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300 Unterschriften für ihr Vorhaben hatten Ignaz Keck und Richard Lerchenmüller (r.) im Oktober Landrätin Andrea Jochner-Weiß übergeben. Doch es hilft nichts. 

Bernbeuren 

Supermarkt rückt in weite Ferne

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Die Regierung von Oberbayern hat den Bernbeurern einen betrüblichen Brief unter den Christbaum gelegt: Der Supermarkt im Ort rückt in weite Ferne. Das Landratsamt wird den beantragten Abbruch des denkmalgeschützten Schnitzerstadels ablehnen, weil ein Gutachten fehlt.

Bernbeuren – Es war ein Termin zur Güte, der letztlich ohne Erfolg blieb: Anfang November hatten sich Grundstücks-EigentümerIgnaz Keck, Investor Richard Lerchenmüller, Gemeinde, Denkmalschützer und Vertreter des Landratsamtes in Bernbeuren getroffen, um nach einem Kompromiss zu suchen. Bekanntlich will Keck seinen Stadel sowie die angrenzende leer stehende Gastwirtschaft an Lerchenmüller verkaufen. Der möchte den Stadel abreißen lassen und an seiner Stelle den Verbrauchermarkt bauen, Feneberg steht als Betreiber in den Startlöchern. Überdies will Lerchenmüller das Gasthaus wieder auf Vordermann bringen und aufblühen lassen. Die Bürger sind begeistert von den Plänen, 97 Prozent der Wahlberechtigten stimmten im Juli dem Supermarkt bei einem Ratsbegehren zu. Die Hürde Denkmalschutz blieb, die Behörde will den Stadel erhalten.

Die Denkmalschützer hatten ihre Meinung auch bei dem Ortstermin nicht grundlegend geändert. Laut Kreissprecher Hans Rehbehn kamen sie den Antragstellern aber immerhin soweit entgegen, dass der Stadel komplett entkernt hätte werden dürfen. Im Inneren könnte dann der Supermarkt entstehen. Lerchenmüller und Keck lehnen das ab. 2,8 Millionen Euro müssten in Stadel und Gastwirtschaft investiert werden, meint Lerchenmüller – zu viel. Das Landratsamt, das letztlich Ja oder Nein zum Abbruch sagen muss, bedauert das sehr. „Wir wollten eine einvernehmliche Lösung finden“, betont Kreissprecher Rehbehn. Doch die Fronten waren auch bei dem Ortstermin verhärtet, nichts ging mehr. Das Landratsamt verwies den Fall an die ihm übergeordnete Regierung von Oberbayern.

Deren Antwort liegt jetzt vor. Sie hat Keck und Lerchenmüller das Weihnachtsfest endgültig verhagelt. Unter anderem fordert die Regierung von ihnen „mittels einer Wirtschaftlichkeitsberechnung nachzuweisen, dass der Betrieb eines Verbrauchermarktes im Bestand des Ökonomiegebäudes nicht wirtschaftlich erfolgen kann“. Mit anderen Worten: Lerchenmüller und Keck sollen beweisen, dass sich der Umbau des Stadels in einen Supermarkt nicht lohnt.

„Das ist irrsinnig, da kommt nichts bei raus“, meinen die beiden mit Blick auf das Gutachten, das erstellt werden müsste. In diesem würden dann auch andere Nutzungsmöglichkeiten des Stadels untersucht – zum Beispiel als Saal für Veranstaltungen der angrenzende Gaststätte. 25 000 bis 30 000 Euro würde allein das Gutachten kosten. Weder Lerchenmüller noch Keck sind bereit, das Geld zu investieren, sagen sie und lassen es jetzt drauf ankommen.

Die Folge: „Uns fehlt eine Entscheidungsgrundlage, es wird auf eine Ablehnung hinauslaufen“, bedauert Kreissprecher Rehbehn. Danach würden dem Antragsteller „alle Wege offen stehen“, meint er. Das wäre seinen Angaben nach zunächst der Widerspruch bei der Regierung von Oberbayern. Weist diese den Widerspruch zurück, können Keck und Lerchenmüller vor das Verwaltungsgericht München ziehen und gegen den Ablehnungs-Bescheid klagen. Wie lange das alles dauern wird, weiß Rehbehn nicht.

Keck und Lerchenmüller waren in dieser Woche überhaupt nicht gut auf das Landratsamt zu sprechen. Der entscheidende Brief von der Regierung erreichte die Kreisbehörde schon am 27. November. Und erst diesen Donnerstag, also knapp einen Monat später, fand das Schreiben seinen Weg nach Bernbeuren. Das hat auch Rathauschef Martin Hinterbrandner verwundert: „Keck und Lerchenmüller sind sauer, ich bin betrübt“, sagt er. Sprecher Rehbehn begründet die Verzögerung damit, dass der Baujurist im Landratsamt noch Rücksprache mit der Regierung gehalten habe.

Keck und Lerchenmüller werfen der Kreisbehörde dagegen Verzögerungstaktik vor. Sie wollen zusammen mit der Gemeinde weiterkämpfen und den Landtag aufrufen: „Wir gehen über den Petitionsausschuss.“ Das Ende: offen.

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