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Ab sofort geöffnet: Das Lädele von Bernbeuren 

Nahversorgung mit Lebensmittel

Projekt Dorfladen erfolgreich angelaufen

Mit der Eröffnung des „Lädele“ ist die Versorgung der Bernbeurer zumindest nach den derzeitigen Planungen für ein Jahr wieder gesichert. Neben Backwaren gibt es dort viele Grundnahrungsmittel, was vor allem ältere Menschen zu Gute kommt. Für die Abwicklung des täglichen Geschäfts sind die vier Angestellten gemeinsam zuständig.

Bernbeuren – Es ist 6.45 Uhr im Lädele. Margit Grotz, Anita Schorer, Monika Schorer, sowie Barbara Egner warten gespannt auf den Ansturm, der für eine Eröffnung natürlich auch gewünscht ist. Drei der Damen waren bereits zuvor zwischen 20 und 24 Jahren bei der Bäckerei Heiligensetzer angestellt, bevor im Mai das überraschende Aus kam. Jetzt ein halbes Jahr später sind sie wieder in ihrem Element, und man sieht ihnen die Freude an, wenn sie die alte Stammkundschaft begrüßen und bereitwillig über das neue bzw. großteils alte Sortiment informieren.

Als Frühaufsteher betrat Jakob Bißle als erster den Laden und holte Frühstück für seine Familie. Mit einem Gläschen Sekt wurde mit Bürgermeister Martin Hinterbrandner und seinem Stellvertreter Markus Socher angestoßen, und dann füllte sich das Geschäft zügig mit zahlreichen hungrigen Bernbeurern, die alle gespannt auf die neuen Backwaren waren. Für diese ist die Landbäckerei Sinz aus Durach zuständig, die täglich morgens einen Grundstock an Broten, Vollkorn- und normalen Semmeln und süßen Teilchen liefern wird.

Der Aufbackofen ist vor allem für die Brezen-Teiglinge und Croissants bestimmt, die frisch einfach am besten schmecken, erklärt Anita Schorer. Die vier Frauen bekamen bei Sinz eine Führung, konnten die Ware probieren und möchten betonen, dass dort alles ohne Zusatzstoffe hergestellt wird. Eine technische Einführung zum Ofen wurde abgehalten, und dank der Kulanz des Lieferanten ist es in den ersten beiden Wochen finanziell noch kein Risiko, sollten sich die Angestellten bei der Bestellung grob verschätzen.

„Die nächste Zeit wird ohnehin spannend, und wir müssen uns natürlich langsam reinfinden“, geben alle Vier gerade heraus zu. Denn neben den Backwaren, die über Sinz – sprich Feneberg – bezogen werden, gilt es auch eine wöchentliche Bestellung für das übrige Sortiment bei der Firma Utz in Ochsenhausen zu tätigen. Von dort kamen auch schon die Produkte, als Karl Heiligensetzer noch seine Bäckerei betrieb.

Im Inneren hat sich nicht viel verändert, es wurde gestrichen und von den Gemeindearbeitern eine Holzverkleidung in Teilen des vorderen Verkaufsbereichs angebracht. Schon jetzt lässt sich in den Regalen ein breites Angebot an Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Zucker, Öl, Reis, Nudeln, Konserven, Gewürze, Reinigungsmittel oder Getränke finden.

In Gefriertruhen und Kühlschränken befinden sich weitere Artikel wie Pommes, Eis, Pizzas, Milch- und Fleischwaren. Dass dies aber noch nicht alles sein muss, gehört zur Findungsphase, denn die motivierten Damen möchten Zettel auslegen, auf denen die Kundschaft notieren kann, welches Produkt vielleicht noch wünschenswert wäre.

Obst und Gemüse wird es aber auch in nächster Zukunft nicht geben, denn hier ist die Verderblichkeit ein großes finanzielles Wagnis, und der Gemüsestand dienstags am Schnitzer biete ja erstklassige Ware.

Die Resonanz am ersten Tag war durchweg positiv, die Backwaren waren ausverkauft. Auch die Bernbeurer sind glücklich über die Einrichtung. Uschi Falter ist froh, „dass ich nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit nach Lechbruck fahren muss“. Stammkunden aus der Nachbarschaft wie Andreas Weiher unterhielten sich darüber, dass ihnen der Backgeruch in der Früh tatsächlich abgegangen sei, den sie ja früher gleich von zwei Bäckereien (Kellner und Heiligensetzer) in der Nase hatten.

Kinder, die das Geschäft betraten, marschierten gleich direkt auf das Süßigkeitenregal zu. Eine Kaffeemaschine wird das Angebot abrunden, und ein paar Stehtische im Inneren bieten Gelegenheit für Wanderer oder Arbeiter, dort ihre Brotzeit zu verspeisen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Bürger s´Lädele auch annehmen, denn wenn die Gemeinde als Betreiber monatlich draufzahlt, wird auch hier überlegt werden, wie und wie lang es diese Form des „Notladens“ geben wird.

Beim Verkaufswagen am Schnitzerparkplatz nachgefragt, wie die im Mai dankenswerterweise sofort eingesprungene Bäckerei Herz aus Altenstadt ihre Zukunft plant, gab die Verkäuferin die Auskunft, dass man erst mal abwarte wie sich das Geschäft entwickle und ob man dann weiterhin nach Bernbeuren kommen werde.

Kathrin Zillenbiehler

Die Öffnungszeiten wurden mittags an die Metzgerei nebenan angepasst. Geöffnet ist täglich von 6.45 bis 12.30 Uhr. Am Nachmittag ist von 14.30 bis 18 Uhr offen (Mittwochnachmittag geschlossen). Am Samstag können von 6.45 bis 11 Uhr Besorgungen gemacht werden.

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