Ehrenamtlich, aber in Vollzeit arbeitet Bürgermeister Martin Hinterbrandner in Bernbeuren.

Kommunalwahl 2020

Bernbeuren lehnt hauptamtlichen Bürgermeister ab

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Die bis jetzt zwei Bürgermeisterkandidaten, die sich im März in Bernbeuren zur Wahl stellen, bewerben sich für ein Ehrenamt. Der Gemeinderat lehnte am Dienstag mit großer Mehrheit einen hauptamtlichen Rathauschef ab. Der Grund: Die Kosten sind zu hoch.

Bernbeuren – Obwohl Martin Hinterbrandner ein ehrenamtlicher Bürgermeister ist, muss er nicht am Hungertuch nagen. 66 645 Euro gibt die Gemeinde Bernbeuren jährlich für ihn aus. Dafür hat der Rathauschef aber auch viel um die Ohren. In Bernbeuren habe man die Erwartung, dass der Bürgermeister das in Vollzeit macht, erläuterte Hinterbrandner im Gemeinderat. „Und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man das nicht in Vollzeit macht“, fügte er hinzu. Neben den Aufgaben als Bürgermeister verwies das Gemeindeoberhaupt auf die Vorsitze der Verwaltungsgemeinschaft und des Vereins Auerberg Land, die der Bernbeurener Rathauschef inne hat. Über Mangel an Arbeit kann sich Hinterbrand wahrlich nicht beklagen.

Dass dem Ort ein Hauptamtlicher durchaus gut zu Gesicht stünde, untermauerte Hinterbrandner mit reichlich Statistiken aus dem Freistaat. Von vergleichbar großen Gemeinden (2001 bis 3000 Einwohner) leisten sich bayernweit 186 einen hauptamtlichen und nur 163 einen ehrenamtlichen Bürgermeister.

Knapp 50.000 Euro mehr pro Jahr

Die Verpflichtung, einen hauptamtlichen Rathauschef zu beschäftigen, hat Bernbeuren mit seinen 2441 Einwohnern laut Gemeindeordnung aber nicht. Und der Gemeinderat scheute nun auch die Kosten: 116 112,35 Euro müssten jährlich für den Hauptamtlichen ausgegeben werden. Das wären knapp 50 000 Euro mehr als derzeit.

Damit könne man beim Personal auch etwas machen, sagte Vizebürgermeister Markus Socher und regte an, eine zusätzliche Kraft einzustellen. Socher hielt obendrein den Zeitpunkt der Entscheidung für unglücklich: „Es wäre gut gewesen, wenn wir das vor den Aufstellungsversammlungen gemacht hätten.“

Zwei Kandidaten bereit fürs Ehrenamt

Ratskollege Michael Hurm sah es ähnlich: „Wir haben zu den bisherigen Bedingungen zwei Kandidaten gefunden“, erklärte er mit Blick auf Josef Köpf (UWG) undKarl Schleich (WLB), die bei den Aufstellungsversammlungen nominiert worden sind. Martin Hinterbrandner überlegt bekanntlich noch, ob er auf eigene Faust versucht, wieder Bürgermeister zu werden.

Mit 12:3-Stimmen lehnte der Gemeinderat den Antrag schließlich ab.

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