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Die Kinderkirchenbänke in St. Nikolaus in Bernbeuren stehen meist leer, werden nur noch als Ablage genutzt.

In der Bernbeurer Pfarrkirche St. Nikolaus

Mit knapper Mehrheit: Bänke dürften raus

Bernbeuren - Die Kinder-Kirchenbänke in St. Nikolaus entfernen oder nicht? Das Thema wurde auch im Bernbeurer Gemeinderat kontrovers diskutiert. Mit knapper Mehrheit (8:6) entschied sich das Gremium dann dafür, Grünes Licht zum Ausbau zu geben.

Immer wieder mal ist in Bernbeuren über das Thema diskutiert worden, die Kinderkirchenbänke im vorderen Teil der Pfarrkirche St. Nikolaus zu entfernen. Im Pfarrgemeinderat und in der Kirchenverwaltung war nun die Grundsatzentscheidung getroffen worden, dass erst die Kosten für den Ausbau ermittelt werden müssen, bevor eine abschließende Entscheidung fällt.

„In Burggen und Steingaden sind die Bänke bereits rausgekommen. Und wir wollen Schritt für Schritt alles abklären“, waren die Informationen, die Vize-Bürgermeister Markus Socher, der auch Mitglied der Kirchenverwaltung ist, an die Ratskollegen weitergab. Einen Besichtigungstermin mit Diözese Augsburg, Denkmalamt, Kreisheimatpfleger sowie Kirchenverwaltung habe es bereits gegeben, von Seiten des Denkmalamtes stehe dem Ausbau nichts entgegen. Offensichtlich sind die Kinderkirchenbänke bei weitem nicht so alt wie die Original-Bänke, man schätzt sie auf etwa 100 Jahre. Sie sollen auch nicht zu Kleinholz verarbeitet werden, sondern erhalten bleiben, im Ganzen ausgebaut und eingelagert werden.

Probleme könnte die Heizung bereiten, die in diesem Bereich liegt. Möglicherweise ist der Boden unter den Bänken nicht mehr im Original-Zustand und muss vielleicht aufwändig erneuert werden. Weil auch die teilweise Entfernung der Kirchenbänke für den Kostenvoranschlag bereits genehmigt werden muss, war nun auch seitens des Gemeinderats eine Entscheidung notwendig.

„Warum eigentlich, es ist doch eine große Kirche und wir haben doch Platz“, hinterfragte unter anderem Erich Kraut das Vorhaben. „Es hockt keiner mehr drin, die Bänke werden nur als Ablage genutzt“, so Socher. Gerade bei großen Feierlichkeiten könne dieser Raum besser genutzt werden, ob nun für die Ministranten, die Musiker oder bei einem Jugendgottesdienst für den Beamer.

„Ob dies zu mehr Seligkeit beiträgt, da habe ich so meine Zweifel, aber in puncto Seligkeit hat der Pfarrer mehr Kompetenzen als ich“, warf Bürgermeister Martin Hinterbrandner ein. „Keinen Sinn darin“ sah auch Florian Hipp. Oliver Sprenzel hingegen vertrat die Ansicht, dass der Gemeinderat nicht über die Sinnhaftigkeit dieser Entscheidung diskutieren solle, wo sich doch Kichenverwaltung und Pfarrgemeinderat einig seien. Auch Alois Suiter wollte der Kirche keine Steine in den Weg legen, damit die Kosten untersucht werden können. „Warum nicht die Bänke entfernen, wenn ein ordentlicher Boden darunter herauskommt und es nicht zig Tausende kostet?“

Kathrin Zillenbiehler machte es kurz: „Wir können beim Zuschussantrag immer noch sagen, wir zahlen nicht.“ Die Abstimmung fiel dann für den aktuellen Bernbeurer Gemeinderat ungewöhnlich knapp aus: Sechs Räte waren gegen den Ausbau. Nur acht Gemeinderäte stimmten dafür, dass die Bänke raus dürften, wenn die Kirche dies wünscht, die Gemeinde soll aber über die Ergebnisse der Untersuchung informiert werden. Eine Bewertung der Sachlage hatte man zuvor in der Verwaltung nicht vorgenommen mit der Begründung, dass man weder über einen eigenen Architekten, noch über einen Bauingenieur verfüge, der dies für den Antrag ans Denkmalamt einschätzen könne.

Elke Robert

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