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Mit dem Vorschlag "Galgenbichl" waren nicht alle Räte einverstanden: Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner.

Aus dem Bernbeurer Gemeinderat

Galgenbichl als Straßenname umstritten

Bernbeuren - Wenn es um die Vergabe neuer Straßennamen geht, machen sich die Bernbeurer Gemeinderäte die Entscheidung nicht leicht. So geschehen im künftigen Baugebiet Lechweg-Nord. Es lagen einige Vorschläge auf dem Tisch, doch die Ratsherren konnten sich bisher nicht einigen, wie die neue Straße heißen soll.

„Am Galgenbichl“ – so lautete einer der Diskussionsvorschläge  der Verwaltung für die neue Straßenbezeichnung. „Damit könnte ein historischer Bezug für dieses Gebiet am Lechweg-Nord hergestellt werden“, deutete Bürgermeister Martin Hinterbrandner an. Ein Gedenkstein erinnert noch an die als Denkmal ausgewiesene frühere Richtstätte der Gemeinde.

Doch im Gemeinderat wurden sofort Gegenstimmen laut. „Galgenbichl – dieser Name hat einen negativen Beigeschmack“, tat Oliver Sprenzel seine Meinung kund. Er tendierte mehr zu einem neutralen oder positiven Straßennamen und würde Kirchblick oder Kirchenblick bevorzugen. „Weil man von dieser Straße aus sowohl die St.Nikolaus-Kirche als auch die Auerbergkirche im Blick hat“, lautete seine Begründung.

Auch zweiter Bürgermeister Markus Socher konnte sich mit dem Galgenbichl nicht so recht anfreunden. „Am Galgenbichl“, das sei wohl nicht so die richtige Adresse, meinte er.

„Ich bin schon für Galgenbichl“, entgegnete Gemeinderat Florian Hipp. Dies sei in Bernbeuren ein Begriff, und dieses Gebiet werde auch weiterhin so heißen, also sollte man auch die Straße danach benennen. Die Bezeichnung „Kirchblick“ hält Hipp nicht für so gut, „denn den Kirchenblick haben wir ja im ganzen Ort, das könnte also überall sein“.

„Wenn wir uns für Galgenbichl entscheiden, dann sollte dieser Beschluss einstimmig sein“, wünschte sich Bürgermeister Hinterbrandner. Einstimmigkeit? „Das ist mit Galgenbichl nicht zu erreichen“, waren sich die Räte mehr oder weniger einig.

Wie wäre es mit Lechblick? Doch Vize-Bürgermeister Socher hält eine solche Bezeichnung auch nicht für so glücklich, weil man vom Baugebiet Lechweg-Nord den Lech eigentlich gar nicht sieht.

Und Bergblick? „Wir haben ja schon einen Alpenblick, das könnte Verwechslungen geben“, befürchtet dritte Bürgermeisterin Kathrin Zillenbiehler

„Den Anwohnern

nicht zumutbar“

„Am Galgenbichl – das ist den künftigen Anwohnern dieser Straße nicht zumutbar“, machte Oliver Sprenzel noch einmal seinen Widerstand deutlich. Darauf noch einmal Florian Hipp: „Ob die Leute im Bürstenstiel mit ihrer Straßenbezeichnung so glücklich sind, lasse ich dahingestellt.“

Neben Galgenbichl hatte die Verwaltung auch noch Flösserweg (wegen des geschichtlichen Bezugs) und Herkomerweg (Würdigung des bekannten Baumeisters, der in Bernbeuren tätig war) für die Diskussion vorgeschlagen.

Da sich am Dienstagabend keine Lösung abzeichnete, schlug zweiter Bürgermeister Socher vor, die Abstimmung auf die nächste Sitzung zu verschieben. „Bis dahin könnten wir auch die Anlieger in die Namensgebung mit einbeziehen“, fügte Gemeinderat Alois Suiter hinzu. Damit wäre auch Bürgermeister Hinterbrandner einverstanden, wobei er allerdings klarstellte, dass von gemeindlicher Seite keine offizielle Befragung der Anlieger erfolgen werde.

Und wenn die Straßenbezeichnung nur „Am Bichl“ lautet? Das könnte sich Gemeinderat Jakob Bißle durchaus als Kompromiss vorstellen.

Zumindest haben die Gemeinderäte bis zur nächsten Sitzung (19. April) noch genügend Zeit, sich Gedanken zu machen. In die engere Wahl werden Galgenbichl, (Kirch(en)blick, Bergblick, Lechbichl, Lechanger und Lechblick einbezogen.

Ein Vorschlag kam nach Ende der Sitzung noch vom Seniorenbeauftragten Hans Echtler. Er warf „Richtbichl“ oder „Richterbichl“ als Alternative in die Runde. Das hört sich zumindest nicht ganz so schlimm an wie das Wort „Galgenbichl“.

mg

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