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Gefahrenstelle Unterer Dorfbrunnen in Bernbeuren: Hier queren vor allem viele Schüler die vielbefahrene Kreisstraße.

Im Gemeinderat wurden erste Pläne vorgestellt

Neue Bernbeurer Ortsdurchfahrt kommt in zwei Abschnitten

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Bernbeuren - Mit Spannung sind in Bernbeuren die Pläne für die neue Ortsdurchfahrt erwartet worden. Der Bereich Schongauer Straße/Füssener Straße wird in zwei Bauabschnitten neu hergerichtet. Auch drei Querungshilfen sind eingeplant.

eter Reichert vom Staatlichen Bauamt Weilheim war es, der den Bernbeurer Gemeinderäten in ihrer jüngsten Sitzung die ersten Pläne für den Ausbau der Ortsdurchfahrt erläuterte – und auch eine Kostenschätzung mitgebracht hatte, „mit der man auf der sicheren Seite ist“. Abschnitt für Abschnitt ging er mit dem Gremium durch, wobei sich abzeichnete, dass es heikle Stellen geben dürfte.

Eine davon ist der künftige Gehweg gegenüber dem Sonnenbichl. Geplant ist, die Treppenanlagen außer Betrieb zu setzen. Hierfür soll es aber einen eigenen Termin mit einem Ingenieurbüro geben, „damit wir da nicht irgendwo reinlangen“, so Reichert. Allein hierfür gibt der Planer die Hausnummer von 120 000 Euro vor – die Hälfte davon für die Gemeinde.

Von Norden, aus Richtung Burggen kommenden, begrüßt die Verkehrsteilnehmer der erste Fahrbahnteiler. Der eigentliche Vollausbau der Ortsdurchfahrt beginnt auf Höhe Autohaus Heuberger, davor wird der Straßenbelag nur abgefräst und erneuert. Der Vollausbau verläuft dann bis zur Friedhofskapelle, wo wiederum ein Fahrbahnteiler gebaut wird. Eine dritte Querungshilfe ist auf Höhe des Gasthofes Schnitzer vorgesehen.

In welcher Form diese ausgeführt werden, darüber müsse man noch einmal diskutieren, auch mit der Behindertenbeauftragten des Ortes. Die einfachen Querungshilfen werden laut dem Planer mit Granitsteinen ausgeführt. Es gebe allerdings auch die Möglichkeit, mit weißen Elementsteinen zu arbeiten, die Sehbehinderten eine Orientierungshilfe bieten würden. Ohnehin müssen noch weitere Details vor der Ausschreibung geklärt werden, beispielsweise, auf welche Art die Gullydeckel eingebaut werden sollen.

Querungshilfen sollen hier auf Höhe des Gasthauses Schnitzer in Bernbeuren zukünftig für mehr Sicherheit sorgen.

Enttäuscht zeigten sich die Räte, allen voran Bürgermeister Martin Hinterbrandner, dass es keine bauliche Lösung für eine Geschwindigkeitsreduzierung am Unteren Dorfbrunnen gibt – die eigentlich wichtigste Stelle, an der vor allem viele Schüler die Kreisstraße queren. In diesem Bereich gebe es zu viele Einfahrten, und die Straße sei zu schmal für eine Aufweitung, es bliebe für einen Fahrbahnteiler nur noch ein Bereich von einem Quadratmeter übrig.

Der saloppe Vorschlag, doch einfach den Brunnen zu versetzen, erhielt natürlich viele Lacher, eine Lösung für diese Problemstelle hatte Reichert jedoch auch auf Nachfrage nicht parat. Hinterbrandner kündigte an, diesbezüglich in der Bürgerversammlung von Landrätin Andrea Jochner-Weiß persönlich zu fordern, dass dort etwas passieren müsse.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Anlieger hatten eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Höhe Ortsteil Ried gefordert, wo Autofahrer offensichtlich teilweise enorm schnell unterwegs sind. Ein Fahrbahnteiler sei dort baulich machbar, wenn man die Grundstücksflächen besitze. Allerdings müsse der Radweg verschwenkt werden.

Ulrike Scholz schlug indes vor, mit einem Überholverbot – mit Ausnahme landwirtschaftlicher Fahrzeuge – zu arbeiten und eventuell gleichzeitig die Geschwindigkeit zu reduzieren. Dies wird für die nächste Verkehrsschau mit aufgenommen.

Die Kostenschätzung für den Gemeindeanteil beläuft sich auf 487 000 Euro ohne einen eventuellen Fahrbahnteiler in Ried. Der Kreis habe für die Gesamtmaßnahme 2,2 Millionen Euro eingestellt. Da sich die Baumaßnahme von Frühjahr bis in den Spätherbst hinein erstrecken würde, einigte man sich, diese in zwei Abschnitte aufzuteilen. Gebaut wird also 2017 und 2018. Damit kann auch die Gemeinde ihre finanzielle Belastung auf zwei Haushaltsjahre verteilen. Sicher ist, dass die Bernbeurer Umleitungen in Kauf nehmen müssen - der direkte Anliegerverkehr soll aber möglich sein.

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