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Sanierung

Viel Geld für Bernbeurens Wasserversorgung

Die rund 30 Jahre alte Trinkwasserversorgung Bernbeurens muss dringend überholt werden. Deshalb hat der Gemeinderat jetzt beschlossen, das Projekt mit Kosten in Höhe von rund 860 000 Euro so schnell wie möglich anzugehen.

Bernbeuren – Rund eineinhalb Stunden Zeit haben sich die Bernbeurer Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung genommen, um den Ausführungen der Ingenieure Peter Deubzer und Hans-Peter Petz zu folgen. Deubzer, der bereits in den Jahren 1987 bis 1994 federführend die Sanierung der Trinkwasserversorgung in Bernbeuren betreut hat, zeigte zunächst anhand von Bildern, welche Maßnahmen – damals 12,6 Millionen Mark teuer –, seinerzeit vorgenommen worden sind.

Dazu gehörten rund 60 Kilometer Wasserleitungen und zwei Hochbehälter. „Deren Innenwände müssen jetzt als erstes überholt werden“, so der Ingenieur. In welcher Ausführung – etwa Zementmörtel, Dichtungsschlämme, Polyethylen oder Edelstahl –, wird der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Vorrangig ging es jetzt darum, die Ingenieure mit der Erstellung eines Leistungsverzeichnisses für den ersten Sanierungsschritt zu beauftragen, dem die Räte einstimmig zustimmten. Betroffen sind davon die Hochbehälter in Unterleithen und Hohenösch, das Drucksteigerungspumpwerk in Kienberg, das Brunnenhaus in Kaltenbrunn sowie die Druckminderungsschächte 1 bis 3.

Die Belüftung und der Zugang per Metallbrücke über die Wasserfläche entsprechen ebenso nicht mehr den Vorschriften wie die Schaltvorrichtung, auch die Pumpen sind in die Jahre gekommen. Der starke Verschleiß ist deutlich sichtbar, die Druckschläge sind stark, „da besteht großer Handlungsbedarf“, so Deubzer. Die Sanierungszeit veranschlagt er auf drei Jahre.

Ingenieur Hans-Peter Petz empfahl, neben dem Komplettumbau der Schalt- und Steuerungstechnik die ebenso alte Maschinentechnik im Rahmen der Ertüchtigung der Elektro-, Mess- und Steuerungstechnik dem heutigen Stand der Technik anzupassen. Bislang hatte man sich beispielsweise mit einem Provisorium beholfen, einem in Ingenried ausgebautem alten Störmelder, „aber das ist nicht optimal“, so Petz. Eine eingebaute Zeitschaltuhr wurde bereits vom zuständigen Amt angemahnt.

Düster sieht es auch bei der Schaltanlage aus: „Das ist eine Messi-Schaltanlage“, titelte Petz, denn im Laufe der Jahre habe man bei kleinen Reparaturen immer wieder „etwas irgendwohin umgeleitet“, so dass die ursprünglichen Schaltpläne schon lange so nicht mehr als Übersicht dienen können. Und die Druckerhöhungsanlage weise mittlerweile „Rauchwolken und Schmauchspuren auf, das ist wirklich übel und kann morgen kaputt sein“, meinte Petz. Zudem sei eine entsprechende Software vonnöten. Ob diese gemietet oder gekauft werde, spiele keine Rolle und obliege der Abwägung der Räte.

Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner hofft, dass mit ersten Maßnahmen in acht Wochen oder spätestens im Frühsommer begonnen werden kann.

MYRJAM C. TRUNK

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