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Getanzt wurde beim Festabend in der Auerberghalle natürlich auch. Ihr Können zeigten dabei neben aktiven Trachtlern auch verschiedene Jugendgruppen.

Trachtler-Jubiläum in Bernbeuren

Restaurierte Fahne zeigt Tracht und Verbundenheit

Mit der Segnung der restaurierten Vereinsfahne bei einem feierlichen Gottesdienst und dem Festabend hat der Trachtenverein „D’Auerbergler“ Bernbeuren sein 95-jähriges Bestehen gefeiert. Auch befreundete Vereine aus Prem, Stötten und Burggen haben daran Teil genommen.

Bernbeuren – Kurz vor Einbruch der Dunkelheit marschierten die Mitglieder des Trachtenvereins „D’Auerbergler“ Bernbeuren in festlichem Gewand zur Pfarrkirche, geführt von der Musikkapelle Bernbeuren und verschiedenen Fahnenabordnungen der Ortsvereine. Beim feierlichen Gottesdienst weihte Pfarrer Joachim Schnitzer die erste, jetzt restaurierte Vereinsfahne neu ein.

Die Fahne zeigt auf der einen Seite in dunkelgrüner Umrahmung und in der Mitte auf hellem Grund in aufwendigen Stickereien den Auerberg mit Kirche und den Spruch: „Gut und Tracht der Alten wollen wir erhalten“. Auf der anderen Seite ist der „Heilige Georg“ zu sehen mit dem Namen des Vereins sowie Gründungsjahr und Jahr der ersten Fahnenweihe.

Er freue sich, sagte Pfarrer Schnitzer in seiner Ansprache, dass die Tradition in „unserer Heimat Bayern so hoch gehalten wird“. Das Tragen der Tracht zeige die Zusammengehörigkeit im Ort und dass man für Heimat, Vaterland und Gott einstehe, „auch, wenn einem manchmal der Wind ins Gesicht blase“. Die Uhren gingen in Bayern deshalb anders, weil sie sich nach den „Werten der geliebten Heimat“ richteten.

Musikalisch umrahmt wurde die festliche Messe, bei der auch der Toten gedacht wurden, von der Stubenmusik und Sängerinnen des Trachtenvereins. In einem mit Fackeln beleuchteten Festzug ging es dann zurück zur Auerberghalle zum Festabend, mit dem das 95-jährige Bestehen und die Fahne, deren Restaurierung durch eine Großzahl von Spendengeldern und einem Beitrag aus der Vereinskasse finanziert wurde und 8000 Euro gekostet hatte, gefeiert wurde.

„Schade, dass eine Fahne nicht reden kann. Ich glaube, sie könnte uns viel erzählen“, sagte Georg Hiltensberger in seiner Rolle als Fähnrich vor rund 300 Trachtlern und Gästen bei seinem Rückblick zur Fahnengeschichte. Die Fahne, erstmals 1926 vom damals vier Jahre alten Verein geweiht, sei das äußere Zeichen für eine Verbindung von Gleichgesinnten. „Und sie ist unser ganzer Stolz.“

Bei der Fahnensegnung im Rahmen des abendlichen Festgottesdienstes: Links Bernbeurens Pfarrer Joachim Schnitz, rechts die restaurierte Trachtler-Fahne.

Sie sei Ausdruck der Verbundenheit mit dem christlichen Glauben, der Heimat und, speziell bei der Trachtenfahne, der bayerischen Tradition, so Hiltensberger. Sie sei vor Gott geweiht „und sollte dementsprechend getragen und behandelt werden“. Sie begleite die Mitglieder bei zahlreichen Veranstaltungen und Festen, sei Teil des Lebens und Sterbens, der Freude und Trauer. „Letztlich senkt sie sich über unser Grab“, so Hiltensberger.

Grußworte kamen anschließend nicht nur vom Vereinsvorsitzenden Alban Hiltensberger, sondern auch von Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner. „In 95 Jahren Vereinsgeschichte gab es schöne Zeiten und Zeiten, in denen es allen nicht gut ging“, sagte der Gemeindechef. Über viele Jahre hinweg seien die Trachtenvereine oftmals bespöttelt worden nach dem Motto: „Was wollen die noch in der modernen Welt?“

Doch heute sei die Tracht wieder gefragt und ein Zeichen von Tradition und Beständigkeit. „Um die Zukunft ist mir nicht bang für die Trachtler, sie stehen dafür, dass Werte erhalten bleiben“, so der Bürgermeister.

Mit großen Applaus wurden der Auftanz der „Berabeirar Jugend“ bedacht, nicht minder die Tänze der „Berabeirar Aktiven“ und die der befreundeten Trachtenvereine aus Prem, Stötten und Burggen. Zum Abschluss des großen Festabends fanden sich die „Buabaplattler“ aller aktiven Plattler auf der Tanzfläche ein. „Wir freuen uns schon jetzt auf die 100-Jahr-Feier in fünf Jahren“, sagte abschließend Bernbeurens Vereinschef Alban Hiltensberger.

Myriam C. Trunk

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