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Wahlkrimi in Bernbeuren: Bürgermeisterkandidat Josef Köpf (r.) beobachtete die Helfer beim Stimmen-Zählen. Letztlich reichte es für ihn aber nur für Platz zwei. In der Stichwahl kann sich das freilich noch ändern.

Stichwahl in Bernbeuren

Amtierender Bürgermeister empfiehlt: Leeren Stimmzettel abgeben

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Bernbeuren hat gewählt, ab Mai weht ein frischer Wind durchs Rathaus: Der neue Gemeinderat wird jünger, weiblicher und demokratischer. Mit der Liste der „Wählergemeinschaft Lebendiges Bernbeuren“ (WLB) erhält das Gremium erstmals seit 40 Jahren eine zweite Fraktion. Sie hat auf Anhieb vier von 14 Sitzen errungen.

Bernbeuren – Als Bürgermeisterkandidat mit den meisten Stimmen ist WLB-Bewerber Karl Schleich der vorläufige Gewinner der Kommunalwahl in Bernbeuren. Wobei ihn bei der Wahl zum Gemeinderat ein Mann auf der WLB-Liste sogar noch übertrumpfte: „Ich freue mich, dass mir so viele Leute das Vertrauen ausgesprochen haben, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt der örtliche Hausarzt Dr. Rupert Holzamer, der mit 1716 Stimmen mit Abstand die meisten auf sich vereinen konnte.

Insgesamt ist es für die WLB ein Ergebnis zum Zunge-Schnalzen. Knapp 30 Prozent der Stimmen hat sie auf Anhieb geholt. Sollte Karl Schleich die Bürgermeisterwahl gewinnen, würde sogar noch die auf Listenplatz fünf angetretene Silvia Morasch in den Gemeinderat einziehen. Dann säßen künftig alle Kandidaten der WLB am Ratstisch. Obendrein wäre Morasch neben Kathrin Zillenbiehler (UWG), Alexandra Sturm (UWG) und Dagmar Angerhofer (WLB) die vierte Frau im neuen Gemeindeparlament. Zurzeit ist mit Ulrike Scholz (UWG) bekanntlich nur eine Frau im Gremium vertreten.

Zwei Fraktionen: Vizebürgermeister sieht Vor- und Nachteile

An das Gefühl, nicht mehr allein zu sein, muss man sich bei der Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) erst einmal gewöhnen. 40 Jahre lang stellte sie alle Räte, das ist ab Mai Geschichte. „Das hat Vor- und Nachteile“, meint Vizebürgermeister Markus Socher, der für die UWG auch wieder den Sprung ins Gremium schaffte. Socher ist aber rundum zufrieden mit dem Ergebnis der Unabhängigen, die 70,5 Prozent und damit zehn der 14 Sitze errungen haben.

Alte Bekannte kehrt an den Ratstisch zurück

Am kräftigsten abgesahnt hat für die UWG Oliver Sprenzel mit 1497 Stimmen. „Er ist in den neuen Medien sehr aktiv und auch bei Auerberg Klassic dabei“, erklärt Socher ein Geheimnis von Sprenzels Erfolg. Zweitstärkste UWG-Kraft ist mit 1273 Stimmen dann schon eine Frau: Kathrin Zillenbiehler, die sich in der zu Ende gehenden Legislaturperiode vorzeitig vom Ratstisch verabschiedet hatte, weil sie mit Bürgermeister Martin Hinterbrandner nicht klar kam. Stellvertreter Socher ist voll des Lobes über Zillenbiehler: „Ob in der Bücherei, bei der Landjugend oder beim Landvolk, sie ist sehr engagiert und ein sehr aktiver Mensch.“

Wer Vize wird, muss sich noch zeigen

Zu seinen eigenen Ambitionen im neuen Gemeinderat äußert sich Socher noch nicht. Die Frage, ob mit ihm wieder als Vizechef im Rathaus zu rechnen sein wird, lässt er offen: „Dazu werde ich mich noch nicht äußern, ich denke, das warten wir erst mal ab.“

Bitterer Wahlabend für den Bürgermeister

Bitter war der Wahlabend für den amtierenden Bürgermeister. Martin Hinterbrandner hat nicht nur für die SPD das Rennen um den Chefsessel im Rathaus verloren. Für die UWG wird er auch nicht im Gemeinderat vertreten sein. Er landete nur auf Platz 12 der Liste. „Das zeigt, dass bei uns nichts inszeniert war“, sagt Socher mit Blick auf die UWG-Aufstellungsversammlung im Herbst, als der Rathauschef eine krachende Niederlage gegen Josef Köpf einstecken musste, der jetzt in der Stichwahl gegen Karl Schleich steht.

Hinterbrandner: „Keiner von beiden ist wählbar“

Für die hat Hinterbrandner eine klare Wahlempfehlung für die Bernbeurener: „Einen leeren Stimmzettel abgeben, keiner von beiden ist wählbar“, sagt der scheidende Rathauschef und meint es völlig ernst. Er persönlich werde das machen. Der Grund: „Ich habe von beiden bislang nichts gesehen, außer ein bisschen Populismus.“

Hinterbrandner wird in Bernbeuren bleiben, versichert er. Wohin sein beruflicher Weg nach dem 30. April führt, verrät er noch nicht. Nur soviel: „Ich weiß, wie meine Zukunft aussieht, auf die bereite ich mich entsprechend vor.“

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