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Blick auf eine beschauliche Gemeinde: Bürgermeister Martin Hinterbrandner hält das Wachstum von Bernbeuren aufgrund der Topographie und der gewachsenen Gebäudestruktur nur bedingt für möglich und sinnvoll.

Serie zur Ortsentwicklung (4) 

Bernbeuren sieht Potenzial in Baulücken

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„Bauen, Bauen, Bauen und nochmal Bauen!“, fordert die Bayerische Staatsregierung von Städten und Gemeinden. Wohnraum wird im Freistaat immer knapper. Wir wollen in unserer Serie zur Ortsentwicklung von den 22 Kommunen aus dem Verbreitungsgebiet der Schongauer Nachrichten wissen, wie stark sie in den kommenden 20 Jahren wachsen möchten und können. Heute: Bernbeuren

Bernbeuren – Bürgermeister Martin Hinterbrandner verweist auf die allgemeine Bevölkerungsprognose und rechnet für Bernbeuren mit einem geringfügigen Zuwachs bei steigendem Lebensalter. „Wir sehen Bernbeuren nicht als Wachstumsgemeinde auf Biegen und Brechen“, macht er klar. Aufgrund der Topographie und der gewachsenen Gebäudestruktur sei eine Erweiterung über die derzeitigen Ortsgrenzen hinaus auch nur bedingt möglich und sinnvoll.

Junge Familien und Senioren

Ein besonderes Augenmerk muss nach Meinung des Bernbeurener Rathauschefs eine Gemeinde darauf legen, „dass die hier aufgewachsenen jungen Menschen auch eine Chance, beziehungsweise Anreiz haben, hier auch weiter wohnen zu können, nachdem sie eine Familie gegründet haben“. Natürlich sei auch der Zuzug von jungen Familien erwünscht, „um die vorhandene und mit großem Aufwand geschaffene Infrastruktur auch weiterhin halten zu können“, so Hinterbrandner.

Wohnmöglichkeiten für Senioren müssten in Bernbeuren wie in den meisten ländlichen Gemeinden überwiegend erst noch geschaffen werden. Arztpraxis, Zweigstellen von Banken, Apotheke und im geringen Umfang Einkaufsmöglichkeiten gebe es. „Somit ist am Ort selbst sicher eine gute Grundlage vorhanden, die wir gerne erhalten und auch ausbauen wollen“, meint der Bürgermeister.

Einheimische

Das Einheimischenmodell hat in Bernbeuren eine neue Umschreibung erhalten: „Eine Baulandrichtlinie zur Schaffung von Wohneigentum, mit dem die Gemeinde vor allem jungen Familien die Möglichkeit zum Bau von Wohneigenheimen schaffen möchte“, erläutert sie der Rathauschef. Infrage für die „Baulandrichtline“ kommt zum Beispiel, wer seit mindestens fünf Jahren seinen Hauptwohnsitz in Bernbeuren hat oder in Bernbeuren geboren ist und mindestens fünf Jahre seinen Hauptwohnsitz in Bernbeuren hatte. Kriterien sind zudem die Zahl der Kinder und das Einkommen des jeweiligen Bewerbers. Die Kriterien fließen in ein Punktesystem ein, nach dem sich der Preis bemisst: Mindestens 60, maximal 120 Euro pro Quadratmeter werden fällig, die Erschließung kommt noch oben drauf.

Bauland und Verdichtung

Baulandausweisungen sind derzeit nicht in der Gemeinde Bernbeuren vorgesehen. Die Gemeinde könne auch auf keine eigenen Baugrundstücke zur Veräußerung zurückgreifen, so Hinterbrandner, der aber eine Verdichtung im Ort für möglich hält. „Die Wohnformen und Wohnansprüche verändern sich und durch den Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe sind viele Gebäude im Ortskern in Zukunft nicht mehr in der gleichen Weise nutzbar, wie es in der Vergangenheit notwendig war“, sagt der Rathauschef. Hierin sowie in den vorhandenen Baulücken stecke Potential für die Nachverdichtung. Allerdings seien dieser Nachverdichtung auch Grenzen gesetzt: „Große Mietwohnungsblöcke wie im städtischen Bereich sind sicherlich in Bernbeuren nicht angemessen.“

Infrastruktur verbessern

Zur Infrastruktur gehören in Bernbeuren nicht nur Schule und Kindergarten, sondern auch generationsübergreifende Einrichtungen wie die Bücherei, die Auerberghalle und Vereinsräumlichkeiten. Bekanntlich wünscht sich die große Mehrheit im Ort auch den Abriss des Schnitzer-Stadels, damit an seiner Stelle ein Nahversoger errichtet werden kann. Dies kam in einem Bürgerentscheid auch zum Ausdruck. Der Denkmalschutz will den Abriss des Stadels aber verhindern.

Gewerbeansiedlung ist schwierig

Ein kleines Gewerbegebiet wurde in Bernbeuren vor rund 25 Jahren ausgewiesen. Dort hat sich laut Bürgermeister Hinterbrandner ein Mix aus überwiegend handwerklichen Betrieben gut entwickelt. Seit Jahren kämpfe man um die Neuausweisung von Gewerbeflächen, um vor allem den ortsansässigen Betrieben eine Erweiterungsmöglichkeit zu schaffen. „Bislang scheiterte dies aber am nötigen Grunderwerb oder rechtlichen Vorgaben“, bedauert der Bernbeurer Bürgermeister auch mit Blick auf das sogenannte Anbindegebot.

Teil 3: Bad Bayersoien

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