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Die Baustelle der Ortsdurchfahrt im Vordergrund ist mittlerweile Geschichte, das Schnitzerareal dahinter wird wohl noch eine ganze Weile eine bleiben.

Heikles Thema

Bernbeuren: Der „Schnitzer“ muss warten

  • Jörg von Rohland
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Die Zukunft des Schnitzer-Areals ist ein heikles Thema in Bernbeuren, das der neue Bürgermeister erstmal hinten anstellt. Das Wasser habe Priorität, macht Karl Schleich klar. Dennoch muss sich das Rathaus jetzt als neuer Eigentümer um den „Schnitzer“ kümmern.

Bernbeuren – Kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit hatten Ex-Bürgermeister Martin Hinterbrandner und der Gemeinderat den alten Stadel samt Gasthaus noch schnell erworben. Nachfolger Karl Schleich und das neu gewählte Gremium müssen nun sehen, was sie damit anstellen.

Trinkwasser hat Priorität

Eilig hat es Schleich jedenfalls nicht damit: „Der Stadel muss erstmal warten“, sagt er. Sein Hauptaugenmerk gilt derzeit dem Bernbeurener Trinkwasser, das zum Leidwesen der Bürger nach wie vor gechlort werden muss. Jüngst war ein Experte aus Ansbach zu Gast im Gemeinderat, um seine Hilfe bei der Untersuchung und Instandsetzung der maroden Trinkwasserversorgung anzubieten. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.

Der Gemeinde liegt bekanntlich auch noch ein älteres Sanierungskonzept vor. Es wurde von dem Ingenieurbüro erstellt, mit dem man in Bernbeuren seit Jahren zusammenarbeitet. Die Arbeiten wären vermutlich längst in Angriff genommen worden, hätte man Firmen gefunden, die sie ausführen. Wie berichtet, waren zuletzt alle Spezialisten ausgebucht. Wie auch immer: „Es geht um viel Geld“, sagt der Bürgermeister. Und letztlich muss der Gemeinderat entscheiden, wie es weitergeht. Der erst Schritt sei nun, „dass wir das Chlor wegbringen“, betont Schleich.

Notbetrieb für Gebäude

Dennoch kann der Gemeinderat, der zuletzt beinahe wöchentlich tagte, das Thema „Schnitzer“ nicht komplett ausblenden. „Die Bestandssicherung muss man machen“, räumt der Bürgermeister ein. Und dazu gehört jetzt zunächst die Überprüfung der Heizungsanlage. Ein Notbetrieb müsse aufgenommen werden, damit das Gebäude keinen Schaden nehme, hieß es in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag. Markus Socher (UWG) warnte davor, dass im Winter Wasser-Leitungen einfrieren könnten.

Es traf sich gut, dass ein örtlicher Installateur unter den Zuhörern in der Auerbergalle war. Er kennt die Heizung im „Schnitzer“. Und er sagte gleich mal zu, sie sich anschauen zu wollen. Dann dürfte sich herausstellen, wie viel Geld die Gemeinde für den Notbetrieb in die Hand nehmen muss. Bislang ist das noch eine große Unbekannte.

Gemeinderat muss entscheiden

Wie es langfristig mit dem „Schnitzer“ weitergeht, vermag der Bürgermeister derzeit auch noch nicht zu sagen. Zunächst müsse der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung treffen, eklärt er auf SN-Anfrage. Ebenso wie das Wasser sei das „ein Riesending“, betont der Rathauschef, der die beiden Themen deshalb nacheinander und nicht gleichzeitig angehen will.

Wie mehrfach berichtet, hatten Ex-Bürgermeister Hinterbrandner und sein Gemeinderat noch ein kommunales Denkmalkonzept für das Schnitzer-Areal angestoßen. An dessen Ende soll die Realisierung eines Verbrauchermarktes im Ortskern stehen, den sich die Bernbeurer sehnlich wünschen. 

Gespräche mit Denkmalschutz

Mit ins Boot holen muss die Gemeinde dabei freilich das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, das sich in der Vergangenheit vehement gegen eine Abriss des denkmalgeschützen Schnitzer-Stadels stemmte. „Es gab noch keine Gespräche, wir wollen das aber möglichst bald machen“, sagt Karl Schleich, der um Verständnis bittet. „Es geht nicht alles auf einmal.“

Lesen Sie auch: Erbitterter Streit ums Bernbeurer Trinkwasser.

Ebenfalls interessant:  Gemeinde Bernbeuren kauft das Schnitzer-Areal und will Supermarkt verwirklichen.

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