Die Abstellgenehmigung für ein Tiny-House haben Anita Kraut und Siegfried Fichtl beantragt.
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Die Abstellgenehmigung für ein Tiny-House haben Anita Kraut und Siegfried Fichtl beantragt.

Vorhaben im Außenbereich Bernbeurens

Ehepaar hat mit Heilkräutergarten ein kleines Paradies geschaffen, zu seinem Glück fehlt ihm jetzt nur noch ein Tiny-House

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Die Steingadener Heilpraktikerin Anita Kraut und ihr Mann Siegfried Fichtl wollen sich mit einem Tiny-House in Bernbeuren niederlassen und dort eine Heilkräuter- und Pflanzen-Zucht intensivieren. Ob die Behörden das genehmigen, ist allerdings fraglich.

  • Ehepaar will von Steingaden nach Bernbeuren in ein Tiny-House ziehen
  • Das Grundstück im Außenbereich haben die zwei seit 25 Jahren
  • Es wachsen auch vom Aussterben bedrohte Pflanzen darauf
  • Der Gemeinderat will sorgsam überlegen

Steingaden/Bernbeuren - Die Pläne auf einem Grundstück im Außenbereich Bernbeurens hat das Ehepaar in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorgestellt. Obwohl die baurechtlichen Hürden hoch sind, zeigten sich Bürgermeister Karl Schleich und das Gremium der Idee gegenüber durchaus aufgeschlossen.

Das Grundstück habe sie vor 25 Jahren von ihren Eltern bekommen, sagt die 60-jährige Heilpraktikerin. Aus einem „stinkenden Weiher“ (Kraut) und dem Grund hat sie zusammen mit ihrem Mann ein kleines Paradies geschaffen: In mehreren großen Beeten wachsen seltene und zum Teil vom Aussterben bedrohte Wildpflanzenstauden.

Sie haben noch viel vor

Mit Hilfe von Wildsamen ist es den beiden gelungen, geschützte und vom Aussterben bedrohte Wildblumen wieder anzusiedeln. In sieben Beeten haben Kraut und Fichtl obendrein einen Heilpflanzengarten mit heimischen Pflanzen angelegt, der gelegentlich schon jetzt zu Führungen für Fachleute genutzt wird.

In Zukunft wollen die zwei noch so einiges mehr verwirklichen. Neben der Produktion von Wildpflanzen für eine Naturheilfirma sollen Führungen im größeren Rahmen angeboten und ein Alpinum (Steingarten) errichtet werden.

Die Sache hat einen Haken

Auch ein zwei bis dreimal jährlich stattfindender Tag der offenen Tür schwebt den 60-Jährigen vor. „Nach unseren Recherchen gibt es bayernweit kein vergleichbares Projekt. Es wäre demnach sprichwörtlich einmalig“, sagt Anita Kraut.

Der Haken: Das Gelände ist frei zugänglich, schon jetzt hinterlässt der ein oder andere Hund seinen Haufen, berichtete das Paar dem Gemeinderat. Um Pflanzen und Kräuter zu schützen, müssten die beiden dauerhaft vor Ort sein. Und das planen Kraut und Fichtl nun mit dem Tiny-House, das ins Landschaftsbild passe. Mit eigener Quelle und Kläranlage wäre das Haus autark. Geheizt werden soll mit Holz, der Strom kommt von einer Solaranlage auf dem Dach.

Der Gemeinderat sagte weder Ja noch Nein zu den Plänen. Der Außenbereich sei hoch geschützt, zu Recht müsse man sich das sehr genau überlegen, erklärte der Bürgermeister. Er will jetzt zunächst mit dem Landratsamt ins Gespräch kommen, das sei unabdingbar.

Bewirtschaften wollen Kraut und Fichtl die Felder, „bis wir über den Jordan gehen“, sagen sie. Die Abstellgenehmigung für das Tiny-House soll daher auch nur für die Lebenszeit der Antragsteller gelten.

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