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Die Bauphasen 1 und 2 gehen noch in diesem Jahr über Bühne. Die dritte folgt ab Frühjahr 2019.

Kreisstraße in Bernbeuren wird gesperrt 

Lechbruck plötzlich 24 Kilometer weit weg

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Die Ortsdurchfahrt Bernbeuren ist die nächste Großbaustelle, die ab kommender Woche direkte Anlieger und wohl auch Autofahrer im Großraum Schongau auf eine Geduldsprobe stellt. Kniffelig sind vor allem die verbleibenden Mai-Wochen, in denen Schongau ein Nadelöhr bleibt.

Bernbeuren/Schongau – Bekanntlich ist die Schongauer Ortsausfahrt in Richtung Peiting nach wie vor für den Großteil des Verkehrs gesperrt. Erst Ende Mai soll er wieder in beiden Richtungen über die Behelfs- und die bestehende Lechkanalbrücke fließen. Bis dahin heißt es weiter Daumendrücken, dass es nicht noch einmal auf der Umgehung kracht, die Stadt im Verkehrschaos versinkt und Autofahrer riesige Umwege in Kauf nehmen müssen.

Wie bereits im April geschehen, werden die Autofahrer bei einer Sperrung der Umfahrung (B17/B472) in nördlicher Richtung auf eine 48 Kilometer Umleitung geschickt, auf der Südroute sind es immer noch stattliche 38 Kilometer. Ab kommenden Montag werden im Ernstfall im Süden nochmal 24 Kilometer obendrauf gepackt, wenn die Verbindung von Bernbeuren nach Lechbruck gekappt ist, weil der Ausbau der Ortsdurchfahrt Bernbeuren beginnt. Der Verkehr fließt dann über Stötten und Roßhaupten nach Lechbruck. Einen Funken Hoffnung gibt es für den Fall der Fälle aber: Unter Umständen könnte die Baustelle in Bernbeuren unter Mithilfe der Feuerwehr kurzfristig geöffnet werden, meint Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt. Oder eben am Lechkanal in Schongau dürfen ausnahmsweise wieder alle per Ampelschaltung in beide Richtungen fahren. Zumindest ein kleines Chaos dürfte aber auch dann nicht ausbleiben: „Das Problem ist, wir haben nun mal nicht so viele Lechbrücken“, sagt Lenker.

Der Weg von Bernbeuren nach Lechbruck wird ab kommenden Montag aber auf jeden Fall ein langer: 24 Minuten muss man für den 24 Kilometer langen Schlenker einplanen. Für die Bernbeurer, die gerne nach Lechbruck zum Einkaufen fahren, ist das bitter. Normalerweise schafft man die fünf Kilometer locker in sieben Minuten. Wer wiederum von Lechbruck nach Schongau möchte, muss im Juni zur B17 nach Steingaden fahren. Der Lichtblick: Bis zum großen Feuerwehrfest, das vom 13. bis 15. Juli in Bernbeuren gefeiert wird, soll der 1. Bauabschnitt im Ortsteil Ried abgeschlossen und die Kreisstraße (WM3) wieder in beiden Richtungen offen sein. Das hat das Staatliche Bauamt der Gemeinde fest versprochen.

Die nimmt bekanntlich bei der Erneuerung der Ortsdurchfahrt selbst viel Geld in die Hand. Von insgesamt veranschlagten 3,2 Millionen Euro zahlt Bernbeuren 600 000 Euro und setzt auf Zuschüsse. Vor allem wird in die Gehewege investiert. Sie werden 1,30 Meter breit ausgeführt und ansprechend gepflastert. Zudem erhält der Ort neben Busbuchten und farblichen Markierungen auf der Fahrbahn unter anderem zwei Verkehrsinseln für Fußgänger: eine im Nordosten (Ortsausfahrt in Richtung Burggen), die andere im Süden auf Höhe des Friedhofs.

Nach Angaben des staatlichen Bauamts ist die Straße in einem sehr schlechten Zustand. „Sie gehört schnellstens gemacht“, sagt Abteilungsleiter Andreas Lenker mit Blick auf die jetzt beginnenden Arbeiten. Das Verkehrsaufkommen zollt seinen Tribut, es ist in Bernbeuren vergleichsweise hoch. So wurden schon 2010 südlich des Orts täglich knapp 3900 Kfz pro Tag gezählt, der durchschnittliche Verkehr auf einer bayerischen Kreisstraße liegt bei rund 1900 Kfz pro Tag. Bernbeuren bekommt also mehr als das Doppelte des bayerischen Durchschnitts ab.

„Durch den hier parallel verlaufenden Fluss Lech kann sich der Verkehr durch die eingeschränkte Anzahl von Brücken nicht weiter verteilen“, heißt es dazu vom staatlichen Bauamt. Davon können auch die Schongauer ein Lied singen.

Die Arbeiten in Bernbeuren sind in drei Phasen gegliedert. Nach dem Feuerwehrfest wird im Juli im nördlichen Teil des Ortes Bauphase zwei eingeläutet (Schongauer Straße), sie soll im Herbst abgeschlossen sein. Die dritte und wohl heißeste Phase erwartet die Bernbeurer in der Zeit von März bis Oktober 2019 in der Ortsmitte. Dann ist auch wieder der direkte Anschluss nach Lechbruck gekappt.

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