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Das Dorf steht hinter den Plänen: Im Oktober demonstrierten die Bernbeurer für den Abriss des Schnitzerstadels und den Neubau eines Verbrauchermarkts.

Bernbeuren 

Schnitzerstadel: „Imperium schlägt zurück“

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Der Streit um den Schnitzerstadel in Bernbeuren geht in die nächste Runde. Das Kultusministerium wirft der Gemeinde vor, Planungen ohne Angaben von Gründen gestoppt zu haben und unterstellt dem möglichen Supermarktbetreiber fehlende Verhandlungsbereitschaft. Der Bürgermeister schäumt vor Wut.

Bernbeuren – „Das Imperium schlägt zurück“, sagt Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner zu einem Brief des Kultusministeriums, der ihm gestern ins Rathaus geflattert ist. Das an ihn adressierte Schreiben war zunächst nicht direkt bei ihm gelandet, sondern bei 50 Bürgern im Ort, die sich über die fehlende Abrissgenehmigung des Schnitzerstadels bei der Staatsregierung beklagt hatten. Der Inhalt des Briefs bringt Hinterbrandner komplett auf die Palme. „Das Schreiben ist sachlich falsch“, schimpft er.

Bekanntlich wünschen sich 97 Prozent der Bernbeurer, dass der Schnitzer-Stadel abgerissen wird und an seiner Stelle ein Verbrauchermarkt entsteht. Feneberg würde ihn betreiben. Den Plänen steht das Landesamt für Denkmalpflege im Weg, das den Stadel erhalten will. Das Landratsamt, das für die Abrissgenehmigung zuständig ist, fordert ein Gutachten. Mittels einer Wirtschaftlichkeitsberechnung soll darin unter anderem nachgewiesen werden, dass der Betrieb eines Verbrauchermarktes im Bestand des Ökonomiegebäudes nicht wirtschaftlich erfolgen kann.

Das Kultusministerium verweist nun darauf, dass es bereist vor Jahren eine erste Planung zum Umbau des Ökonomiegebäudes in einen Supermarkt gegeben haben soll. Die Pläne seien jedoch „von der Gemeinde ohne Angabe von Gründen gestoppt und nicht weiterverfolgt worden“, wirft das Ministerium dem Rathaus vor. Der damals mit der Planung beauftrage Architekt sei der Überzeugung gewesen, dass das Ökonomiegebäude für eine Nutzung als Supermarkt denkmalgerecht umgebaut werden könne, heißt es.

Diese Meinung teilt Wolfgang Gröll nicht. Der mitunter auch als „Dorfladenpapst“ bezeichnete Berater aus Berg am Starnberger See kennt den Schnitzerstadel noch von dem damaligen Ortstermin. Die Voraussetzung, in ihm einen Dorfladen wirtschaftlich zu betreiben, sieht er bei der genannten Investitionssumme von 2,8 Millionen Euro nicht. Auch für Feneberg hält er das für schwer möglich.

Auch Feneberg bekommt in dem Schreiben vom Ministerium sein Fett weg. Ihm wird vorgeworfen, den Abbruch des Stadels voranzutreiben, indem er behauptet, dass eine Umnutzung nicht möglich sei. Und: „Die angeführte Parkplatzsituation würde sich bei Erhalt und Erweiterung des Bestands im Vergleich zu Abbruch und Neubau im Übrigen nicht ändern.“ Gemeinde und Investoren werden nun „ermuntert“, auf den Vorschlag des Denkmalamts einzugehen, das eine finanzielle Unterstützung einer Machbarkeitsstudie zugesagt habe.

Für Rathauschef Hinterbrandner ist das alles andere als eine nettes Angebot: „Gemeinde und Feneberg werden als absolute Trottel hingestellt“, findet er. „Es gibt keine Planung, folglich haben wir auch keine gestoppt“, macht er klar. Bevor er auf das Schreiben reagiert, möchte er sich Anfang nächster Woche mit Feneberg treffen.

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