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Der einfache Bebauungsplan für den Ortskern ist nicht aussagekräftig genug, sagt Bürgermeister Hinterbrandner.

Bernbeuren und Auerbergland

Das Herz des Dorfes lebendig erhalten

Bernbeuern - Im Bernbeurer Ortskern soll langfristig neuer Wohnraum geschaffen und weiterer Leerstand vermieden werden. Dafür kann der nun neu aufzustellende Bebauungsplan die Rahmenbedingungen abstecken. Der Charakter als landwirtschaftlich geprägtes Dorf soll aber in jedem Fall erhalten bleiben.

Das Thema Bebauungsplan Ortskern II inklusive Veränderungssperre und Vorkaufsrechtssatzung für den nördlichen Ortskern waren großes Thema im Gemeinderat Bernbeuren. Was schon seit vier Jahren hinter verschlossenen Türen diskutiert wird, soll nun endlich angegangen werden. „Das ist ein Meilenstein für mich, wir werden als neuer Gemeinderat Spuren in der Geschichte hinterlassen“, beschreibt Bürgermeister Martin Hinterbrandner das Vorhaben, das er für die Dorfentwicklung noch höher ansetzt als das vormalige Einheimischenprojekt. Zwar ist der gültige einfache Bebauungsplan erst neun Jahre alt, aber die Festsetzungen darin reichen bei weitem nicht aus, um das Herz von Bernbeuren sinnvoll und nachhaltig überplanen zu können.

Einige Häuser in Bernbeuren stehen seit Jahren leer – für die Besitzer soll Anreiz geschaffen werden, etwas zu tun.

Damit der Brocken an Arbeit für die einzelnen Fachkräfte wie auch den Gemeinderat nicht zu groß wird, hat man den Ortskern erst einmal in Nord und Süd unterteilt – und startet mit dem Bebauungsplan nördlich der Linie Lindenweg, Lange Gasse, Sonnenbichl. Gerade in den Bereichen der beiden Ensembleschutzgebiete Marktplatz und Auerbergstraße liegen einige Grundstücke mit leer stehenden Häusern oder sehr massiven landwirtschaftlichen Gebäuden, die schon nicht mehr genutzt oder nur noch von einzelnen Personen bewohnt werden. Bis zu sieben seien es derzeit, mittelfristig kämen noch einmal zehn Gebäude hinzu, so die Schätzung Hinterbrandners.

Noch ist am Sonnenbichl der Bauhof untergebracht, der im neuen Gemeindestadel seinen Platz findet.

200 bis 300 Einwohner mehr könne das Dorf leicht noch vertragen, so der Bürgermeister im Gespräch mit der Heimatzeitung. Aber wo sollen diese Bürger wohnen? Von derzeit nur noch 14 vorhandenen Bauplätzen in den neuen Baugebieten würden bis Ende 2016 eventuell noch drei oder vier übrig bleiben. Gleichzeitig fehle es an Mietwohnungen jeder Größe. Und dass diese dringend nötig sind, würden allein die drei bis vier Anfragen pro Woche nach einer Wohnung zeigen, die er in der Gemeinde bekomme.

Der neue Bebauungsplan soll Anreize schaffen, aktiv über einen Neu- oder Umbau nachzudenken: „Wir können es den Eigentümern erleichtern, im Ortskern mehr Wohneinheiten zu schaffen“, so Hinterbrandner. Die Besitzer sollen motiviert werden, zu investieren, etwas zu verändern, zu modernisieren. Der neue Bebauungsplan soll als Angebot gesehen werden, aber auch möglichen Fehlplanungen vorbeugen. Denn das Dorfbild soll in jedem Fall ländlich bleiben. Konsequenzen ergeben sich aus dem neuen Bebauungsplan für die Besitzer aber nicht. Hinterbrandner: „Wir sprechen lediglich mit den Eigentümern und hinterfragen, was sie eventuell planen.“ Auch aus der ebenfalls beschlossenen Vorkaufsrechtssatzung ergeben sich viele Möglichkeiten, wobei die Grundeigentümer weder einen Anspruch haben auf den Kauf ihrer Grundstücke durch die Gemeinde – noch ein Eigentümer den Zwang hat, zu verkaufen, wenn er dies nicht möchte.

Für den Gasthof Schnitzer gibt es bereits viele Ideen, die Überplanung des Ortskerns würde es einfacher machen.

Um die städtebauliche Planung im Ortskern zu sichern, soll ein Fachbüro eingeschaltet werden. Die Verwaltung mit Unterstützung von einigen Gemeinderäten soll am Flächenmanagement mitarbeiten, in dem die Flurnummern und Grundstücke innerorts in einem speziellen Programm erfasst werden. Bewertet wird etwa, in welchem Bereich das Risiko eines weiteren Leerstandes besonders groß ist oder wo sich genau die Potentiale verbergen, neuen Wohnraum zu schaffen.

Diese Planung über die Flächenmanagement-Datenbank soll bereits heuer abgeschlossen sein, übrigens in allen Auerberglandgemeinden (siehe Kasten links). Auch ein Bebauungsplan für die erste Auslegung soll schon Ende des laufenden Jahres vorliegen. Nach Einschätzung Hinterbrandners werde es viele Diskussionen geben, und er hofft auch auf die Mithilfe eines Arbeitskreises ähnlich dem für die Dorferneuerung Mitte der 90er Jahre. Hinterbrandner abschließend: „Das Baurecht hat einen Wert für den Einzelnen, aber in diesem Falle Mehrwert für alle.“

Elke Robert

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