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Begehung: Bei eisigen Temperaturen besichtigten die Teilnehmer der Natura 2000-Auftaktveranstaltung „Moore um Bernbeuren“ Teile der betroffenen FFH-Flächen. Von behördlicher Seite sprachen vor allem Ulrich Müller und Thomas Eberherr (beide Regierung von Oberbayern, 5. und 6. von links) sowie Matthias Hett (Untere Naturschutzbehörde Weilheim, links) zu den Anwesenden.

Natura 2000

Managementplan für Bernbeurens Moore

Bernbeuren - Die öffentliche Auftaktveranstaltung für das Natura 2000-Gebiet „Moore um Bernbeuren“ hat jetzt – dem Naturgedanken folgend – im Freien stattgefunden.

Die öffentliche Auftaktveranstaltung für das Natura 2000-Gebiet „Moore um Bernbeuren“ hat jetzt – dem Naturgedanken folgend – im Freien stattgefunden. Anwesend waren zahlreiche Vertreter von Naturschutz, Forstamt, Wasserwirtschaftsamt, Bauernverband und Naturschutz sowie betroffene und interessierte Bürger.

Beginnend am Haslacher See, begrüßte Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner die Teilnehmer der Begehung. Bei den Bernbeurer Flächen handele es sich um eine Kulturlandschaft, „die Landwirte mit ihrer Arbeit so geschaffen haben und die nun so erhalten werden soll“. Dies bestätigte auch Regierungsdirektor Thomas Eberherr vom Bereich Naturschutz, „denn durch die landwirtschaftliche Nutzung konnte sich erst diese große Artenvielfalt entwickeln“.

Aus der Gebietsbeschreibung ist herauszulesen, dass im 324 Hektar großen Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet die großteils im Wasserhaushalt kaum veränderten Moorwälder, Übergangsmoore, kalkreichen Niedermoore, Kalktuffquellen und Pfeifengraswiesen besonders bedeutsam sind. Die Flächen teilen sich auf und befinden sich vor allem rund um den Haslacher See und in den Bereichen Tannesbichl, Wald und Ried.

Grundsätzliche Rechtsgrundlagen für Natura 2000 sind die Europäische Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahr 1979 zum Schutz aller wild-lebenden europäischen Vogelarten und die FFH-Richtlinie der EU aus dem Jahr 1992 zum Erhalt der aus europäischer Sicht besonders schutzwürdigen Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten.

Ulrich Müller stellte als einer der Vertreter der Regierung von Oberbayern – also der höheren Naturschutzbehörde – klar, dass es den Behörden um eine größtmögliche Transparenz und Offenheit geht. Alle Betroffenen sollen zusammen am Managementplan arbeiten, um Missverständnisse und Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen.

In den nächsten zwei Jahren werden die Flächen über zwei Vegetationen hinweg kartiert. Hierzu erläuterte Armin Beckmann vom Büro aus Hohenpeißenberg die Vorgehensweise: Man solle sich also nicht wundern, „wenn ab sofort bis Ende August immer mal wieder Personen über die Wiesen laufen und die Art sowie die Anzahl der Pflanzen und Tiere erfassen“. Abschließend fasste Eberherr zusammen, dass nach der Kartierung ein Entwurf des Managementplanes erstellt wird, der ausgelegt und anschließend an einem „Runden Tisch“ – voraussichtlich im Jahr 2018 – mit allen Grundstücksbesitzern, Gemeinden, Behörden und Verbänden besprochen werden solle.

In diesem Beteiligungsverfahren soll es möglich sein, Bedenken und Hinweise zu äußern sowie konstruktiv zu einem Ergebnis zu kommen. Die sich vielleicht daraus ergebenden Veränderungen werden eingearbeitet und dann wieder öffentlich ausgelegt. Erst dann sei der Managementplan gültig und die darin beschriebenen Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen für die Behörden zwingend. Für die Umsetzung kann mit Fördergeldern über das Vertragsnaturschutzprogramm ein Anreiz für die Bewirtschafter geschaffen werden.

Immer wieder betonten die Referenten der verschiedenen Fachrichtungen aber auch, dass der Managementplan für Grundstückseigentümer und Nutzer lediglich Hinweischarakter habe. So viel Neues wird es also erst einmal nicht geben, denn ein Verschlechterungsverbot gelte für diese Flächen bereits seit dem Jahr 1970.

Für alle Anwesenden des Info-Termins gab es zudem einiges an Material zum Mitnehmen, darunter Broschüren mit den wichtigsten Fragen und Antworten zur Land- und Forstwirtschaft, der genauen Gebietsbeschreibung, der darin vorkommenden Lebensraumtypen und Informationen zum Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm.

Kathrin Zillenbiehler

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