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Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher bedankt sich bei Abtprimas Notker Wolf für seinen Vortrag mit einem kleinen Geschenk.

Landfrauentag

Abtprimas: „Leute, redet miteinander“

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ war auch beim Landfrauentag in Bernbeuren ein Thema. Angesichts der Tatsache, dass sich Befürworter und Gegner nach wie vor uneinig sind, war die Aufforderung von Festredner Notker Wolf (Abtprimas) umso treffender: „Leute, redet miteinander“, so sein Appell beim Landfrauentag, bei dem auch die Heiterkeit keineswegs zu kurz kam.

Bernbeuren – „Der Mensch ist von Natur aus zum Dialog veranlagt“, verkündete der Abtprimas in seiner Rede, die von den über 200 Zuhörern mit viel Applaus bedacht wurde. Es sei wichtig, mit einander zu reden, denn nichts sei schlimmer, als wenn Leute vereinsamen. Dialog heiße aber auch, hinhören, wo es zwickt, einander zuhören und den anderen reden lassen, gab Notker Wolf zu verstehen. Er bedauerte, dass man in der heutigen Zeit kaum noch zu Kompromissen bereit sei und die Rechthaberei so stark zugenommen habe.

„Die Kinder sollten schon in der Schule mehr Toleranz lernen“, empfahl der Abtprimas, der tags zuvor auch schon beim Landfrauentag in Weilheim aufgetreten war und von Bernbeuren dann weiter nach Hannover reiste (zum nächsten Vortrag).

„Wir müssen es aushalten, dass wir verschiedene Meinungen unter einem Dach haben“, gab Notker Wolf in Bernbeuren zu verstehen. Den anderen anzuerkennen, sei Voraussetzung für einen Dialog. Unabdingbar sei auch, gegenseitiges Verständnis aufzubauen.

Die neuen Hauswirtschaftsmeisterinnen Renate Hindelang und Corinna Niggl (beide aus Prem) wurden beim Landfrauentag in Bernbeuren geehrt.

Apropos Verständnis und Volksbegehren: Beim Landfrauentag wurden fünf „Promis“ auf die Bühne gebeten, die zu den verschiedensten Themen befragt wurden – unter anderem auch, wie sie zum Volksbegehren stehen. Da konnte dann jeder Farbe bekennen. Bernbeurens Altbürgermeister Heimo Schmid und Landrätin Andrea Jochner-Weiß taten kund, dass sie das Volksbegehren nicht unterschreiben („Zu einseitig“), Altlandrat Friedrich Zeller sagte in der „Höhle der Löwinnen“ unverblümt Ja zum Volksbegehren, Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner deutete an, dass man so wie bisher nicht weitermachen könne.

Er kritisierte die Bauernverbände, weil von ihnen viel zu lange kein Gegenvorschlag gekommen sei. Und der fünfte im Bunde, Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer aus Schongau, musste eingestehen, dass er kurz vor dem Landfrauentag das Volksbegehren unterschrieben habe. „Ich habe nicht gegen die Bauern unterschrieben, sondern für den Artenschutz“, fügte Kalbitzer hinzu.

Zuvor hatte Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher in ihrem Rechenschaftsbericht das Volksbegehren („Das ist der falsche Weg“) kritisiert und noch einmal die freiwilligen Leistungen der Bauern für die Umwelt hervorgehoben, was von der Öffentlichkeit viel zu wenig gewürdigt werde.

Es folgte eine lange Auflistung der Aktivitäten der Landfrauen – mit Lehrfahrten und Hoftagen bis hin zur Grünen Woche in Berlin.

Außerdem wurden die beiden neuen Hauswirtschaftsmeisterinnen Renate Hindelang und Corinna Niggl (beide aus Prem) vorgestellt und geehrt. Ein großes Lob bekamen auch die Bäuerinnen, die die Auerberghalle für den Landfrauentag so schön dekoriert haben.

Viel Beachtung fanden in der Auerberghalle aber auch die Marktstände, an denen Stofftaschen, Schals, Lederwaren, EM-Produkte und vielerlei Geschenkideen angeboten wurden.

Nicht zu vergessen den Landfrauenchor Pfaffenwinkel unter der Leitung von Andrea Tafertshofer, der den Tag musikalisch umrahmte – diesmal auch mit alten (deftigen) Wirtshausliedern, bei denen die Besucher mitsingen durften. Über diese heiteren Liedbeiträge hat sich auch Abtprimas Notker Wolf bestens amüsiert.

MICHAEL GRETSCHMANN

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