandverlegung, für die es grünes Licht gibt, in die neue Straße zu begleiten.

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