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Der denkmalgeschützte Stadel Schnitzer soll abgerissen werden, die Bürger wünschen sich einen Einkaufsmarkt.

Nach Ratsbegehren in Bernbeuren

Nuss für Landratsamt schwierig zu knacken

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Deutlicher hätte diese Abstimmung kaum ausfallen können: Wie berichtet, haben sich in Bernbeuren die Bürger klar für einen Einkaufsmarkt entschieden, und zwar auf dem Schnitzer-Areal. In der kommenden Woche soll der Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden. Dann kann der Abrissantrag gestellt werden.

Bernbeuren– Am Tag nach demRatsbegehren ist Bürgermeister Martin Hinterbrandner noch immer in gelöster Stimmung. Bestätigt es schließlich auch, dass die Arbeit der Gemeinderäte und der Verwaltung in den vergangenen mindestens zwölf Monaten den richtigen Gang genommen hatte. 96,8 Prozent der Bürger, die zur Urne gingen, haben beim Ratsbegehren mit einem Ja gestimmt, 1187 Bürger waren für den Einkaufsmarkt, nur 34 Bernbeurer stimmten dagegen. Zwei Drittel der über 18-Jährigen aus Bernbeuren haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

„Es geht weiter, wir haben den Auftrag der Bürger, jetzt muss etwas kommen“, so Hinterbrandner. Und zwar bereits in der nächsten Gemeinderatssitzung: Nach der zweiten Auslegung des Bebauungsplanes können nun die Stellungnahmen behandelt werden. Wenig überraschend liegen eine negative Stellungnahme des Denkmalamtes vor sowie des Kreisheimatpflegers. „Die Entscheidung der Bürger hat eine unmittelbare Wirkung auf die Gemeinde in ihrer Abwägung, denn die Bevölkerung möchte, dass wir das verfolgen“, so Hinterbrandner. Damit alles hieb- und stichfest wird, gehe die Abwägung in eine juristische Prüfung.

Außerdem sollen die Gemeinderäte in der Dienstagssitzung zum Satzungsbeschluss kommen. „In zwei Wochen werden wir einen rechtskräftigen Bebauungsplan haben“, erläutert Hinterbrandner. Dann können die Bauherren eine Abrissgenehmigung stellen. „Das ist eben die Frage, ob der Bebauungsplan auch vollziehbar wird.“ In jedem Fall wolle man sich nach dem Satzungsbeschluss mit dem Landratsamt besprechen, Gespräche mit der Bauverwaltung suchen, mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß ohnehin. „Man muss sehen, ob es eine Möglichkeit gibt ohne Konfrontation. Diese Nuss ist für das Landratsamt sicherlich schwer zu knacken, obwohl es ganz klar auch eine Ermessensentscheidung ist.“ Nach direkten Gesprächen könne man sich in Bernbeuren erst einmal zurücklehnen. „Das heißt nicht, dass ich weniger kampfeslustig bin, aber auch gelassener“, macht Hinterbrandner deutlich, dass er notfalls die Entscheidung über einen Einkaufsmarkt an dieser Stelle dem Verwaltungsgericht überlassen möchte.

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