Xaver Wörle ist Bürgermeister von Steingaden.

IKEK: Einmaliges Projekt in Bayern

Sieben Gemeinden auf einem guten Weg

Seit Ende vergangenen Jahres läuft das Interkommunale Entwicklungskonzept (IKEK) der Gemeinden Bernbeuren, Burggen, Böbing, Prem, Rottenbuch, Steingaden und Wildsteig auf Hochtouren. Ziel ist die Aufnahme der sieben Kommunen in das Bund-Länder Städtebauförderprogramm „Kleine und mittlere Städte und Kommunen – interkommunale Zusammenarbeit“.

Bernbeuren/Steingaden – „Das ist ein einmaliges Projekt in Bayern“, zeigen sich die beteiligten Kommunen recht zuversichtlich. Nahversorgung und Sanierungsberatung sind die Schwerpunktthemen des IKEK, das bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. Dann stehen den sieben Kommunen finanzielle Zuschüsse für geeignete Investitionsvorhaben in einer Größenordnung von rund 60 Prozent zur Verfügung.

In Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern und unter fachlicher Betreuung des Büros Leuninger & Michler (Kaufbeuren) werden für diese interkommunale Allianz zentrale Bausteine der interkommunalen Kooperationen der Ortsentwicklung erarbeitet. Die Lenkungsgruppe traf sich jetzt auf Einladung von Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer in Wildsteig, um die Zwischenergebnisse zu fixieren und den weiteren Projektfortschritt der interkommunalen Allianz zu vereinbaren.

Die Lenkungsgruppe hat in ihrer Sitzung bereits grünes Licht für zwei Impulsvorhaben gegeben. Zum einen sind die Grundsätze einer interkommunalen Kooperation im Bereich der Nahversorgung, insbesondere der Sicherung der Versorgung der Bürger bei Lebensmitteln, ausgearbeitet worden.

Zwei Kernbausteine stehen inzwischen bereits fest. „Die Nahversorgungsprojekte in den sieben Kommunen müssen sich einerseits an den lokalen Kaufkraftpotenzialen orientieren, andererseits ist sicherzustellen, dass in allen Kommunen eine Grundversorgung bei Bäckerei- und Metzgerei-Angeboten sichergestellt wird“, so der Rottenbucher Bürgermeister Markus Bader.

„Sollte diese Kooperationsvereinbarung in allen sieben Kommunen beschlossen werden, handelt es sich um einen bayernweit einmaligen Kooperationsansatz“, so Stefan Leuninger vom projektbegleitenden Büro. Und er fügt hinzu: „Bislang ist es nach unserer Kenntnis noch in keiner interkommunalen Kooperation gelungen, diese wichtige Thematik in einer schriftlichen Ausarbeitung zu fixieren“.

Einen zweiten wichtigen Beschluss fasste die Lenkungsgruppe in Wildsteig: Die Zielsetzungen der Innenentwicklung, das heißt der möglichst flächensparende Umgang in den Gemeinden und die Stärkung der Ortsmitten, soll mit einem konkreten Förderprogramm umgesetzt werden.

„Das vom Büro Leuninger & Michler vorgelegte Konzept einer auf drei Jahre angelegten interkommunalen Sanierungsberatung wurde in der Lenkungsgruppe einstimmig befürwortet. Ziel ist, den Immobilieneigentümern und den Verwaltungen eine kompetente fachliche Beratung in Form eines erfahrenen Sanierungsarchitekten, vor allem in den Ortsmitten, an die Hand zu geben“, fasst Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle den einstimmigen Beschluss der Lenkungsgruppe zusammen. Eine kostenlose Grundberatung sei hierfür erfahrungsgemäß notwendig.

Im nächsten Schritt geht es darum, die Gemeinderäte in den sieben Kommunen aktiv in die Diskussionsprozesse und in die Festlegung der Ziele des interkommunalen Konzeptes einzubeziehen. Dazu sind in der Lenkungsgruppe drei Ansätze formuliert worden. Zum einen werden in den jeweiligen Gemeinderäten sowohl die interkommunalen Projektansätze als auch die möglichen, förderfähigen Investitionsfarben auf der kommunalen Ebene erörtert. Zum anderen ist für den Herbst eine gemeinsame Informationsveranstaltung für alle Gemeinderäte in den sieben Kommunen vorgesehen.

Diskutiert wurde auch die Möglichkeit, die bisherigen Ergebnisse des Interkommunalen Entwicklungskonzeptes in Form einer kleinen Plakatausstellung in allen sieben Kommunen den Bürgern zu präsentieren und auf diesem Wege weitere Anregungen zu erhalten.

Michael Gretschmann

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