Wetter in Deutschland: Wetterdienst mit drastischer Unwetterwarnung

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Mit vereinten Kräften gelang es den Landwirten und der Feuerwehr die Kuh in Bernbeuren aus der Güllegrube zu ziehen. Der Fall wirft viele Fragen auf.

Kuh aus Grube gerettet

Tierquäler im Oberland unterwegs: „Wer so etwas macht, muss krank im Kopf sein“

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Offenbar treibt ein Tierquäler sein Unwesen im Schongauer Land. Wieder ist eine Kuh in eine Güllegrube gestürzt, diesmal in Bernbeuren. 

Bernbeuren/Steingaden – „Laura“ hat den Sturz offensichtlich ganz gut überstanden. Friedlich kauend steht die Mutterkuh im Stall der Familie Streif in Eschach und lässt ihr Kälbchen „Larissa“ trinken. „Der Tierarzt hat gesagt, dass sie noch sterben könnte, aber das glauben wir nicht“, ist der Junior des Hofs, Max Streif (22), zuversichtlich.

Am Donnerstagnachmittag war die Mutterkuh zweieinhalb Meter tief durch die schmale Öffnung in die Güllegrube des Hofs gefallen. Ob kopfüber oder rücklings, niemand weiß es. „Sie hatte Glück, dass die Grube fast leer war“, berichtet der 22-Jährige. „Wir waren erst vorige Woche zum Gülle-Fahren raus.“ Nur 30 Zentimeter hoch stand die Gülle deshalb, „Laura“ spazierte in dem unterirdischen Raum auf und ab. „Sie war recht fit“, so Streif.

Feuerwehr und Tierarzt eilen zum Bauernhof

Entdeckt hatte die Kuh darin Großvater Hans Streif, dem zunächst die fein säuberlich zur Seite geräumten Laden ins Auge gefallen waren. Als er zur Grube ging, sah er, dass auch das Abdeck-Gitter fehlte. „Und die Kuh hatte ihn aus dem Loch heraus angeschaut“, weiß der Enkel. Der 88-Jährige schlug Alarm. Sohn Robert Streif (51) und Enkel Max eilten von der Arbeit zum Hof und riefen auch gleich die Bernbeurer Feuerwehr und den Tierarzt aus Lechbruck zur Hilfe.

Vor Ort wurden sofort alle Löcher der Grube geöffnet, damit die Kuh genügend Luft bekommt. Zwei Atemschutzträger stiegen hinab, um die Kuh zu fixieren. Vater und Sohn lockten das verängstigte Tier mit Brot zu dem Loch, dort gab ihm der Veterinär eine Beruhigungsspritze. Mit vereinten Kräften und einem Heu-Bagger gelang es, das Tier herauszuziehen.

Wer hat die gemeine Gülle-Falle gestellt?

Jetzt stellen sich alle die Frage, wer die gemeine Falle gestellt hat? Die Polizei in Schongau schließt nicht aus, dass es sich um einen Wiederholungstäter handelt. Ein Tier hätte der Unbekannte dann schon auf dem Gewissen: Auf dem Hof in Butzau bei Steingaden stürzte am Montag ebenfalls eine Kuh in eine heimlich geöffnete Güllegrube. Die war noch gut gefüllt.Das Tier konnte zwar gerettet werden, musste aber später eingeschläfert werden (wir berichteten).

Polizei mahnt Landwirte zu Wachsamkeit

Schongaus stellvertretender Polizeichef Toni Müller betont, dass die Beamten beide Fälle sehr ernst nehmen. Er appelliert an die Landwirte, die Augen offen zu halten und bittet sie, „auch niederschwellige Wahrnehmungen“ der Inspektion zu melden. Das könnten „Personen oder Fahrzeuge sein, die da nicht hingehören“, sagt der Polizist mit Blick auf die etlichen Bauernhöfe im Schongauer Land. Überall Streife zu fahren, das könne die Polizei personell nicht leisten, bittet Müller um Verständnis.

Betroffene Bauernfamilien sind befreundet

Die betroffenen Bauern-Familien in Bernbeuren und Steingaden grübeln derweil über mögliche Zusammenhänge der hinterhältigen Taten. Die beiden Landwirte sind miteinander befreundet. „Wir haben keine Feinde und niemandem etwas getan“, sagt Max Streif traurig.

Wütender BDM-Kreischef redet sich in Rage

Geradezu in Rage redete sich am Freitag der BDM-Kreisvorsitzende Bernhard Heger, nachdem er von den geöffneten Güllegruben erfahren hatte. „Wer so etwas macht, muss krank im Kopf sein“, schimpft Heger. Schließlich könnten auch Kinder hineinfallen. Der Fall zeige, wie krank die Gesellschaft geworden sei, schimpft der BDM-Kreischef. „Das ist eine besorgniserregende Entwicklung.“ Heger spricht von einer „enormen psychischen Belastung der Bauern, die gefühlt immer an den Pranger gestellt werden“. Sei es, dass sie das Trinkwasser verunreinigen oder „Tiere nicht artgerecht halten“. Man fühle sich als Landwirt einfach nicht mehr wohl, klagt Heger. Dabei produziere man Nahrungsmittel, „das vergessen manche Leute“. Er sei „frustriert, sauer und sprachlos“, so der BDM-Kreisvorsitzende.

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Mögliche weitere Kampfmittel im Schongauer Mühlkanal sorgen nach wie vor für Behinderungen bei den Brückenbauarbeiten. Im Juli wird im Auftrag des Staatlichen Bauamts im Baustellenbereich wieder nach Weltkriegsmunition gesucht.Der übrige Kanal bleibt fürs Erste unerforscht, die verantwortliche Firma UPM will noch abwarten. Einen anderen schweren Fall von Tierquälerei gab es in Garmisch-Partenkirchen. Unbekannte haben ein Ziegenkitz aus der Herde gestohlen, es geschlachtet und anschließend gegessen. Halter entdeckte die Überreste.

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