10 000 Produkte umfasst das Sortiment, das Nahkauf den Bernbeurern im Schnitzerstadel bieten möchte.
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10 000 Produkte umfasst das Sortiment, das Nahkauf den Bernbeurern im Schnitzerstadel bieten möchte.

Nahkauf stellt Konzept vor

Supermarkt im Schnitzer-Stadel rückt näher: Betreiber verspricht reichhaltiges Sortiment

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Die Pläne für einen Supermarkt im Schnitzerstadel bekommen ein Gesicht: Ein Kaufmann der „Nahkauf“-Gruppe und sein Geschäftspartner haben am Dienstag im Gemeinderat vor Rekordkulisse ein Konzept vorgestellt. Rund 40 Zuhörer folgten gespannt dem Vortrag. Der Bürgermeister verbreitete Zuversicht.

Bernbeuren – Die bereitgestellten Stühle in der Auerberghalle reichten nicht aus für den Zuhörerandrang. Eiligst schafften die Gemeinderäte noch ein paar mehr Sitzgelegenheiten heran. Bürgermeister Karl Schleich nahm den Andrang erfreut zur Kenntnis: „Das zeigt, dass etwas vorangeht bei uns“, sagte er. Vom Gemeinderat fehlte ausgerechnet Markus Socher. Er ließ sich von Schleich entschuldigen. So konnte Socher nicht erneut seinen Einwand vorbringen: Wie berichtet, hatte der ehemalige zweite Bürgermeister in einer vorangegangenen Sitzungen dafür plädiert, im Zuge des Kommunalen Denkmalschutzes auch eine Supermarktlösung im Erdgeschoss des Schnitzerstadels prüfen zu lassen.

Das schließen die potentiellen Betreiber des Nahkaufs aber von vornherein aus. Kaufmann Gerd Nieth und sein Geschäftspartner Özlem Günay verwiesen unter anderem auf eine zu geringe Stellplatzzahl bei dieser Lösung. Sie wollen im Westen eine Auffahrt samt Parkplätzen geschaffen sehen, über die die Kunden dann ebenerdig in den Supermarkt im Obergeschoss gelangen.

10.000 Artikel im Sortiment

Wie es darin aussehen soll, davon hat Gerd Nieth schon sehr klare Vorstellungen. Auf 500 Quadratmetern soll den Bernbeurern ein Sortiment mit rund 10 000 Artikeln angeboten werden. Zum Vergleich: Ein Discounter hat laut Nieth 4000 bis 5000 verschiedene Artikel im Sortiment, ein Rewe-Markt je nach Größe 13 000 bis 17 000. Preislich soll sich das Angebot in Bernbeuren an Rewe orientieren. Der Lebensmittelriese beliefert Nahkauf, es können aber auch andere Artikel ins Sortiment aufgenommen werden.

Auch Metzgerei und Bäcker sollen in den Stadel

In seinem Vortrag betonte Kaufmann Nieth die Regionalität der Angebote. So kann der örtliche Metzger samt Imbiss zusammen mit Nahkauf in das Obergeschoss des Schnitzerstadels einziehen. Und wenn sich ein örtlicher Bäcker findet, sei auch er „Priorität eins“, versprach Nieth. Die Mitarbeiter des Dorfladens („s’Lädele“) will der Kaufmann übernehmen, ebenso die der Postagentur. Auch die will Nahkauf im Schnitzerstadel unterbringen. „Fans sind wir nicht davon, aber wir machen es mit“, erklärte Nieth zu dem Angebot, mit dem einzig die Post Geld verdiene. Die erfahrenen Mitarbeiter der Postagentur übernimmt er freilich „mit Kusshand“.

Bürgermeister Karl Schleich sprang den Nahkauf-Leuten zur Seite. „Ich bin sehr froh, dass das Thema endlich mal ein konkretes Gesicht bekommt“, sagte der Rathauschef mit Blick auf die jahrelange Hängepartie um die Nahversorgung im Ort. Schleich machte deutlich, dass es seiner Meinung nach schwierig wird, ohne Betreiber in die Planung für einen Supermarkt einzusteigen. Denn der Rohbau im Schnitzerstadel werde „sehr kostspielig“, machte der Bürgermeister klar. Wie berichtet, hat Nahkauf der Gemeinde schon ein verlockendes Angebot unterbreitet. Das Unternehmen will eine ortsübliche Miete zahlen. Der Vertrag läuft zehn Jahre mit einer Option auf fünf weitere. Öffnen wollen Nieth und Günay 2023. Das dann voraussichtlich montags bis freitags von 6.30 bis 19 Uhr sowie samstags bis 18 Uhr.

Planer soll mit ins Boot geholt werden

Schleich will jetzt den mit dem kommunalen Denkmalschutzkonzept beauftragten Planer mit einbinden. Das Gesamtkonzept umfasst bekanntlich nicht nur den Schnitzer-Stadel samt Gasthaus, sondern auch das Filserhaus, das ebenfalls im Besitz der Gemeinde ist. Nächster Schritt sei eine Machbarkeitsstudie, blickte Schleich voraus. „Dann kümmern wir uns um die Finanzierung.“

Das Denkmalamt steht 100 Prozent dahinter

Bernbeurens Bürgermeister Karl Schleich

Bekanntlich erhofft sich die Gemeinde beim Umbau des Schnitzerstadels reichlich staatliche Zuschüsse. Sie wurden in Aussicht gestellt, damit der Schnitzerstadel als Denkmal erhalten bleibt und nicht abgerissen wird. Dass die Nahkauf-Lösung Anklang finden wird, davon ist der Bürgermeister fest überzeugt: Ein Vorentwurf existiere, „das Denkmalamt steht 100 Prozent dahinter“, sagte Schleich.

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