Vizinada, Kroatien
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Ein Ort zum Träumen: In Vizinada können Ruhesuchende ihre Seele baumeln lassen. Es gibt aber auch ein reichhaltiges Freizeitangebot, und das Meer ist auch nicht weit weg.

Bernbeurens Partnergemeinde in Kroatien

Vorfreude auf ein Wiedersehen in Vizinada und am Auerberg

  • vonJörg von Rohland
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Wegen der Corona-Pandemie kocht die noch junge Partnerschaft zwischen den Gemeinden Bernbeuren und Vizinada heuer nur auf Sparflamme. Der Kontakt zwischen den Bayern und dem malerischen Dorf in Kroatien reißt aber auch in der Krise nie ab. Ihn hält die Initiatorin Susanne von der Schulenburg, die sehr optimistisch in die Zukunft blickt.

Bernbeuren – Den Kroaten in der 1160-Seelen-Gemeinde in Istrien erging es 2020 nicht viel besser als ihren Freunde in Deutschland: „Auch in Vizinada leidet man unter den wirtschaftlichen und ,zwischenmenschlichen’ Folgen der Pandemie“, weiß Susanne von der Schulenburg, die den Kontakt zu der Partnergemeinde hält. Trotz der Pandemie war sie heuer zu Gast in dem Dorf nahe der Touristenregion Porec. „Mein Mann und ich waren mit Freunden zu einem privaten Campingurlaub in Istrien, die Coronazahlen waren zu diesem Zeitpunkt total niedrig“, erklärt die Bernbeurerin. Und natürlich machte sie einen Abstecher zu den Freunden in Vizinada, um an der Eröffnung des neuen Kindergartens teilnehmen zu können.

Inspirationen für Kindergarten in Bernbeuren geholt

Inspirationen dazu hatten sich Kroaten 2019 bei einem Besuch in Bayern geholt, als sie unter anderem den Bernbeurer Kindergarten besichtigten. Anlässlich von „Auerberg Classic“ war eine große Delegation aus der Partnergemeinde angereist. Jüngst wurde nun unter strengen Hygienevorkehrungen in Vizinada die Einweihung des neuen Kinderhauses gefeiert. Er bietet Platz für 40 Kindergarten- und zwölf Krippenkinder.

Kleiner Ort kam bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie

Der kleine Ort kam bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie. „Im Sommer war Vizinada coronafrei“, weiß von der Schulenburg. Anfang Dezember wurden lediglich drei Fälle gezählt. Der Bürgermeister in der Partnergemeinde fand das „akzeptabel“. Die niedrige Zahl zeige, dass man sehr früh mit den Maßnahmen begonnen habe und sich als Urlaubsregion für Deutschland und Österreich der Verantwortung bewusst gewesen sei, heißt es.

Austausch soll wieder anlaufen

Und genau da möchte die Vermittlerin aus Bernbeurerin anknüpfen, wenn das Reisen nach Corona wieder möglich ist. „Unsere Bernbeurer sollen die tollen Unterkunftsmöglichkeiten und die Freizeitangebote in unserer Partnergemeinde und in der Region in Istrien erfahren können“, blickt von der Schulenburg voraus. Und sie will die zahlreichen Gemeinsamkeiten der Partner-Gemeinden „zum gegenseitigen Gewinn miteinander kombinieren“. Feuerwehr, Radlclub, Jagdverein und Landfrauen nennt sie als Beispiele.

Die beiden Bürgermeister Martin Hinterbrandner (Bernbeuren) und Marco Ferenac (Vizinada) schnitten 2018 zur Feier des Tages eine riesige Torte mit den beiden rot-weißen Wappen der Gemeinden an.

Als großer Freund der Partnerschaft zeigte sich bekanntlich der mittlerweile abgewählte Bürgermeister der Auerberggemeinde. Martin Hinterbrandner und sein kroatischer Amtskollege Marco Ferenac hatten vor zwei Jahren bei einem großen Festwochenende die Parternerschaft in Vizinada besiegelt. Die Musikkapelle Bernbeuren hatte gespielt, mehr als 40 Gäste aus Bayern waren vor Ort. „Es war wirklich toll“, erinnert sich von der Schulenburg.

Gegenbesuch in Bernbeuren: Die Musikkapelle aus Vizinada spielte 2019 bei Auerberg Classic. 2020 gab es Corona-bedingt keine größeren Treffen. Das soll sich nach der Pandemie aber wieder ändern.

Es folgten weitere Besuche und Gegenbesuche. Mit der Entwicklung der Verbindung sei sie „eigentlich recht zufrieden“, sagt die Bernbeurerin, die 2016 aus Kroatien kommend an den Auerberg gezogen war.

Neuer Bürgermeister ist an Erhalt der Gemeindepartnerschaft sehr interessiert

Jetzt wünscht sich von der Schulenburg, dass die Coronasituation es bald möglichst zulässt, dass auch der neue Bürgermeister und die neu gewählten Gemeinderäte die Gelegenheit des persönlichen Kennenlernens mit den Kroaten bekommen und Schulen und Kindergärten beider Gemeinden enger in Kontakt treten. Von Bürgermeister Karl Schleich hat die Bernbeurerin jedenfalls schon mal das Signal erhalten, dass er an einer Fortsetzung der Gemeindepartnerschaft „sehr interessiert“ sei, freut sich von der Schulenburg. „Toll wäre es natürlich, wenn wir auch auf der Ebene der Gemeinderäte feste Kontakte etablieren könnten“, sagt sie.

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