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Machbarkeitsstudie zeigt: Pläne für den Schnitzerstadel in Bernbeuren sind realisierbar

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Von: Theresa Kuchler

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Eine Machbarkeitsstudie gibt Aufschluss darüber, inwiefern sich die Pläne zur Zukunft des Schnitzerstadels in die Realität umsetzen lassen.
Eine Machbarkeitsstudie gibt Aufschluss darüber, inwiefern sich die Pläne zur Zukunft des Schnitzerstadels in die Realität umsetzen lassen. © Hans-Helmut Herold

Immer konkreter werden die Pläne zur Zukunft des Schnitzerstadels. Eine Machbarkeitsstudie hat gezeigt: Der Traum vom Nahversorger in Bernbeuren kann Wirklichkeit werden. Die Besonderheit ist, dass der Stadel in seiner Erscheinung erhalten bleiben soll.

Bernbeuren – „Der Ausblick in die Zukunft ist ein Ausblick in die Vergangenheit“ – so begann Architekt Peter Haimerl seine Präsentation zum Schnitzerstadel in der jüngsten Gemeinderatssitzung, an der auch viele Bernbeurener Bürger interessiert teilnahmen. Zuvor hatten Cleo Reihl und Ludwig Wenzel vom Münchner Ingenieur- und Architekturbüro „Kayser + Böttges, Barthel + Maus“ aufgezeigt, wie das denkmalgeschützte Gebäude momentan dasteht und was getan werden muss, um den gewünschten Einzug eines Nahversorgers in den Schnitzerstadel realisieren zu können. Alle drei machten ihren Anspruch an das Vorhaben deutlich: Der Schnitzerstadel soll auch in Zukunft sein Erscheinungsbild beibehalten.

Reihl stellte den Bestand des Gebäudes und die vorhandenen Schäden vor. So seien im Dachwerk Beschädigungen erkennbar, beispielsweise hätten sich Bolzen gelöst. An das Dachgebilde wolle man eine zusätzliche Konstruktion anbringen. Diese solle zur Dämmung und der Statik beitragen. „Vor 130 Jahren hat man mit einem anderen Sicherheitsverständnis gebaut“, sagten die Fachleute.

Die Decke zwischen Erd- und Obergeschoss wird entlastet

Dass auch die Kappendecke im Erdgeschoss vereinzelt Putzabplatzungen und Risse aufweist, zeigte Reihl im nächsten Punkt. Wie ihr Kollege Ludwig Wenzel erläuterte, seien die Schäden an der Decke zum Teil so stark, dass man Teile austauschen müsse. Der Großteil, rund 75 Prozent, könne aber erhalten bleiben. Zudem solle die Decke in ihrer stützenden Funktion entlastet werden, indem man sie um eine zweite Decke darüber ergänzt, die wiederum Lasten an die Wände im Erdgeschoss ableitet. Der Fußboden zwischen Erd- und Obergeschoss solle damit ein sogenannter Flächenhohlboden werden. „In dem Hohlraum können Elektro- und Wasserleitungen gezogen werden“, erklärte Ingenieur Wenzel.

Vor allem der heterogene Baugrund und die Schäden machen Unterfangungen des Fundaments und der Wände erforderlich. Auch eine Winkelstützwand soll das Gebäude an der Nord- und Westseite sichern.

Ein erstes Gutachten schließt aktuelle Gefahren durch Schädlinge aus

Auf Schädlinge wurde das Gebäude ebenfalls untersucht. Das erste orientierende Gutachten habe gezeigt, dass es sich weitestgehend um einen inaktiven Pilz- und Insektenbefall handle, der den aktuellen Zustand nicht belaste. „Ob eine Behandlung nötig ist, muss geklärt werden, das sind dann die nächsten Schritte.“

Generell müsse man wenig in das Bauwerk eingreifen. „Wir helfen ihm nur auf die Füße, damit der Stadel auch für die nachkommenden Generationen so bleibt“, sagte Wenzel.

Nachhaltigkeit und Denkmalpflege als Priorität

Den Anspruch an Nachhaltigkeit und Denkmalpflege des Altbaus hat auch Architekt Peter Haimerl. Anhand seiner Pläne zeigte er, wie der Schnitzerstadel in Zukunft aussehen könnte – wobei deutlich wurde, dass sich an der Optik nur wenig tun wird.

Wie von den Bernbeurenern gewünscht, soll in das Obergeschoss ein „Nahkauf“ mit Bäcker, Café inklusive Terrasse sowie ein Metzger einziehen. Der Bereich wird durch eine Aufschüttung ebenerdig erreichbar sein und zudem mittels eines Aufzugs mit dem Erdgeschoss verbunden werden. Sowohl die Rampe als auch das charakteristische Aussehen des Stadels sollen beibehalten werden. „Wir wollen keine Südtiroler Hütte, sondern in einen alten Bernbeurener Stadel einen Nahversorger reinbauen“, brachte Haimerl die Besonderheit des künftigen Supermarkts auf den Punkt. Etwas so Modernes authentisch in ein altes Gebäude zu integrieren und dabei dessen Erscheinung zu erhalten, sei ein echtes Novum.

Nahversorger im ersten Stockwerk - Lagerflächen im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss des Schnitzerstadels soll vor allem Platz für Lagerflächen des Supermarkts sowie für Büro- und Personalräume geschaffen werden. Rund 150 Quadratmeter könnten zudem anderweitig genutzt werden, etwa zur Vermietung, so der Architekt. Parkmöglichkeiten werden durch planmäßig 34 Stellplätze im rückwärtigen Bereich sowie rund 14 vor dem Stadel zur Verfügung stehen.

Dass sich der Wunsch eines Nahversorgers im Schnitzerstadel realisieren lässt, konnten die Fachleute an diesem Abend deutlich machen. Bürgermeister Karl Schleich zeigte sich über die Machbarkeit der Pläne zufrieden. „Als nächstes ist die Kostenkalkulation an der Reihe. Dann sehen wir, welchen Weg wir gehen können“, sagte er.

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