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Imposanter Anblick: Das schöne Wetter lockte zahlreiche Besucher zum Georgiritt auf den Auerberg. 

Perfekte Bedingungen am Auerberg

Georgiritt ohne Zittern und Bangen

Rund 150 Pferde und strahlend blauer Himmel beim Georgiritt auf dem Auerberg Bernbeuren: Endlich wieder ein Jahr, in dem der Georgirittverein die Brauchtumsveranstaltung zu Ehren des Heiligen Georgs ohne Zittern und Bangen organisieren konnte.

Bernbeuren – Die Besucherzahlen waren dank des Wetters dementsprechend und so bot sich den Reitern auf dem Weiheplatz unterhalb der Auerbergkirche ein imposantes Bild auf den gutbesetzten Hügel, auf dem sich die zahlreichen Gläubigen ein Plätzchen im Gras gesucht hatten. Ob Kaltblut, Warmblut, Haflinger oder Pony: Es waren bei rund 150 Tieren einige Rassen vertreten, die sich mit ihren Reitern den Segen Gottes abholten.

Den Feldgottesdienst zelebrierten mit Franziskanerpater Michael Hubatsch aus Füssen, Bernbeurens Pfarrer Joachim Schnitzer, Stöttens Pfarrer Sajimon Vargese und Dr. Andreas Rudiger aus Konstanz/Petershausen gleich vier Geistliche. Die Festpredigt übernahm Pater Hubatsch, der auf den Monat April (vom lateinischen aperire: öffnen) einging und damit auch Vergleiche zu einem christlichen Leben zog. Wie sich die Natur öffnet, solle sich der Mensch für das Gute öffnen und den Frühling in das Herz einziehen lassen. Ein Maler habe mal gesagt, dass die Farbe Grün nie so schön und echt ist wie im Frühling. „Darüber hinaus ist die Farbe Grün harmonisierend und wirkt beruhigend und ausgleichend“, so der Pater weiter. Hubatsch wünschte sich, dass der Mensch immer in Verbindung mit Gott und der Schöpfung sei und „auch der Himmel ist ja nur ein Gebet weit entfernt“. Der Heilige Georg sei für Hubatsch das Symbol christlicher Tapferkeit, der den Drachen als Sinnbild des Bösen mit der richtigen Einschätzung, sowie Mut bezwungen habe.

Georgritt 2018 auf dem Auerberg: die Bilder

Die Musikkapellen aus Bernbeuren und Rettenbach bereicherten die Messe, sowie den Umritt und spielten mal einzeln und mal zusammen unter der Leitung der beiden Dirigenten Ulrich Bielmeier und Richard Holl. Ein kleines Jubiläum feierte außerdem der vom Männerdreigesang (Manfred Karlinger, Peter Völk und Karl Knappich) vorgetragene Georgsschwur, welcher 1973 von Josef Kraus, einem ehemaligen Musikdirektor aus Schongau, gesetzt wurde und somit seit 45 Jahre Bestandteil des Georgiritts ist.

Bei der Heldenehrung wurden zwei schwarze Pferde mit Soldatenhelmen auf dem Rücken vor den Altar geführt, um den gefallenen Soldaten des Kriegs zu gedenken. Die Auerberger Fanfarengruppe hatte wieder einige Stücke einstudiert wie den Fehrbelliner Reitermarsch, die Festfanfare, den Kreuzrittermarsch oder den Laridah Marsch.

In drei Reiterzügen ging es anschließend nach oben zum Parkplatz unterhalb der Kirche. Aufgrund der Renovierungsarbeiten konnte der Ritt heuer nicht um das Gotteshaus herumführen. Pfarrer Schnitzer, Pater Vargese und Pfarrer Rudiger stiegen hierzu ebenfalls aufs Pferd und gliederten sich hoch zu Ross in den Zug mit ein. Der Heilige Georg (Georg Greisel aus Stötten) glänzte mit Standarte in der Hand in seiner goldenen Rüstung von einem Schimmel herab. Aber auch der Herold, die römischen Reiter, die Fanfarengruppe, die Knappen und die 22 Fahnenabordnungen der umliegenden Vereine rundeten das Fest, welches bereits seit 1925 Tradition hat, ab. Zu Gast waren zudem viele Reiter aus den umliegenden Gemeinden, welche in Tracht oder im Reiterdress teilnahmen.

Feuerwehr und Rotes Kreuz hatten den Verkehr und die warmen Temperaturen hervorragend im Griff. Georgiritt-Vereinsvorsitzender Max Sprenzel zeigte sich heuer mit Ablauf und Wetter mehr als zufrieden und ließ den Tag mit seiner Vorstandschaft, den zahlreichen Helfern, den Mitwirkenden und Besuchern gemütlich ausklingen.

Von Kathrin Zillenbiehler

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