1 von 44
Tolle Maschinen, herrliche Kulisse: Das erste Auerbergrennen seit 30 Jahren
2 von 44
Viele Zuschauer waren zeitgerecht gekleidet.
3 von 44
Gut gelaunt und geduldig warten diese Fahrer auf den Start.
4 von 44
Hier sehen Sie weitere Fotos vom Ereignis.
5 von 44
Hier sehen Sie weitere Fotos vom Ereignis.
6 von 44
Hier sehen Sie weitere Fotos vom Ereignis.
7 von 44
Hier sehen Sie weitere Fotos vom Ereignis.
8 von 44
Hier sehen Sie weitere Fotos vom Ereignis.

Erstes Bergrennen in Bernbeuren nach 30 Jahren Pause

1. Auerberg Klassik mehr als gelungen

Benzingeruch waberte in Bernbeurens Straßen, das Knattern und Dröhnen von 173 Motoren historischer Motorräder hallte rund um den Auerberg, und eine ganze Gemeinde schwelgte im Glücksrausch der 1. Auerberg Klassik Tage. Der Gesamtsieger heißt Ali Kaba.

Bernbeuren– Um Punkt 10 Uhr startete am Sonntag der erste Fahrer zum Wertungslauf auf die Strecke zum Auerberg: Gernot Schuh, der mit seiner Moto Guzzio C4V aus dem Jahr 1925 die älteste Maschine präsentierte. Ihm folgten in etwa einminütigem Abstand die weiteren 172 Teilnehmer. Die Starthelfer hatten alle Hände voll zu tun, denn die meisten der alten Maschinen mussten angeschoben werden.

Das Wetter hatte am Vortag bei den Trainingsläufen für insgesamt vier Ausfälle gesorgt, zwei Fahrer konnten ihre Motoren für die Wertungsläufe nicht mehr startklar machen. Am Sonntag sorgte ein Regenguss, in den sich auch einige Hagelkörner mischten, für eine halbstündige Unterbrechung. Zudem hatte sich einer der Fahrer bei einem Sturz an der Schulter verletzt. Er wurde nach Murnau geflogen.

Während es die Streckenposten ruhig angehen lassen konnten, hatte es die Rennleitung nicht ganz so entspannt. Mit dabei Gerhard „Coco“ Unterreiner (56) aus Roßhaupten und Leiter Streckensicherung beim Deutschen Motorsportbund. „Die machen das für das erste Mal richtig gut“, lobte er die Auerberg Klassik-Veranstalter.

„Wir haben große Unterstützung von Vereinen, der Feuerwehr und der Bevölkerung bekommen“, gab Claudius „Clou“ Knittel vom Orga-Team – von dem als einziger Hermann Köpf auf seiner Ducati auf die Rennstrecke ging – die Anerkennung weiter. Das sei auch bei dem Fest am Samstagabend ganz deutlich geworden. Viele waren der Aufforderung gefolgt und in Kleindung der Jahre 1920 bis 1970 gekommen.

Die Motorradfahrer am Start indes waren regelkonform gekleidet, wenn auch manche Lederkombis deutlich zeigten, dass sie ein bewegtes Motorradfahrerleben mitgetragen hatten. Inzwischen schob sich die Nummer 125 zum Start vor: Helmut Dähne mit seiner BMW R90S. Er hält noch immer den Streckenrekord in der Nordschleife auf dem Nürburgring, ohne das Knie auf den Boden zu bringen. Die Zuschauer an der Strecke genossen das Flair des Bergrennens, sie waren an den beiden Tagen zu Tausenden nach Bernbeuren geströmt. Nur wenige von ihnen hatten sich „zeitgerecht“, die meisten eher „wettergerecht“ gekleidet. Agnes Kraut etwa trug einen orangenen Lederoveral, Christine Weiher das Kostüm ihrer Oma aus den 1930ern und Brigitte Christ eine ebenso alte Motorradkluft.

Viele Zuschauer waren zeitgerecht gekleidet.

Weiter hinten in der Warteschlange ließen es die Fahrer trotz allem Rennfieber lässig angehen. Es blieb ihnen auch nichts anderes übrig. Denn die ganz hohen Startnummern mussten fast zwei Stunden ausharren. Darunter auch Steffen Wittig aus Essen, eingefleischter BMW-Fan und mit einer BMW R50/2 am Start. Auch er freute sich über die Möglichkeit, bei einem solchen Rennen mit dabei zu sein. „So etwas gibt es ja kaum noch, ist ja überall verboten“, sagte er. Die letzten in der Reihe mit der Nummer 173 waren Urs Manz (70) und Bruno Löpfe (68) mit ihrem Ducati-Seitenwagen 900 Königswelle in knalligem Pink. Die Schweizer Meister von 1980 nahmen die Wartezeit gelassen und schoben ihre Maschine gegen 12 Uhr zum Start.

Gut gelaunt und geduldig warten diese Fahrer auf den Start.

Während sich ein Fahrer nach dem anderen auf die Strecke machte, herrschte im Ortsinneren ebenfalls reges Treiben. Schon am Samstag waren am Stand von Julia Zillenbiehler und Monika Berghammer die rund 800 Auerberg Klassik-T-Shirts, Poster und ähnliches fast ausverkauft. Gegenüber auf dem Dorfplatz konnten die Besucher Oldtimer bestaunen, vom kleinen Fiat bis zum Rennwagen. Autos durften im Gegensatz zu den Rennen vor 30 Jahren nicht mitfahren.

Wohin das Auge blickte, es gab nur strahlende Gesichter an diesem Tag in Bernbeuren. Auch Bürgermeister Martin Hinterbrandner konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er von den Anfangsplanungen berichtete. „Wir mussten alles geheim halten, da wir zunächst prüfen mussten, ob die Landwirte mitziehen oder wir die Auflagen erfüllen können, ob wir überhaupt eine Chance haben“, sagte er. Insgesamt 17 Mal hatte es in den vergangenen Jahren einen Anlauf dazu gegeben, das Auerberg-Rennen wieder auferstehen zu lassen.

Wegen der großen Nachfrage konnten nicht alle Interessenten teilnehmen. Eine derjenigen, die zu spät davon erfahren hatte, war Rosi Friedberger aus Frankenhofen. Sie kam in historischen Motorradoutfit mit ihrer NSU Max250 trotzdem nach Bernbeuren, einfach um dabeizusein. Vielleicht klappt’s beim nächsten Mal: „Ich hoffe, dass es nicht die letzte Veranstaltung dieser Art ist“, sagte Hinterbrandner.

Der Gesamtsieger heißt Ali Kaba (Honda CBX) aus Immenstadt. Bei den Maschinen mit Seitenwagen (Klasse 6) ging der Sieg nach Burggen: Es gewann Michael Wawrzyniak (mit Simon Bair im Beiwagen, BMW R50). Aus Bernbeuren stiegen heute Abend bei der Siegerehrung in der Auerberghalle gleich zwei Motorradfahrer aufs Treppchen: Moritz Weiher (Honda CB 750 Four) wurde Zweiter in der Klasse 5 (über 500 Kubik, Maschinen von Baujahr 1960 bis 1979). Ihm folgte direkt auf dem dritten Platz der Bernbeurer Norbert Weiß (BMW 75/5).    

Myrjam C. Trunk

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

„Wir werden im Sommer noch einmal sperren“
Im Dezember wird die Hohenpeißenberger Umfahrung endlich eröffnet. Wie nun bei der Bürgerversammlung bekannt wurde, wird sie 2018  allerdings  gesperrt. Andreas Lenker …
„Wir werden im Sommer noch einmal sperren“
Scheunenbrand in der Rigistraße 
Am Mittwoch  um 22.30 Uhr wurde über Notruf ein Scheunenbrand in der Rigistraße in Hohenpeißenberg gemeldet.  Das Feuer drohte  auf ein Mehrfamilienhaus überzugreifen. 
Scheunenbrand in der Rigistraße 
Schongau
„Sound in the City“: Die neue Musiknacht in Bildern
Rund 1500 Musikbegeisterte waren am Samstag bei der Premiere von „Sound in the City“ in den teilnehmenden Lokalen in und rund um die Schongauer Altstadt unterwegs. …
„Sound in the City“: Die neue Musiknacht in Bildern
Rottenbuch
Leonhardi in Rottenbuch: Das sind die Bilder
Leonhardi in Rottenbuch: Das sind die Bilder
Leonhardi in Rottenbuch: Das sind die Bilder

Kommentare